Archäologie

Mittelalterliche Latrine auf Fischerinsel mit Kran umgesetzt

dpa
Eine mittelalterliche Latrine wird von einem Schwerlastkran angehoben.

Eine mittelalterliche Latrine wird von einem Schwerlastkran angehoben.

Foto: dpa

Berlin. Eine auf der Fischerinsel in Berlin-Mitte entdeckte Latrine aus dem 14. Jahrhundert ist am Mittwochmorgen aus einer Baugrube umgesetzt worden. Vor den Augen einiger Schaulustiger hob ein großer Schwerlastkran die altertümliche Toilette kurz nach 9.30 Uhr am Mühlendamm in ein Zwischenlager neben der Grube. "Es hat alles gut geklappt", sagte Jens Henker vom Landesdenkmalamt Berlin. Die Latrine war demnach in eine eigens angefertigten Kiste verpackt worden.

2016 war die Latrine nach Angaben des Senats bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt worden. Forscher vermuten, dass sie zu einem Haushalt im 14. Jahrhundert passen könnte.

Nach Abschluss der geplanten Neubauarbeiten soll der Fund aus dem Mittelalter in eine nahe gelegene Grünanlage kommen und dort nach endgültiger Restaurierung in einem Pavillon ausgestellt werden, sagte Keller vom Denkmalamt. Nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM), die auf der Fischerinsel 210 Wohnungen baut, soll die Latrine im Laufe des Jahres 2023 zu sehen sein.

Die Latrine ist laut Senat von hoher stadtgeschichtlicher Bedeutung, weil sie eines der ältesten bekannten Ziegelbauwerke Berlins ist. Die mit einer Seitenlänge von 1,80 Metern quadratische Latrine wurde aus Ziegelsteinen gebaut. In den vergangenen Wochen haben Restauratoren das Steinbauwerk für die Bergung vorbereitet, damit es den Transport unbeschadet übersteht.

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( dpa )