Winter in Berlin

Viele Berliner zieht es ins Freie - das Eis hält nicht immer

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Menschen spazierten am Sonnabendmittag auf dem gefrorenen Schlachtensee. Ein Polizeiwagen fuhr am See entlang und warnte vor Betreten der Eisfläche - doch das hielt einige Spaziergänger nicht ab.

Menschen spazierten am Sonnabendmittag auf dem gefrorenen Schlachtensee. Ein Polizeiwagen fuhr am See entlang und warnte vor Betreten der Eisfläche - doch das hielt einige Spaziergänger nicht ab.

Foto: Petra Götze

Die Polizei und Feuerwehr warnen vor dem Betreten von Eisflächen. Mit einem Hubschrauber wird versucht, zugefrorene Seen zu räumen.

Berlin zeigt sich von seiner kalten Seite. Auch wenn tagsüber die Sonne scheint, bleibt es durchgehend frostig. Dennoch zieht es viele Berlinerinnen und Berliner nach draußen. Manche werden unvorsichtig.

Der Himmel war tagsüber an vielen Stellen blau, und auch die Sonne war hier und da zu sehen. Aber eisigkalt war es trotzdem. Am Samstagmorgen zuckten manche Berlinerinnen und Berliner wegen der Kälte erst einmal zusammen. Und auch danach blieb es frostig. Viele zog es trotzdem ins Freie, um den Wintertag zu genießen, im Wald spazieren zu gehen oder entlang der Spree - manche auch auf das Eis, das nicht immer hielt.

Schlachtensee: Menschen ins Eis eingebrochen

Die Berliner Polizei und Feuerwehr haben weiterhin vor dem Betreten von Eisflächen in der Hauptstadt am Wochenende gewarnt. Durch Sonnenstrahlen und Wasserströmungen könne auch vermeintlich fest anmutendes Eis brüchig und instabil sein, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag.

Auf dem Schlachtensee im Südwesten Berlins sind mehrere Menschen durch die Eisdecke eingebrochen. „Alle konnten sich selbst befreien“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auf dem Schlachtensee im Ortsteil Nikolassee (Steglitz-Zehlendorf) brach das Eis nach Polizeiangaben, als ein Vater und sein einjähriges Kind sich darauf bewegten. Sie kamen per Rettungswagen zur Kontrolle in ein Krankenhaus, seien aber wohlauf.

Bei zwei Männern hielt das Eis unweit der Fischerhüttenstraße nicht. „Sie standen knietief im Wasser“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Männer erlitten demnach keine Verletzungen. Bei Unfällen in eiskalten Gewässern würden die Betroffenen in der Regel in einem Rettungswagen aufgewärmt, wo sie ihre nasse Kleidung ablegen können, erklärte der Sprecher. Dort erfolge eine erste Untersuchung.

Polizei versucht, mit Hubschrauber zugefrorene Seen zu räumen

Am Nachmittag war ein Hubschrauber der Bundespolizei über dem Müggelsee im Einsatz, um Menschen auf dem Eis per Lautsprecher aufzufordern, ans Ufer zurück zu gehen. Auch über der Rummelsburger Bucht in Friedrichshain und über dem Weißen See im Ortsteil Weißensee (Pankow) kreiste er später und warnte zahlreiche Menschen, die zum Teil auch mit Fahrrädern und Schlitten auf dem Eis unterwegs waren, sich weiter dort aufzuhalten.

Auf dem zugefrorenen Teich im Dreipfuhlpark in Zehlendorf im Berliner Südwesten wurde Eishockey gespielt, genau wie auf der Eisfläche des kleinen Sees am Lauenburger Platz in Steglitz. Viele Rodler waren in Schöneberg an der Sternwarte unterwegs, um auszuprobieren, wie gut sie dort die Hänge nehmen konnten. Viele Berlinerinnen und Berliner waren auf dem schneebedeckten Tempelhofer Feld unterwegs.

Nacht zu Montag: Tiefsttemperaturen zwischen minus 12 und minus 20 Grad

Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) für das Wochenende in Berlin und Brandenburg können die Temperaturen in der Nacht zu Sonntag bis zu minus 16 Grad sinken. Während des Tages ist dann wieder Sonnenschein zu erwarten. Die Temperaturen kommen aber weiterhin nicht über den Gefrierpunkt. Sie erreichen maximal minus 3 bis 0 Grad. In der Nacht zu Montag wird es bei Tiefsttemperaturen zwischen minus 12 und minus 20 Grad sogar noch frostiger.

( dpa )