Corona-Pandemie

Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Berlin

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Zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten in Berlin

Zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten in Berlin

Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung haben die Spitzen des deutschen Staates der Verstorbenen der Corona-Pandemie gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, auf den die Initiative für das Gedenken zurückgeht, sprach in seiner Rede von einer "dunklen Zeit".

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In Berlin sind die Corona-Regeln erneut verschärft worden. Die aktuellen Corona-Bestimmungen finden Sie hier in unserer Übersicht.

  • Die Corona-Regeln in Berlin sind erneut verschärft worden. Die neuen Maßnahmen, darunter Testpflichten und Maßnahmen im Einzelhandel, gelten seit Samstag, 17. April 2021. In anderen Bereichen gibt es dagegen leichte Lockerungen.
  • In der Hauptstadt werden der Lockdown und die Kontaktbeschränkungen bis zum 9. Mai 2021 verlängert.
  • Die aktuell gültigen Corona-Regeln in Berlin könnten allerdings schon bald hinfällig werden - wegen der sogenannten Bundes-Notbremse.

Berlin. In Berlin gelten seit Samstag, 17. April 2021, schärfere Corona-Regeln. Neben der Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus kommt es in einigen Bereichen auch zu spürbaren Lockerungen und Erleichterungen.

Corona-Regeln in Berlin: Tests, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht - alle Änderungen in der Übersicht

  • Kontaktbeschränkungen: Die bisher gültigen Corona-Regeln in Berlin werden bis einschließlich 9. Mai 2021 verlängert. Dazu zählen vor allem die aktuellen Kontaktbeschränkungen. Im Freien dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten plus Kinder bis 14 Jahren treffen. Nachts ist der Aufenthalt im Freien nur allein oder zu zweit gestattet - auch hier werden Kinder nicht mitgezählt. Beim Einkaufen in Geschäften gelten Beschränkungen, Restaurants bleiben geschlossen, Hotelübernachtungen sind untersagt.
  • Mehr Freiheiten für Geimpfte: Wer zweimal geimpft ist, kann ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung ohne Vorlage eines negativen Corona-Schnelltests jene Angebote nutzen, die bisher nur mit negativem Testergebnis genutzt werden dürfen. So ist dann zum Beispiel Shopping ohne vorherigen kostenlosen Bürgertest möglich. Als Nachweis gilt der Impfpass.
  • Corona-Tests am Arbeitsplatz: Private und öffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Beschäftigten zweimal pro Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest anzubieten.
  • Angestellte mit Kundenkontakt: Beschäftigte, die direkten Kontakt zu Kunden haben, sind verpflichtet, das Angebot für einen Corona-Test zweimal pro Woche wahrzunehmen. Diese Pflicht gilt in privaten und öffentlichen Arbeitsstätten, inklusive der Justiz. Sie gilt ebenfalls für Selbstständige mit direktem Kundenkontakt und deren Beschäftigte.
  • Fahrschulen, Bootsschulen, Flugschulen: Zum Besuch dieser und ähnlicher Einrichtungen ist ein negativer Corona-Test nötig.
  • Gültigkeit der Corona-Tests: Ein negatives Testergebnis darf nicht älter als 24 Stunden sein. Bislang musste es tagesaktuell, also vom selben Tag sein. Wer sich am frühen Abend testen lässt, kann mit der Testbestätigung künftig also noch am späten Nachmittag des nächsten Tages einkaufen.
  • Mehr Kunden in Geschäften: Die Regel, nach der im Einzelhandel nur eine Person pro 40 Quadratmeter Einlass in nicht privilegierte Verkaufsstellen im Sinne des Berliner Ladenöffnungsgesetzes bekommt, wird aufgrund der Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin gestrichen.
  • Maskenpflicht für Kinder: Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren müssen keine FFP2-Maske mehr tragen. Sie sind aber verpflichtet, eine medizinische Maske zu tragen.
  • Testpflicht für Kinder: Überall da, wo ein negatives Testergebnis vorgeschrieben ist, sind Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr ausgenommen.
  • Kindersport: Wird in Zukunft für Kinder bis 14 Jahren erlaubt. Zuvor galt ein Höchstalter von 12 Jahren. Die Regelung betrifft Sport im Freien in festen Gruppen von höchstens 20 anwesenden Personen plus einer betreuenden Person.
  • Positiver Corona-Test: Im Falle eines positiven PCR-Tests ist die getestete Person verpflichtet, sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne zu begeben. Dies gilt auch bei einem positiven Corona-Schnelltests, wobei die betroffene Person zusätzlich einen bestätigenden PCR-Test durchführen lassen muss. Dies gilt bei positiven Selbsttests, die ohne Aufsicht durchgeführt worden sind, hier gilt aber zunächst keine Quarantänepflicht. Die Dauer der häuslichen Quarantäne beträgt 14 Tage, sofern das zuständige Gesundheitsamt im Einzelfall nichts Anderes anordnet.

Die Pressemitteilung des Berliner Senats zur Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung finden Sie auch hier.

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Neue Corona-Regeln in Berlin - das könnte bei der "Notbremse" des Bundes gelten

Die aufgelisteten Corona-Regeln in Berlin könnten allerdings schon bald hinfällig werden: Denn das Bundeskabinett beschloss Änderungen am Infektionsschutzgesetz mit dem Ziel, die Corona-Regeln in Deutschland zu vereinheitlichen und eine bundesweit verbindliche Notbremse für Regionen einzuziehen, in denen die Inzidenz bei 100 Infizierten pro 100.000 binnen einer Woche oder höher liegt. In Berlin ist das derzeit der Fall. Hier lag die Inzidenz zuletzt bei 150,9 (Stand: 18. April 2021, 16 Uhr).

Über mögliche Änderungen am bisherigen Entwurf des Infektionsschutzgesetzes könnte der Gesundheitsausschuss am Montag befinden. Eine Verabschiedung im Bundestag ist für Mittwoch vorgesehen. Der Bundesrat will sich am Donnerstag damit befassen.

Was würde bei einer Bundes-Notbremse in Berlin passieren?

  • Ausgangssperren: Zwischen 21 und 5 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück nicht mehr verlassen. Es soll aber Ausnahmen geben. Im Berliner Abgeordnetenhaus gibt es massive Bedenken gegen eine solche Grundrechts-Beschränkung. Man müsse auch sehen, was vor Gericht Bestand habe, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD).
  • Einzelhandel: Alle Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, müssen schließen. Auch mit tagesaktuellem negativem Corona-Schnelltest oder zwei Impfungen dürfte niemand mehr im Laden Schuhe, Textilien oder Möbel kaufen. Das gilt auch für Märkte. Für Supermärkte, Drogerien und andere zugelassene Verkaufsstellen sollen die Zahl der Kunden beschränkt und eine Erweiterung des üblichen Sortiments untersagt werden.
  • Schulen und Kitas: Wenn Kinder und Lehrkräfte regelmäßig getestet werden, wie das in Berlin ab 19. April als Voraussetzung für die Teilnahme vorgeschrieben ist, dürfen Schulen öffnen. Kindertagesstätten dürfen Notbetreuung anbieten. Das ändert sich, wenn die Inzidenz auf 200 steigt. Dann müssen die Bildungseinrichtungen geschlossen werden.

Coronavirus in Berlin: Aktuelle Informationen des Senats

( BM )