Buddy Bären

Trauer um „Bärenmutter“ Eva Herlitz

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Petra Götze
Eva Herlitz mit ihren selbstgestalteten goldenen Buddy Bären.

Eva Herlitz mit ihren selbstgestalteten goldenen Buddy Bären.

Foto: Stickforth / Buddy Bär Berlin GmbH

Die Erfinderin der Berliner Buddy Bären, Eva Herlitz, starb nach einem Sturz in ihrem Haus in Österreich. Michael Müller kondoliert.

Berlin. Die Nachricht kam vollkommen unerwartet: Eva Herlitz ist tot. Die „Bärenmutter“, wie sie sich selbst nannte, ist Ende Februar nach einem Sturz in ihrem Ferienhaus in Kitzbühel gestorben. Ihr Name ist untrennbar verbunden mit Berlins modernen Wappentieren, den Buddy Bären.

Eva Herlitz war Grundschullehrerin und Innenarchitektin, bevor sie mit ihrem Mann Klaus Herlitz im Jahr 2001 die Buddy Bär GmbH gründete. Die bunt bemalten Bärenskulpturen gehören seitdem zum Berliner Stadtbild. Eva Herlitz und ihr Mann Klaus machten sie zu populären Botschaftern für ein weltoffenes Berlin und für soziales Engagement: 152 individuell gestaltete Bären – jeder steht für ein Land der Welt – reisten als „United Buddy Bears“ um die Welt, warben für Toleranz und Völkerverständigung. Eva Herlitz Vision: „So vielfältig und bunt und friedlich, wie diese Bären zusammenstehen, so vielfältig und bunt und friedlich könnte auch das Zusammenleben der Menschen sein.“ Für diese Idee setzte sie sich unermüdlich auch in Berlin ein.

Die Open-Air-Ausstellungen der Bärenskulpturen von St. Petersburg bis Havanna verband sie mit Spendenaktionen und Versteigerungen zugunsten von Kinderhilfsorganisationen vor Ort. Mehr als zwei Millionen Euro konnten dadurch an Unicef und lokale Hilfsorganisationen auch in Berlin gespendet werden.

Reiste mit ihren Buddy Bären um die Welt

Eva Herlitz reiste mit ihren Buddy Bären um die Welt, unterstützte den Aufbau von Schulen und Krankenhäusern für Kinder in Malawi, Sierra Leone und Bolivien, blieb auch bei Problemen und Schwierigkeiten stets optimistisch, freundlich und hartnäckig. Ihr Motto: „Schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat!“ Ihre Energie schien unerschöpflich, wenn es darum ging, ein Spendenprojekt voranzutreiben, Unterstützer zu gewinnen oder privat einer Flüchtlingsfamilie nach dem Tod des Vaters zu helfen. Für ihr Engagement wurde sie mit dem Verdienstorden des Landes Berlin und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

„Mit Eva Herlitz hat Berlin eine Botschafterin verloren, die weltweit gewirkt und für unsere Stadt etwas Einzigartiges geschaffen hat“, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitag.

Eva Herlitz starb am 26. Februar im Krankenhaus in Innsbruck. Sie wurde 68 Jahre alt. Ihr Mann Klaus, mit dem sie 50 Jahre verheiratet war, und ihre drei Söhne sind der Universitätsklinik Innsbruck sehr dankbar, dass sie bis zum Schluss ohne Einschränkungen bei ihr bleiben konnten. Die Trauerfeier wird im engsten Kreis stattfinden.