Vivantes und Charité

Neue Fälle der Corona-Mutation in Berlin

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Antikörper-Medikamente: So funktionieren sie

Das Bundesgesundheitsministerium hat 200.000 Dosen zweier Corona-Medikamente auf Antikörper-Basis gekauft. Doch was genau ist das überhaupt – und wem hilft’s?

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Vivantes plant die komplette Rückverfolgung des Virus im Krankenhaus. Gesundheitsministerium plant Schnelltests für zu Hause.

Berlin. Zwei neue Fälle der Coronavirus-Mutation sind am Vivantes Humboldt-Klinikum aufgetaucht. Demnach sind nach aktuellem Stand 24 Menschen in Reinickendorf mit B.1.1.7 infiziert. Dreizehn Patienten und elf Mitarbeiter sind betroffen, im Vivantes Klinikum Spandau werden zwei Patienten versorgt. Amtsarzt Patrick Larscheid hatte zuvor von 14 betroffenen Patienten und 10 Mitarbeitern berichtet.

Insgesamt konnten damit beim Klinikkonzern Vivantes in Reinickendorf und Spandau 26 Fälle der SARS-CoV2-Variante des Typs B.1.1.7 (Stand 26.01.2021) nachgewiesen werden. Auch ein Angehöriger und eine Nachbarin von positiv getesteten Patienten sind mit der neuen Variante infiziert.

Von den aktuell 452 Patienten und Patientinnen des Reinickendorfer Klinikums wurden alle abgestrichen, 64 wurden positiv auf das Coronavirus getestet - bei 24 Patienten wurde die Mutation nachgewiesen. Von den rund 1700 Mitarbeitenden des Klinikums haben bisher 1583 einen PCR-Test durchgeführt, 1486 wurden aktuell negativ auf das Coronavirus getestet und 26 positiv. Einige Testergebnisse stehen demnach noch aus. Es konnte bei elf Mitarbeitenden die Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen werden.

Arbeitsanläufe auf den Stationen des Humboldt-Klinikums nicht beeinträchtigt

Nach Angaben des Amtsarztes im Gesundheitsamt Reinickendorf, Patrick Larscheid, der mit dem Humboldt-Klinikum täglich in Verbindung steht, geht es den Menschen, die sich mit der Mutation infiziert haben, nicht schlechter als denen mit SARS-CoV2. "Es gibt auch viele, die gar keine Symptome zeigen", sagt Larscheid. Auch in Sachen Personal gebe es derzeit keine Probleme.

Zwar würden sich Pfleger und Pflegerinnen in Quarantäne befinden, das beeinträchtige die Arbeitsabläufe aber nicht. Sollte es doch soweit kommen, müssten die Verantwortlichen überlegen, Stationen zusammenzulegen.

Nach Angaben von Vivantes wurden seit dem 29. Dezember 2020 im Humboldt-Klinikum 400 Mitarbeitende geimpft. Über die Hälfte dieser Mitarbeitenden hat bereits die Zweitimpfung (vollständige Immunisierung) erhalten.

Vivantes will nun alle Menschen, die seit dem 1. Januar Kontakt zur Klinik hatten, auf das Virus testen lassen, um eine vollständige Nachverfolgung der Ausbreitung zu erhalten.

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Corona: Mutation auch an der Charité - Betroffener in Isolation

Neben Vivantes in Spandau meldete auch die Charité am Montag einen Fall der Mutation B.1.1.7 des Coronavirus. Die Probe wurde nach Abgaben eines Sprechers der Universitätsklinik von einer „symptomatischen Person“ in der Zentralen Notaufnahme der Charité genommen. Die Person befinde sich auf einer Covid-19 Normalstation in Isolation und werde dort behandelt.

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In Berlin hat die Verteilung von 3,5 Millionen medizinischen Masken begonnen. Wie der Sprecher der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales, Stefan Strauß, am Montag mitteilte, ist die Auslieferung an die Bezirke bereits am Montag abgeschlossen worden, die dann die Verteilung organisieren. Jeweils fünf kostenlose Masken stehen für hilfebedürftige Menschen zur Verfügung. Einen Anspruch haben nach Angaben des Sprechers nicht nur die rund 682.600 Bedürftigen mit „berlinpass“, den Empfängern von Sozialhilfe und Hartz-IV-Leistungen, sondern auch Bafög-Empfänger oder Azubis, die Ausbildungsbeihilfe erhalten.

Lieferung weiteren Impfstoffs in dieser Woche

Die Gesundheitsverwaltung hat am Montag einen aktualisierten Lieferplan für die bislang zwei genehmigten Impfstoffe erhalten. Demnach erwartet Berlin in dieser Woche 23.400 Impfdosen von Biontech/Pfizer. In der kommenden Woche sind es 29.250. Ab der sechsten Kalenderwoche will das Pharmaunternehmen jeweils 35.100 Dosen nach Berlin liefern.

Von der schwedisch-britischen Firma Moderna werden in dieser Woche 3600 Impfdosen erwartet. Danach steigern sich die Lieferungen langsam. Ab der 8. Kalenderwoche sollen 30.000 Impfdosen in Berlin ankommen. Nach Angaben des Unternehmens zeigt sich der Wirkstoff auch erfolgreich gegen die neuen Varianten aus Großbritannien und Südafrika. Wieviel Dosen Berlin vom dritten Impfstoff - AstraZeneca - erhält, ist noch unklar, da das Medikament erst kurz vor der Zulassung steht.

Bundesgesundheitsministerium plant Zugang zu Heimtests

Um die Infektionszahlen weiter zu senken, sollen die Bürger bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der „Medizinprodukte-Abgabeverordnung“, wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern.

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist nach Unternehmensangaben auch bei den zuerst in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten neuen Virusvarianten wirksam. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass die zweimalige Impfung zu neutralisierenden Antikörpern gegen die bisher entdeckten Virusvarianten führe, teilte Moderna mit. Das gelte für die zunächst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7 und die in Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351.

Der Senat wird sich am Dienstag erneut mit Corona beschäftigen. Berlin wird demnach die Homeoffice-Regelung des Bundes übernehmen und keine eigene Regelung beschließen.


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