Berlin

Siemens Energy: IG Metall fürchtet um 500 Stellen in Berlin

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Blick in das Gasturbinenwerk an der Huttenstraße (Archivbild).

Blick in das Gasturbinenwerk an der Huttenstraße (Archivbild).

Foto: KITTY KLEIST-HEINRICH TSP / picture-alliance

Nach der Abspaltung vom Mutterkonzern schreibt der Siemens-Ableger schwarze Zahlen und will dennoch sparen. Das könnte auch Berlin treffen

Berlin. Der angekündigte Jobabbau bei Siemens Energy könnte auch den Standort Berlin empfindlich treffen. Die Gewerkschaft IG Metall teilte als Reaktion auf die vom Konzern angekündigten Sparmaßnahmen mit, um mehr als 500 Arbeitsplätze in der deutschen Hauptstadt zu fürchten. Das sei ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, sagte Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall am Dienstag. „Sie haben aktiv die Ausgliederung des Konzerns unterstützt und in der Pandemie sowohl die Produktion in den Werken als auch den Betrieb aus dem Homeoffice am Laufen gehalten“, so die Gewerkschafterin.

Zu Siemens Energy gehört in Berlin das Gasturbinenwerk an der Huttenstraße in Moabit und das Schaltwerk an der Nonnendammallee in Spandau. Auch der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in der Stadt. Zuletzt beschäftigte Siemens Energy in Berlin rund 4.800 Mitarbeiter. Siemens Energy hatte am Dienstagmorgen angekündigt, weltweit 7800 Stellen streichen zu wollen, rund 3500 davon in Deutschland. Mit dem Abbau reagiert Siemens Energy auch auf den Wandel im Energiemarkt hin zu erneuerbaren Energien.

Scharfe Kritik an "Aktionärsfreuden auf Kosten der Beschäftigten"

Die IG Metall in Berlin verurteilte die Pläne als „Aktionärsfreuden auf Kosten der Beschäftigten“. Mit diesem Kahlschlag wolle die Siemens Energy AG ihre Kosten reduzieren und bis 2023 seine Marge bereinigt von 6,5 Prozent auf 8,5 Prozent heben, so die Gewerkschaft.

„Für die Berliner Beschäftigten fordern wir, dass Siemens Energy die Kolleginnen und Kollegen auf künftig gebrauchte Stellen qualifiziert, anstatt die Arbeitsplätze einfach wegzustreichen“, sagte Regina Katerndahl. Die Gewerkschaft werde nun auch die vom Vorstand angedachten Maßnahmen überprüfen. Reines Kostendrücken ohne realen betrieblichen Nutzen dürfe es aus Sicht der IG Metall nicht geben, teilte die Gewerkschaft mit.

In Berlin zittern Siemens-Mitarbeiter nicht zum ersten Mal um ihre Arbeitsplätze. Zuletzt hatte der Siemens-Konzern Ende 2017 mitgeteilt, am Standort Stellenstreichungen im größeren Umfang vornehmen zu wollen. Damals stand sogar die Fertigung im Dynamowerk in Spandau, das zum Mutterkonzern, der Siemens AG, gehört, kurzzeitig vor dem Aus. Nach zum Teil lautstarken Protesten wurden die Pläne zurückgenommen, allerdings wurde die Beschäftigtenzahl von 700 auf 300 verringert.