Gesundheit

Corona-Impfungen beim Berliner Krankenhauspersonal laufen

Krankenhauspersonal wartet im Rahmen der Mitarbeiter-Impfung auf die Impfung gegen das Coronavirus.

Krankenhauspersonal wartet im Rahmen der Mitarbeiter-Impfung auf die Impfung gegen das Coronavirus.

Foto: dpa

Berlin. Die Impfungen des Berliner Krankenhauspersonals gegen Covid-19 gehen auch in dieser Woche weiter. Nach den 2000 Dosen der Vorwoche hätten die Kliniken diese Woche 5000 weitere bekommen, teilte die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage mit. Künftig sollen es wöchentlich 15 Prozent der landesweiten Biontech-Lieferungen sein. Die Verteilung der noch relativ geringen Impfstoffmengen richtet sich nach dem Anteil an der Versorgung von Covid-19-Patienten.

Am Mittwoch begann etwa am Krankenhaus Bethel Berlin in Lichterfelde die Impfaktion; 66 Impfdosen stehen dort zunächst zur Verfügung. "Ich freue mich auf die Impfung", sagte der Pandemie-Beauftragte der Klinik, Hans Weigeldt - noch bevor er von der Betriebsärztin den Piks in den Oberarm bekam. "Das ist jetzt ein Meilenstein - ein Zeichen, es geht voran." Noch wache er morgens regelmäßig mit der Frage auf, ob er Covid-19-Symptome verspüre, schilderte der Oberarzt.

Auf rund 80 Prozent schätzte Weigeldt die Impfbereitschaft bei den Mitarbeitern im Haus, die für die Impfung in Frage kommen, etwa weil sie auf Covid-19-Stationen arbeiten. Priorisiert werde darüber hinaus nach Alter. "Die Bereitschaft nimmt täglich zu", berichtete der Mediziner. Angesichts der hohen Zahl an Impfdosen, die weltweit schon verabreicht wurden, wachse das Vertrauen. "Die schon bekannten Spätfolgen von Covid-19 sind sicherlich schlimmer als die von manchen befürchteten Langzeitfolgen der Impfung", argumentiert Weigeldt.

Auch nach den Impfungen gelte es für das Personal im Krankenhaus, wachsam zu bleiben. "Wir können nicht so schnell sagen: Uns kann nichts passieren. Sondern wir müssen die strengen Hygienemaßnahmen aufrechterhalten und uns auch weiter regelmäßig testen lassen." Es dauere nach dem Piks mindestens 14 Tage, bis ein gewisser Schutz vor der Erkrankung vorliege. Zudem sei unklar, ob Geimpfte im Fall einer Infektion ohne Krankheitssymptome den Erreger weitergeben können.

Die nötige zweite Impfdosis werde von der Gesundheitsverwaltung zurückgelegt. "Wir hoffen, dass wir die zweite Dosis für die 66 Mitarbeiter genau in drei Wochen bekommen", sagte Weigeldt.

Wer die Krankheit schon hinter sich hat, werde nicht geimpft, erklärte der Pandemie-Beauftragte. Das betreffe 90 der etwa 400 Mitarbeiter mit Impfanspruch. In den vergangenen zwei Wochen seien aber keine neuen Fälle in den eigenen Reihen mehr bekannt geworden. "Wir haben uns gefragt, woher kommen die Infektionen denn noch? Ist das schon die mutierte Variante?"

An zwei Punkten sei die Klinik dann noch strenger geworden: "Beim Betreten eines Raumes wird jetzt konsequent zwei Minuten stoßgelüftet, gekippte Fenster reichen nicht." Zudem seien besser am Gesicht anliegende FFP2-Masken beschafft worden; Mitarbeiter könnten jetzt das Modell wählen.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Berlin bislang rund 11 000 Menschen aus beruflichen Gründen geimpft worden, insgesamt sind für Berlin mehr als 35 000 Impfungen gemeldet.