Prozesse

Prozess gegen Clanchef: Zeuge Bushido wird weiter befragt

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt im Gerichtssaal.

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt im Gerichtssaal.

Foto: dpa

Berlin. Im Prozess gegen einen Berliner Clanchef und drei seiner Brüder soll am heutigen Morgen (9.30 Uhr) die Befragung von Rapper Bushido als Zeuge fortgesetzt werden. Der Musiker (42) ist in dem Prozess am Berliner Landgericht auch Nebenkläger. Den vier Mitglieder einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie werden Straftaten zum Nachteil Bushidos vorgeworfen, nachdem dieser 2017 die Geschäftsbeziehungen zu Clanchef Arafat A.-Ch. aufgelöst habe. Dieser habe die Trennung laut Anklage aber nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt die Zahlung von angeblichen Schulden beziehungsweise die Beteiligung an dessen Musikgeschäften in Millionenhöhe gefordert. Bushido sei demnach bedroht, beschimpft, in einem Büro eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten Arafat A.-Ch. versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vor.

Am elften Tag seiner Zeugenaussage hatte Bushido im Dezember erklärt, er sei bereit gewesen, 1,8 Millionen Euro zu zahlen, um die Trennung zu erreichen. Der Clanchef sei jedoch nicht darauf eingegangen. Arafat A.-Ch. habe ihn "psychisch geknickt". Was ihm im Januar 2018 in dem Büro angetan worden sei, habe ihn "traumatisiert", so der Musiker. Seine Ehefrau habe dann Kontakt zum Landeskriminalamt aufgenommen. Weitere Verhandlungstage sind zunächst bis Ende April vorgesehen.