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Weniger Besucher in Zoo und Tierpark im Corona-Jahr

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Katrin Lange
Wo sind die Besucher geblieben: Hertha (L.) mit Mutter Tonja auf dem Felsen im Tierpark.

Wo sind die Besucher geblieben: Hertha (L.) mit Mutter Tonja auf dem Felsen im Tierpark.

Foto: Zoo Berlin / Zoo berlin

Die Umsatzverluste liegen in zweistelliger Millionenhöhe. Spendenbereitschaft steigt hingegen an

Berlin. Insgesamt zwei Millionen weniger Besucher und Umsatzverluste in zweistelliger Millionenhöhe – das ist die Bilanz von Zoo und Tierpark für das Corona-Jahr 2020. Knapp 3,5 Millionen Gäste kamen im vergangenen Jahr in beide Einrichtungen, fast 5,5 Millionen waren es noch 2019. Der Zoo hat wegen der Millionenverluste durch den Besuchermangel bereits zwölf Mitarbeitern gekündigt, die an der Kasse und am Einlass tätig waren. Die gute Nachricht: Die Spendenbereitschaft ist gestiegen. 900.000 Euro gingen im Winter 2020/2021 ein, doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Eigentlich hatten Zoo und Tierpark mit wachsenden Besucherzahlen gerechnet. Dafür sollten die Pandabrüder Pit und Paule im Zoo sorgen und die Eisbärin Hertha im Tierpark. Doch wegen der Corona-Pandemie erfolgte der erste Ausflug des Panda-Nachwuchses ohne Publikum. Und Teenager Hertha spielte vor fast leeren Rängen. Während des ersten Lockdowns mussten Zoo und Tierpark von Mitte März bis Ende April geschlossen bleiben, das Aquarium noch einige Wochen länger. Die Tierhäuser können heute noch nicht wieder besucht werden. Das Aquarium ist nur für Jahreskartenbesitzer geöffnet.

Tierpark mit weniger Besucherverlusten als der Zoo

Im Zoo, in dem einschließlich Aquarium nach einer aktuellen Zählung fast 21.000 Tiere und 1115 verschiedene Arten leben, hielt sich der Andrang auch nach der Wiedereröffnung Ende April 2020 in Grenzen. Nur 2,2 Millionen Besucher kamen, 1,5 Millionen weniger als 2019. Der Tierpark mit knapp 8000 Tieren und 634 verschiedenen Arten, der traditionell geringere Besucherzahlen hat, musste weniger Verluste verkraften. Waren es 2019 noch 1,7 Millionen Gäste, kamen 2020 immerhin 1,2 Millionen. Die Erklärung dafür: das weitläufige Gelände und viele Stammgäste.

Der Betrieb von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin kostet täglich etwa 140.000 Euro. Aufgrund der enormen Umsatzeinbußen fehlten nahezu die Hälfte der geplanten Einnahmen, so Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Trotzdem konnten 2020 im Tierpark das historische Alfred-Brehm-Haus wiedereröffnen, das in ein Regenwaldhaus umgebaut worden war. Zudem wurde ein erster Abschnitt der neuen afrikanischen Savannenlandschaft freigegeben. Im Sommer 2021 soll das ehemalige Raubtierhaus im Zoo fertig sein. Die Himalaya-Gebirgswelt im Tierpark wird im Frühjahr 2022 eröffnen.

Schwere Baumaschinen sind derzeit auch auf den Baustellen für das neue Nashornhaus im Zoo und das alte Dickhäuterhaus im Tierpark im Einsatz. Als nächstes Großprojekt ist ein neues Affenhaus im Zoo geplant.