Corona-Forschung

1500 UKB-Beschäftigte nehmen an Antikörper-Untersuchung teil

Philipp Blanke

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Mit Untersuchungen über mehrere Monate hat das RKI die Corona-Ausbreitung bei Klinik-Beschäftigten erforscht. Nun liegen erste Ergebnisse vor.

Berlin. Mit Antikörper-Untersuchungen über mehrere Monate hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Ausbreitung und die Auswirkungen des Corona-Virus bei Klinik-Beschäftigten erforscht.

Auch das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) nahm an den Forschungen teil. Das UKB behandelt ebenfalls Covid-19-Erkrankte. Bis zum Abschluss der Antikörperuntersuchung wurden dort 300 stationäre Fälle behandelt. Davon mussten 125 auf Intensivstationen betreut werden. Die Beschäftigten des UKB waren über Monate intensiv dem Virus ausgesetzt.

Die Studie endete am 16.12.2020 und damit vor Beginn der bundesweiten Impfungen. Nun hat das UKB erste Ergebnisse zum Verlauf der SARS-CoV-2 Infektionen mitgeteilt.

Demnach wurden unter den Klinik-Teilnehmern der Studie nur 2,4 mal mehr Infektionen bekannt, als in der allgemeinen Bevölkerung Berlins. Bei 72% der Infizierten waren Antikörper nachweisbar. Die meisten der Antikörper-Träger hätten zudem von ihrer Infektion gewusst (84%). Auch nach über sechs Monaten seien noch Antikörper nachweisbar gewesen.

Keine stille Durchseuchung

Rund 1500 der insgesamt etwa 2500 UKB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an den Untersuchungen. Insgesamt hätten 5,3 Prozent aller Teilnehmer eine Corona-Infektion durchgemacht. Bei neun Mitarbeitenden wurden bei der Blutuntersuchung Antikörper gegen Corona gefunden, obgleich nie eine Covid19-Infektion festgestellt worden war. Offenbar hatten sie die Erkrankung ohne die typischen Krankheitssymptome durchgemacht.

Die meisten der Teilnehmer kamen aus dem Pflegedienst, gefolgt von ärztlichem und dem medizinisch-technischem Dienst. Am stärksten vertreten war die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Dr. Hajo Schmidt-Traub, Studienleiter im UKB erklärte: „Die letzten Monate haben gezeigt, dass durch intensive Schutzmaßnahmen im direkten Kontakt mit Corona-Erkrankten eine starke Ausbreitung des Virus verhindert werden kann. Die vielerorts erhoffte „tille Durchseuchung“ mit Ausbildung wirksamer Antikörper gegen das Virus sei jedoch ausgeblieben.