Gastgewerbe

Gastrobranche begrüßt Lockerungen: Badefans brauchen Geduld

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Dehoga-Präsident Olaf Schöpe in Peitz.

Dehoga-Präsident Olaf Schöpe in Peitz.

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Erste Lockerungen der Corona-Bestimmungen sind in Brandenburg in Kraft - für Gastronomen geht es bislang nur in kleinen Schritten voran. Die Kulturschaffenden wollen weitere Öffnungsschritte, um planen zu können. Freibadliebhaber müssen noch geduldig sein.

Potsdam. Die Hotel-und Gastrobranche in Brandenburg begrüßt die bevorstehenden Lockerungen für die Betriebe, fordert aber weitere Hilfen. "Für die große Zahl der Gastronomen ist das noch nicht der ganz große Wurf nach vorn, eher der Versuch, einer Öffnungsstrategie ohne viel Bewegung", sagte Dehoga-Präsident Olaf Schöpe am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Wenn es aber spätestens im Juni mit dem Tourismus nicht losgehe, werde es "ziemlich dunkel", schätzte er ein. Schöpe forderte in diesem Zusammenhang die Verlängerung der Corona-Hilfen. "Wenn man die Branche retten will, muss man ihr helfen, über den nächsten Winter zu kommen." Ein halbes Jahr an Einnahmen fehle in diesem Jahr mit dem Ausfall von Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten bereits. Jetzt müsse man sehen, wie der Sommer noch ein Stück weit gerettet werden könne.

Ab Freitag vor Pfingsten sollen bei stabilen Corona-Infektionszahlen viele Bürger wieder eine Gaststätte im Freien besuchen und auf Campingplätzen übernachten dürfen. Außerdem sollen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Dies soll in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 möglich sein. Brandenburg lässt dort ab dem 21. Mai auch Theater, Konzerte und Kino im Freien bis zu 100 Teilnehmer zu.

Kontaktfreier Sport ist bei dem Inzidenzwert unter 100 ab 21. Mai draußen ohne Begrenzung unter Beachtung der Abstandsregeln möglich. Kontaktsport im Freien ist mit bis zu zehn Menschen erlaubt - mit negativem Test, außer für Kinder bis sechs Jahre. Ab 1. Juni dürfen Fitnessstudios, Turnhallen oder Tanzstudios wieder öffnen; Kunden brauchen hier einen Termin und einen negativen Schnelltest.

Bereits seit diesem Mittwoch gelten erste Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen. In Regionen mit weniger als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche an fünf Tagen soll auch wieder Dauercampen erlaubt sein. Ein negativer Schnelltest gilt dann für 24 Stunden, so brauchen Kunden etwa in Geschäften und beim Friseur keinen tagesaktuellen Test mehr. In Hochschulen und Volkshochschulen dürfen bis zu 15 Besucher statt bisher 5 sein.

Die Kulturschaffenden im Land halten über diese Lockerungen vor Pfingsten hinaus weitere Schritte für notwendig. "Natürlich sehnen alle Kulturschaffenden weitere Öffnungen herbei, die den Live-Kontakt, den unmittelbaren Austausch mit dem Publikum wieder ermöglichen. Open-Air-Angebote - selbst vor kleinerem Publikum mit 50 bis 100 Gästen - sind in diesem Zusammenhang ein willkommener erster Schritt", sagte die Sprecherin des Kulturrats Brandenburg, Julia Diebel, der Deutschen Presse-Agentur. "Wichtig sind aber ebenfalls belastbare Konzepte für Indoor-Veranstaltungen - und zwar nicht nur für den Sommer, sondern darüber hinaus", forderte die Sprecherin.

Badefans in Brandenburg müssen sich mit dem Schwimmen in Bädern dagegen etwas länger gedulden als in Berlin. Schwimmbäder, Spaß- und Freizeitbäder sowie Thermen müssten einstweilen noch geschlossen bleiben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch auf Anfrage mit. Er verwies auf die laufende Corona-Verordnung, die bis 9. Juni gelte. Wie sie dann weiter von der Landesregierung geändert wird, konnte der Sprecher nicht sagen.

In Berlin könnte die Freibadsaison dagegen schon kurz vor Pfingsten starten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin stabil unter 100 liegt und die Strand- und Freibäder ein Hygienekonzept haben.

Die Chancen auf Lockerungen der Corona-Bestimmungen in den Brandenburger Landkreisen und kreisfreien Städten wachsen. Am Mittwoch lagen sieben Landkreise und Brandenburg an der Havel als kreisfreie Stadt fünf Tage hintereinander plus zwei Tage Übergangsfrist unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100.

Die Landesregierung wird voraussichtlich nach Pfingsten über weitere mögliche Öffnungen beraten. Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft sagte im Gesundheitsausschuss des Landtags, auch mit Blick auf den Beginn der Sommerferien am 24. Juni gebe es dann weitere Überlegungen über Öffnungen. Wenn die Entwicklung der Infektionszahlen so weitergehe und es weitere Erfolge bei den Impfungen gegen Corona gebe, könne Brandenburg "in ein kontrolliertes Lockern" gehen. Die Landesregierung werde sich nach Pfingsten auch mit der Frage der Voraussetzungen für die Öffnung von Hotels beschäftigen.

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( dpa )