Prozesse

Gefälschte Ausweise bestellt und verkauft: Geständnis

Berlin. Weil er einen Handel mit gefälschten Dokumenten betrieben haben soll, steht ein 39-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Der Mann soll sich laut Anklage gefälschte kroatische, slowakische, italienische und griechische Personalpapiere, Führerscheine und Aufenthaltstitel verschafft und diese an Besteller weiterverkauft haben. Dabei habe er mit seinem gesondert verfolgten Bruder agiert. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn am Donnerstag, sein Mandant gebe die Vorwürfe zu.

Von 25 Fällen der Urkundenfälschung in der Zeit von August 2019 bis Juni 2020 geht die Staatsanwaltschaft aus. Bei einigen Taten habe sich der 39-Jährige zudem des Einschleusens von Ausländern schuldig gemacht. Er und sein Bruder hätten den Kontakt zu Interessenten für Falschpapiere hergestellt, von diesen notwendige Daten und Fotos bezogen und die Fälschungen durch Unbekannte herstellen lassen. Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass die Besteller die Fälschungen einsetzen würden, um über ihre Identität und Staatsbürgerschaft zu täuschen und als angebliche EU-Bürger im Bereich der EU leben und arbeiten zu können, so die Staatsanwaltschaft.

Zudem soll der Angeklagte in vier Fällen an Personen, die sich illegal in Deutschland aufhielten, gegen Entgelt Unterkünfte und Beschäftigungsverhältnisse vermittelt haben. In Juni 2020 wurde er festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Nach einem Verständigungsgespräch zwischen allen Prozessbeteiligten hat das Gericht dem 39-Jährigen im Falle eines Geständnisses eine Strafe von maximal vier Jahren und drei Monaten in Aussicht gestellt. Der Prozess wird am 19. Januar fortgesetzt.