Wohnen in Berlin

Mehr Wohnungen für Menschen mit kleinen Einkommen

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Charlotte Bauer
Wohnungen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau im Märkischen Viertel im Bezirk Reinickendorf.

Wohnungen der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau im Märkischen Viertel im Bezirk Reinickendorf.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Der Berliner Senat verständigt sich mit den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen über eine Erhöhung der Quote.

Berlin. Die Mieterinitiativen sind empört, denn ihnen gehen die neuen Vereinbarungen zwischen dem Berliner Senat, der Wohnraumversorgung und den landeseigenen Gesellschaften nicht weit genug. „Wir finden es zwar gut, dass die Quoten für niedrigpreisigen Wohnraum angehoben werden sollen“, sagt Lisa Vollmer, Sprecherin des Bündnisses „Kommunal und selbstverwaltet Wohnen“. Allerdings würde das allein nicht ausreichen. „Grundsätzlich müssten viel mehr Sozialwohnungen gebaut werden, und vor allem im innerstädtischen Bereich müssten 100 Prozent der landeseigenen Unternehmen Sozialwohnungen sein“, kritisiert sie. Ganz grundsätzlich fordert sie, dass die Mieter mehr in solche Entscheidungen eingebunden werden.

Ohne deren Berücksichtigung haben der Senat, die Wohnraumversorgung und die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften in einer Ergänzung zur Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2017 zudem entschieden, dass die Mieten von neu errichteten frei finanzierten Wohnungen – also nicht Sozialwohnungen – wegen steigender Baukosten um rund zehn Prozent von zehn Euro auf elf Euro pro Quadratmeter im Monat angehoben werden können.

Unternehmen wollen wirtschaftlich handlungsfähig bleiben

Berlins Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), sagte dazu: „Die Vereinbarung trägt den gestiegenen Kosten im Neubau Rechnung und sichert so die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen ab.“ Mit der Erweiterung der Vereinbarung würde garantiert, dass Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen künftig einen besseren Zugang zu Wohnungen der städtischen Gesellschaften erhalten, so der Senator.

Von den rund 336.000 Wohnungen der landeseigenen Gesellschaften Degewo, Gewobag, Howoge, Gesobau, Stadt und Land und WBM fallen insgesamt 333.000 Wohnungen unter die Kooperationsvereinbarung.

Weiter verpflichten sich die Unternehmen damit, mindestens die Hälfte der Fläche der Neubauten als Sozialwohnungen anzubieten. Gleichzeitig sollen die Wohnungen, wenn sie neu vermietet werden, künftig 63 Prozent an Haushalte mit einem Wohnberechtigtenschein vergeben werden – das ist ein Anstieg von drei Prozentpunkten.

„Eines ist klar, die vor uns liegenden Herausforderungen, die das wachsende Berlin mit sich bringt, werden die Wohnungsbaugesellschaften nur bewältigen können, wenn wir wirtschaftlich handlungsfähig bleiben und unsere enormen Investitionen in Anbetracht der stetig steigenden Kosten refinanzieren können“, sagte Jörg Franzen, Vorstandschef der Gesobau und Sprecher der Landeseigenen. „Nur so können wir die Stadt weiterbauen.“