Corona-Pandemie

Michael Müller will bei Lockerungen für Berlin abwarten

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Baumärkte und Gartencenter: Wiedereröffnung

Baumärkte und Gartencenter: Wiedereröffnung

Die (Wieder-)Öffnung von Baumärkten und Gartencentern ist in allen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Dort, wo sich Nachbarländer nicht abstimmen, kann es zu Diskussionen kommen.

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Berlins Amtsärzte machen sich für baldige Öffnungen und lebensnahe Wege aus dem Lockdown stark. Berlins Senatschef ist zurückhaltend.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich zurückhaltend zu Forderungen geäußert, die Gartenbaumärkte in der Hauptstadt in der Corona-Krise rasch wieder zu öffnen. „Wir wollen auf jeden Fall erst mal die Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch abwarten und dann daraus folgend über Senats- und Parlamentsbeschlüsse sehen, was wir uns aufgrund unserer Infektionsentwicklung zutrauen können“, sagte Müller am Sonnabend. „Ich werbe nach wie vor für diesen besonnenen Berliner Weg, muss aber akzeptieren, wenn andere Bundesländer schnellere Angebote machen wollen. Es bleibt ein Abwägungsprozess.“

In Brandenburg dürfen Gartenbaumärkte am Montag wieder öffnen. In Berlin sind sie weiter zu, dort ist nur ein Abholen nach telefonischer Bestellung möglich. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg und die FDP forderten eine rasche Öffnung der Märkte auch in Berlin. „Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass sich Berlin selbst Ketten anlegt“, sagte Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands. „Wir haben keine Zeit für ideologische Diskussionen, die Betriebe sterben.“

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Corona in Berlin: Amtsärzte machen sich für Öffnungen stark

Auch Berlins Amtsärzte machen sich für baldige Öffnungen und lebensnahe Wege aus dem Lockdown stark. „Wir brauchen andere Instrumente als die Sieben-Tages-Inzidenz“, sagte Neuköllns Amtsarzt Nicolai Savaskan. Erst ab einem Wert unter 35 sind bisher umfassendere Lockerungen angedacht. Mit einem Frühwarnsystem und mehr Kompetenzen auf Bezirksebene könnte ein Öffnen in Berlin nach Meinung der Amtsärzte bereits bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 starten. Gegenwärtig liegt dieser Wert in Berlin bei 66,2.

Neben kostengünstigen Selbsttests plädieren die Amtsärzte für mehr Entscheidungshoheit der bezirklichen Gesundheitsämter. Zu ihren Vorschlägen gehören unter anderem proaktive Quarantäne-Regelungen, ein flexibleres Impfkonzept und angepasste Testmethoden.

Vom Corona-Lockdown betroffene Firmen können nun auch große Hilfsbeträge von mehr als zwei Millionen Euro beantragen. Hintergrund sind neue Vereinbarungen mit der EU, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Sonnabend mitteilte.

( BM )