Krankschreibungs-Analyse

Diese Berufe haben das höchste Corona-Infektionsrisiko

| Lesedauer: 3 Minuten
Hirnvenenthrombose sorgt für Impf-Stopp mit Astrazeneca

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Momentan werden in Deutschland keine Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin durchgeführt. Bis dato sind sechs Thrombose-Fälle bekannt, die im Zusammenhang mit den Impfungen stehen könnten.

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Berufe in der Kinderbetreuung und im Gesundheitsbereich sind besonders stark von Covid-19 betroffen, so eine Analyse der AOK Nordost.

Berlin. Erzieherinnen und Erzieher waren während der Pandemie im Jahr 2020 am häufigsten wegen einer Covid-19-Infektion krankgeschrieben. Das meldet die AOK Nordost für Berlin auf der Basis ihrer Versichertenstatistik. Von März bis Dezember haben sich demnach rund 4,5 Prozent der AOK-versicherten Erzieherinnen und Erzieher wegen dieser Diagnose arbeitsunfähig gemeldet – ein Wert, der fast dreimal so hoch liegt wie der Durchschnittswert der Beschäftigten in Berlin.

Die weiteren am stärksten von Covid-19 betroffenen Berufsgruppen in Berlin sind laut der AOK-Analyse medizinische Fachangestellte, zahnmedizinische Fachangestellte, Berufe in der Altenpflege, Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege, Ärztinnen und Ärzte, Berufe in der Lebensmittelherstellung, Bus- und Tramfahrer und -fahrerinnen, Berufe in der Haus- und Familienpflege sowie Berufe in der Hauswirtschaft.

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Corona in Berlin: Diese Berufsgruppen sind am stärksten betroffen

  • Kinderbetreuung- und -erziehung (4575)*
  • Medizinische Fachangestellte (4225)
  • Zahnmedizinische Fachangestellte (3646)
  • Berufe in der Altenpflege (3498)
  • Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege (3030)
  • Ärzte (2741)
  • Berufe in der Lebensmittelherstellung (2730)
  • Bus- und Tramfahrer (2708)
  • Berufe in der Haus- und Familienpflege (2669)
  • Berufe in der Hauswirtschaft (2645)

* Die Zahl gibt die Anzahl der Covid-19-Krankschreibungen pro 100.000 Berliner AOK-Versicherten an. Zeitraum: 1. März bis 31. Dezember 2020

Corona-Infektionsrisiko: Friseure und Verkäufer offenbar nicht überproportional gefährdet

Außerdem zeigt die Datenauswertung, dass sich Berliner Friseurinnen und Friseuere sowie Verkäuferinnen und Verkäufer seltener wegen Covid-19 krankschreiben ließen als der Durchschnitt. Der Durchschnitt aller Berufsgruppen liegt bei 1610 Krankschreibungen.

Beschäftigte im Gastronomieservice ließen sich sogar weniger als halb so häufig krankschreiben wie Berliner Durchschnitts-Beschäftigte, so die AOK Nordost. Auch Lehrkräfte in der Sekundarstufe haben mit 1811 Covid-19-Krankschreibungen pro 100.000 Berliner AOK-Versicherten der Datenanalyse zufolge kein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko.

Corona-Krankschreibungen in Berlin: Diese Berufe sind am wenigsten betroffen

  • Berufe im Friseurgewerbe (1455)
  • Berufe im Verkauf (1367)
  • Kassierer und Kartenverkäufer (964)
  • Berufe im Gartenbau (950)
  • Berufe für Post- und Zustelldienste (946)
  • Redakteure und Journalisten (842)
  • Berufe im Gastronomieservice (734)

* Die Zahl gibt die Anzahl der Covid-19-Krankschreibungen pro 100.000 Berliner AOK-Versicherten an. Zeitraum: 1. März bis 31. Dezember 2020

Corona-Infektionsrisiko: Nicht alle gefährdeten Gruppen haben bereits Impfangebot

„Nicht nur in Berlin, auch im gesamten Bundesgebiet haben Erzieherinnen und Erzieher laut unserer Analyse das höchste Infektionsrisiko aller Berufsgruppen. Es war daher eine richtige Entscheidung der Bundesregierung, diese Berufsgruppe in der Impfreihenfolge vorzuziehen“, sagte Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, angesichts der Ergebnisse.

In der Berliner „Top10“ der Berufe mit dem höchsten Infektionsrisiko finden sich überwiegend Beschäftigte in Gesundheitsberufen, die bereits ein Impfangebot erhalten haben oder zeitnah ein Impfangebot erhalten. Bei den Beschäftigten in der Lebensmittelherstellung auf Platz 7 und den Busfahrerinnen und Busfahrern auf Platz 8 ist das bislang anders – sie werden sich noch gedulden müssen, bevor sie eine Impfangebot bekommen.

Für die Datenanalyse wurden die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen der erwerbstätigen Berliner Versicherten der AOK Nordost von März bis Dezember 2020 berücksichtigt. Insgesamt wurden rund 4500 AU-Bescheinigungen mit einer Covid-19-Diagnose ausgewertet. Rund jeder Fünfte ist in Berlin bei der AOK Nordost versichert.

( BM )