Zwangsprostitution

Polizei-Razzia gegen deutsch-vietnamesische Schleuser

| Lesedauer: 5 Minuten
Alexander Dinger und Michaela Menschner
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz. Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg und Mitte im Einsatz.
Schlag gegen den organisierten Menschenhandel: Die Polizei ist mit einer Großrazzia in Lichtenberg, Hohenschönhausen und Mitte im Einsatz.

Die Bundespolizei war mit einer Razzia in Lichtenberg gegen Menschenhändler im Einsatz. Die mutmaßliche Banden-Chefin wurde verhaftet.

Berlin. Als die Bundespolizei am frühen Mittwochmorgen vor dem Hochhaus an der Landsberger Allee vorfuhr, die Türen öffnete und in eine Wohnung im siebten Stock eindrang, erfolgte der Zugriff zeitgleich noch an anderen Adressen. 160 Beamte durchsuchten sechs Objekte in Berlin und zwei weitere in Norddeutschland. Der Einsatz richtete sich gegen deutsch-vietnamesische Menschenhändler. Die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen liefen seit mehr als einem Jahr. Es geht um den Vorwurf des gewerbsmäßigen Schleusens. Darüber hinaus sollen Vaterschaftsanerkennungen sowie Scheinehen geschlossen worden sein. So sollten Aufenthaltstitel erlangt werden.

Das Haus an der Landsberger Allee, auf dessen Klingelschildern mehr als 170 Namen stehen, gilt dabei als ein Rückzugsort, ein „Safehouse“ der vietnamesischen Schleuser. Dort bringen sie Menschen unter – ohne Mietverträge und Aufenthaltserlaubnisse. „Das ist hier allen bekannt“, sagte ein Anwohner der Berliner Morgenpost. Die Ermittler glauben, dass aus diesem Rückzugsort heraus vor allem Frauen zur Arbeit in Massage- und Nagelstudios geschickt und zur Zwangsprostitution gezwungen werden. Die Prostitution soll auch in Wohnungsbordellen in dem Haus und an weiteren Adressen stattgefunden haben.

Razzia gegen Menschenhändler-Mafia: Hauptverdächtige saß bereits im Gefängnis

Als Hauptverdächtige gilt die 43 Jahre alte Vietnamesin L. Sie soll das System mit einer weiteren Vietnamesin (25) und einem Deutschen im Alter von 64 Jahren organisiert haben. Ihnen wird vorgeworfen, Vietnamesinnen illegal - zumeist über Polen - nach Deutschland gebracht und sie dann zur Prostitution gezwungen zu haben. Die Frauen sollten so ihre Schulden für die Einreise bei der 43-Jährigen abbezahlen.

Gegen die 43-Jährige wurde in einem Wohnungsbordell an der Landsberger Allee in Lichtenberg ein Haftbefehl vollstreckt, wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft bestätigte. "Die Hauptverdächtige befindet sich nunmehr in Untersuchungshaft", hieß es am Nachmittag. Die Frau soll bereits als Schleuserin vorbestraft sein und mehrere Jahre im Gefängnis gesessen haben. Zudem sei sie sehr polizeierfahren, heiß es. Bei dem Zugriff der Polizei waren in der Wohnung mehrere Erwachsene und Kinder.

Menschenhandel und organisierte Kriminalität in Berlin - lesen Sie auch:

Razzia in Berlin: Polizei durchsucht Bordell in Lichtenberg

Auch ein Bordell in einem Massagesalon an der Möllendorffstraße in Lichtenberg und eine Wohnung an der Straße Zum Hechtgraben in Hohenschönhausen wurden durchsucht. „Wir haben Hinweise darauf, dass sie auch als Bordelle benutzt wurden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Morgen. Weitere Einsätze der Bundespolizei fanden in Berlin-Mitte, Hamburg und Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein statt.

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In allen Objekten und Wohnungen wurden Personen, zum Teil mit unklarem Aufenthaltsstatus, angetroffen. Eine Frau hatte einen gefälschten Pass.

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Deutscher Tatverdächtiger soll an einem System von Scheinvaterschaften beteiligt sein

Der tatverdächtige Deutsche soll Inhaber des Massagestudios an der Möllendorffstraße sein. Ermittler glauben, dass es sich bei ihm um einen Strohmann handeln könnte. Früher habe auch dieses Studio der Hauptverdächtigen L. gehört. In dem Massagestudio soll sich auch ein Bordell befinden. Als die Polizei am frühen Morgen den Laden durchsuchte, hielt sich dort eine Person auf, die allerdings flüchtete, als sie die Polizei bemerkte.

Die Polizei geht auch Hinweisen nach, wonach der Deutsche an einem System von Scheinvaterschaften beteiligt sein könnte. Bei diesem System zahlen schwangere Frauen hohe Summen an deutsche Scheinväter, um ein Bleiberecht in Deutschland zu bekommen.

Hinweise, dass die geschleusten Vietnamesinnen zur Prostitution gezwungen werden, seien im Zuge anderer Ermittlungen und von anonymen Hinweisgebern aufgekommen. Die Ermittler stellten bei den Durchsuchungen umfangreiche Beweismittel, darunter verschiedene Unterlagen, Mobiltelefone, Computer und Datenträger sowie Ausweisdokumente sicher. Zudem wurden mehr als 7000 Euro Bargeld und 400 Gramm einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz beschlagnahmt. Die Beweismittel werden nun ausgewertet, die Ermittlungen dauern an.

BKA: Riesiges Schleuser-Netzwerk in ganz Europa tätig

Berlin gilt nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes als Drehscheibe vietnamesischer Menschenhändler in Westeuropa. Von zentraler Bedeutung sei dabei das Industrie- und Gewerbegebiet in Lichtenberg, auf dem sich auch viele vietnamesischstämmige Geschäftsleute angesiedelt haben, sagte Carsten Moritz, Referatsleiter Menschenhandel beim Bundeskriminalamt (BKA), kürzlich dem Sender RBB. Im Dong Xuan Center werden vor allem asiatische Produkte verkauft. Neben Restaurants befinden sich auch Friseurläden und Nagelstudios auf dem Grundstück.

Hinter den Schleusungen stecke, so das BKA, „ein riesiges Netzwerk“, dass „in ganz Europa aktiv“ sei und „gewaltige Summen“ umsetze. In Deutschland seien die vietnamesisch-stämmigen Gruppierungen, „die im Bereich des Menschenhandels und der Arbeitsausbeutung aktiv sind“, inzwischen im gesamten Bundesgebiet vertreten.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass wir nicht nur auf die schauen, die aufgrund ihres Macho-Gehabes in den politischen und medialen Fokus rücken. Bei allem Öffentlichkeitsdrang der Personen aus dem Bereich der Clankriminalität sollten wir beim Ressourceneinsatz nie vergessen, dass es auch andere Player in der Organisierten Kriminalität gibt, die schwerste Straftaten begehen", kommentierte der Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma, den Einsatz.

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