Verkehr

Wetterexperten warnen vor Glatteis in Berlin

| Lesedauer: 6 Minuten
Ein Streufahrzeug der Stadtreinigung war im Einsatz.

Ein Streufahrzeug der Stadtreinigung war im Einsatz.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Gefrorene Böden können am Mittwochmorgen zu glatten Straßen führen. Der Deutsche Wetterdienst mahnt zur Vorsicht.

Berlin. Am Mittwoch müssen sich Autofahrer in Berlin und Brandenburg auf glatte Straßen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst hat am Dienstagabend eine amtliche Warnung vor Glatteis ausgegeben. "Dort wo es in den Abendstunden noch Niederschlag gegeben hat, gibt es teils erheblich Glätte durch überfrierende Nässe", teilten die Meteorologen auf Twitter mit. Autofahrten sollten laut DWD vermieden werden. Die Warnung vor Glatteis gilt bis 9 Uhr, eine weitere vor Glätte bis 10 Uhr.

Auch die Verkehrsinformationszentrale Berlin warnte am Morgen vor Glatteis. "Bitte Vorsicht auf den Straßen, Geh- und Radwegen in Berlin und Brandenburg."

Laut DWD sind bei zwei bis vier Grad auch Schneeschauer möglich. Ab den Nachmittagsstunden erwarteten die Meteorologen teils kräftigen Schneefall mit Sichtbehinderungen und Mengen zwischen einem und drei Zentimetern sowie erneuter Glättegefahr.

Glatteis in Berlin: Auto überschlägt sich in Kladow

Ein Auto ist gegen Mitternacht auf der Uferpromenade in Kladow (Spandau) in einer Kurve nach links abgekommen, gegen einen Baum geprallt und hat sich anschließend überschlagen. Der Pkw blieb auf dem Dach liegen. Der 20 Jahre alte Fahrer soll auf glatter Straße zu schnell gefahren sein und deswegen die Kontrolle über sein Auto verloren haben, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Bei dem sogenannten Alleinunfall wurden der Autofahrer und drei weitere Insassen verletzt. Die vier Insassen wurden von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer und sein 19 Jahre alter Beifahrer erlitten leichte Verletzungen im Rumpfbereich und wurden nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Die beiden anderen 19- und 20-jährigen Insassen wurden am Kopf und Rumpf schwer verletzt. Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 2 übernahm die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang.

Schnee und Eis sorgen für Unfälle auf Brandenburger Autobahnen

Schnee und Eis sorgten für mehrere Unfälle auf Autobahnen und anderen Straßen in Brandenburg. Die Polizei zählte am Dienstagabend (zwischen 20.30 und 23.30 Uhr) auf den Autobahnen 24 und 19 insgesamt acht Unfälle wegen Blitzeis, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord am Mittwoch sagte.

Auf der A24 bei Pritzwalk (Landkreis Prignitz) überschlug sich ein Wagen. Der 42 Jahre alte Fahrer und eine 33-Jährige Mitfahrerin wurden leicht verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Laut Polizei war der Fahrer zu schnell unterwegs. Es entstand ein Schaden von 20.000 Euro.

Auf der A19 kippte bei Wittstock/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) ein mit Holzstämmen beladener Lastwagen um. Die Ladung habe sich auf der gesamten Fahrbahn verteilt, sagte die Polizeisprecherin. Der 38 Jahre alte Fahrer hatte demnach auf der winterglatten Fahrbahn die Kontrolle über den Lkw verloren. Vermutlich war auch er zu schnell unterwegs. Wenig später kam auf der entgegensetzten Fahrtrichtung ebenfalls bei Wittstock/Dosse ein Lastwagen von der Straße ab und kippte um. Auch hier verlor der 62-jährige Fahrer vermutlich die Kontrolle über seinen Wagen. In beiden Fällen blieben die Fahrer unverletzt.

Am Dreieck Nuthetal (Landkreis Potsdam-Mittelmark) geriet ein Auto ins Schleudern, als es auf die A115 fuhr. Das Auto prallte erst gegen die rechte und anschließend an die linke Leitplanke. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann auf glatter Straße mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei, teilte die Polizeidirektion West mit. Der 30-jährige wurde demnach leicht verletzt und erlitt einen Schock. Sein Wagen wurde abgeschleppt, zwei nachfolgende Autos fuhren in die Trümmerteile und wurden beschädigt. Sachschaden laut Polizei: insgesamt 50.000 Euro.

Bei Schönewalde (Landkreis Elbe-Elster) kam am Mittwochmorgen gegen 4.00 Uhr ein Auto von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Auch hier war vermutlich Glätte die Ursache, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd sagte. Die 26-Jährige wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Auto war nicht mehr fahrbereit.

Glätte und Glatteis in Berlin - der Wetterbericht des DWD im Detail

  • Mittwoch, 13. Januar: Vielfach stark bewölkt bis bedeckt mit einzelnen Schneeschauern. Am Nachmittag und Abend von Mecklenburg-Vorpommern her rasch südwärts ausgreifendes Niederschlagsband, meist als Schnee mit Glättegefahr und Sichtbehinderungen. Höchstwerte 2 bis 4 Grad. Weiter zunehmender Westwind. Ab dem späten Vormittag häufig Windböen (Bft 7). Am Nachmittag mit dem Niederschlagsband Winddrehung auf Nordwest und einzelne stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8), Sturmböen bis 80 km/h (Bft 9) nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag viele Wolken und weitere, teils auch kräftige Schneeschauer. Tiefstwerte +1 bis -2 Grad, vielerorts Glättegefahr. Zunächst noch frischer und in Böen starker bis stürmischer Wind. In der zweiten Nachthälfte von Norden nachlassender Wind.
  • Donnerstag, 14. Januar: Stark bewölkt bis bedeckt, vereinzelt Schneeschauer. Höchsttemperatur 0 bis 2 Grad. Anfangs mäßiger, im Tagesverlauf meist schwacher Nordwestwind. In der Nacht zum Freitag wechselnd bis stark bewölkt. Gelegentlich etwas Schnee mit Glätte. Tiefsttemperatur -1 bis -3 Grad. Schwacher Wind aus Nordwest bis Nord.
  • Freitag, 15. Januar: Meist stark bewölkt oder bedeckt. Gelegentlich etwas Schnee, vor allem nach Süden. Höchstwerte um den Gefrierpunkt. Schwacher Wind aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Sonnabend zunächst stärker bewölkt, später auch größere Wolkenlücken. Nur anfangs im Süden noch etwas Schnee. Gebietsweise mäßiger Frost bei Tiefstwerten zwischen -4 Grad und -7 Grad. Schwachwindig.

Die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes finden Sie auch auf der Seite des DWD.

( BM/dpa )