Kriminalität

Ermittlungen wegen Hetz-Video zu Hanauer Anschlag

Ein Blaulicht an einer Polizeistreife.

Ein Blaulicht an einer Polizeistreife.

Foto: dpa

Hanau. Die Veröffentlichung eines Hetz-Videos im Internet im Zusammenhang mit dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau zieht Ermittlungen nach sich. Mit dem Vorgang seien die Berliner Polizei und das Polizeipräsidium Südosthessen befasst, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hatte gegen den Macher des Videos Strafanzeige gestellt und den Vorgang an den Staatsschutz weitergeleitet, wie die Stadt am Dienstag bekanntgab.

Das Video stammt auch nach Erkenntnissen der Polizei von einem rechtsextremen Aktivisten und Videoblogger. Darin verhöhne und diffamiere dieser unter anderem die Opfer des Anschlags.

"Ich bin wütend und schockiert, dass so ein Schund im Netz öffentlich zugänglich ist. Diesem rechten Hetzer und seinen rassistischen Aktivitäten muss sofort Einhalt geboten werden", erklärte Kaminsky. Er habe die Familien der Opfer über die Existenz des Videos informiert. Sie müssten wissen, "dass es das Video gibt und dass wir dagegen vorgehen", so der Oberbürgermeister.

Am Abend des 19. Februar 2020 hatte der 43-jährige Deutsche Tobias R. neun Menschen an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter tötete und anschließend sich selbst. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Am vergangenen Freitag war in Hanau bei einem Gedenken mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Opfer erinnert worden.

© dpa-infocom, dpa:210223-99-562918/2