Studie

So viel Fläche gibt es in Berlin noch für 1000 Euro Miete

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Für 1000 Euro Kaltmiete erhält man in Berlin laut Studie im Durchschnitt eine 69-Quadratmeter-Wohnung. Vor zehn Jahren waren es 120 Quadratmeter.

Für 1000 Euro Kaltmiete erhält man in Berlin laut Studie im Durchschnitt eine 69-Quadratmeter-Wohnung. Vor zehn Jahren waren es 120 Quadratmeter.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Vor zehn Jahren bekam man in Berlin für 1000 Euro eine 120-Quadratmeter-Wohnung. Mittlerweile sind es deutlich weniger Quadratmeter.

Berlin. Vor zehn Jahren haben 1000 Euro Miete noch für eine große Wohnung für die ganze Familie gereicht. Mittlerweile bekommt man für das gleiche Budget häufig nur noch zwei Zimmer. Das zeigt eine Analyse des Portals Immowelt für 36 deutsche Großstädte.

Den größten Rückgang der Wohnfläche gibt es demnach in Berlin. Während Mieter vor zehn Jahren im Mittel noch eine 120-Quadratmeter-Wohnung für eine Kaltmiete von 1000 Euro bekommen haben, reicht das derzeit nur noch für 69 Quadratmeter - eine Verringerung von 51 Quadratmetern (-43 Prozent) oder umgerechnet rund zwei Zimmer weniger.

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Mietendeckel in Berlin verursacht besondere Entwicklung

Durch die Einführung des Mietendeckels nehme die Hauptstadt allerdings auch eine Sonderrolle, heißt es in der Analyse. Denn seit Ankündigung des Gesetzes in 2019 spalte sich der Markt zunehmend: Die Angebotsmieten von regulierten Bestandswohnungen würden sinken, sodass Mieter wieder etwas mehr Fläche fürs Budget bekämen. Die Preise von Neubauten würden hingegen stark ansteigen.

Die starken Preisanstiege der vergangenen Jahre haben auch in München dazu geführt, dass Mieter Fläche einbüßen: In der bayerischen Hauptstadt sind es 34 Quadratmeter (-40 Prozent). Vor zehn Jahren haben 1000 Euro noch im Mittel für 85 Quadratmeter gereicht, also eine familientaugliche Wohnung. Inzwischen bekommen Mieter für das Budget nur noch eine kleine Zwei-Raum-Wohnung mit 51 Quadratmetern.

Ähnliche verhält es sich in Frankfurt, wo Mieter 27 Quadratmeter (-29 Prozent) weniger bekommen als 2010 - inzwischen reicht das Budget noch für 65 Quadratmeter. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass 1000 Euro inflationsbedingt 2010 noch eine höhere Kaufkraft hatten, heißt es in der Analyse.

Mieten steigen trotz Corona weiter

Der enorme Anstieg der Angebotsmieten hat laut Studie eine verstärkte Immobilität auf dem Wohnungsmarkt zur Folge. Denn selbst ein Wechsel in eine kleinere Wohnung führe nicht zwangsläufig zu einer geringeren Miete. Viele ältere Menschen blieben aufgrund mangelnder Anreize in ihren großen preiswerten Wohnungen - auch wenn sie den Platz eigentlich nicht mehr benötigen.

Selbst die Corona-Krise habe bisher zu keiner Entspannung am Mietmarkt geführt. Im Gegenteil: Die Angebotsmieten sind im vergangenen Jahr sogar noch weitergestiegen, für 1000 Euro bekommen Mieter nochmal weniger. Ein aktueller Jahresvergleich der Mieten verdeutlicht das. Da sich viele Deutsche aufgrund von Homeoffice und Homeschooling nach größeren Wohnungen umsehen, könnte die Preisentwicklung für große Wohnungen in Zukunft noch weiter an Fahrt gewinnen.

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Bis Ende 2021 werden die Mieten in den deutschen Großstädten aller Voraussicht nach weitersteigen. Die Mietpreis-Prognose des Portals geht von einer Erhöhung von bis zu 6 Prozent aus.

Datenbasis für die Berechnung der Wohnfläche in 36 ausgewählten deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern waren auf immowelt.de inserierte Angebote, die in den Jahren 2010 und 2020 angeboten wurden. Die Nettokaltmiete lag zwischen 900 und 1100 Euro. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Werte für die Wohnfläche stellen den Median über alle Angebote dar.

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( BM )