Pohlestraße

Nach Evakuierungen in Köpenick: 240 Bewohner dürfen zurück

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Baugrube in Köpenick voller Wasser

Baugrube in Köpenick voller Wasser

In Berlin-Köpenick haben am Sonntagabend Bewohner von 18 Häusern ihre Wohnungen verlassen müssen, nachdem eine angrenzende Baugrube mit Wasser vollgelaufen war.

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Nach einem Wassereinbruch an der Pohlestraße in Köpenick sind Häuser einsturzgefährdet. Doch die Sicherungsmaßnahmen gehen voran.

Berlin. Nach einem Wasserschaden in Berlin-Köpenick und der Evakuierung 18 umliegender Häuser dürfen etwa 240 betroffene Bewohner am Dienstag zurück in ihre Wohnungen. „Die ersten Menschen sind wieder in ihren Wohnungen“, sagte eine Sprecherin des Bezirksamtes Treptow-Köpenick. Ein Teil der Pohlestraße sei wieder freigegeben.

„Mit allergrößtem Einsatz“ sei es dem Bezirksamt Treptow-Köpenick gemeinsam mit Stromnetz Berlin gelungen, die Stromversorgung an der Pohlestraße in fast allen Gebäuden wiederherzustellen, teilte das Bezirksamt mit. 150 Einsatzkräfte seien dauerhaft vor Ort.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) sagte am Dienstagvormittag im RBB-Inforadio: "Die ersten Anwohner können ab sofort wieder zurück, wir konnten einen Großteil der Pohlestraße wieder freigeben. Aber unmittelbar um die Baugrube herum, da gibt es noch keine Möglichkeit, in die Häuser zu kommen." Sechs Gebäude (Pohlestraße 7, 8, 10,11 und 12 sowie die Dorotheenstraße 13) seien daher weiter gesperrt, darunter die beiden einsturzgefährdeten (7 und 11) direkt an der Baugrube.

Die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis in den Abend hinziehen. Insgesamt 360 Bewohner waren bei Bekannten, Freunden sowie in zwei Hotels untergekommen.

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Köpenick: Einsturzgefährdetes Haus wird mit riesigen Holz-Dreiecken gestützt

Die Grubensicherung erfolge nun mit etwa 70 sandgefüllten sogenannten Big Packs. Um die Standsicherheit des Hauses mit der Nummer 11 zu erhöhen, werde die Giebelwand mit drei je 15 Meter hohen Holz-Dreiecken gestützt, hieß es vom Bezirksamt. Die Dreiecke werden demnach mit einem 40 Meter hohem Gondelkran in die Baugrube gebracht.

Das Bezirksamt teilte zudem mit, dass die Kita in der Müggelheimer Straße 22 ab dem 3. Februar 2021 wieder geöffnet sein werde.

Pohlestraße in Köpenick: Vom Einsturz bedrohte Häuser werden abgestützt

Schon in der Nacht zu Dienstag war an den Abstützmaßnahmen für die einsturzgefährdeten Häuser weitergearbeitet worden. Die Kranarbeiten würden andauern. Aus Sicherheitsgründen werde zunächst nur ein Teil der Straße freigegeben. Laut Bezirksbürgermeister gehe es auch um die Hauptversorgungsleitungen in unmittelbarer Nähe. Das Wasser aus der Grube sei abgepumpt worden.

Er sprach zugleich von einem „Desaster“. Wasser sei nicht allein das Problem an der Baustelle gewesen - „dass dort wirklich professionell gearbeitet wurde, daran bestehen ernsthafte Zweifel“, auch wenn der Bauherr dies abstreite. „Die Annahme, dass es an unsachgemäßen Bauarbeiten liegt, ist extrem hoch.“ Bereits zuvor erteilte Auflagen seien nicht umgesetzt worden.

Das Bezirksamt gehe bei der am Sonntag vollgelaufenen Grube von Baupfusch aus, hatte auch eine Sprecherin gesagt. „Der Grund war die unsachgemäße Ausführung einer Baustelle.“ Die zwei an der Grube angrenzende Häuser drohten laut Polizei abzusacken und eine Giebelwand abzubrechen. Das Bezirksamt schätzte ein, die Häuser seien einsturzgefährdet. Daraufhin mussten die Bewohner raus. Gas, Wasser, Strom und Wärme wurden laut Polizei und Bezirksamt auch in 17 weiteren Häusern abgestellt. Diese Bewohner konnten dort ebenfalls nicht länger bleiben.

Baugrube in Köpenick voller Wasser - 18 Häuser evakuiert
Baugrube in Köpenick voller Wasser - 18 Häuser evakuiert
( dpa/BM )