Naturschutz

Nabu ruft Berliner zum Zählen von Wintervögeln auf

Von Freitag bis Sonntag findet wieder die Vogelzählaktion statt. In diesem Jahr gilt das besondere Interesse der Blaumeise.

Eine Blaumeise.

Eine Blaumeise.

Foto: picture alliance / Zoonar

Berlin. Zur Untersuchung des Wintervogel-Vorkommens in Deutschland sind wieder Beobachtungen von Naturliebhabern gefragt. Eine Vogelzählaktion des Naturschutzbundes (Nabu) geht von Freitag bis Sonntag in die elfte Runde, wie die Organisation ankündigte. Wer an der "Stunde der Wintervögel" teilnehmen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang im Auge behalten, welche Vögel sich in welcher Anzahl an einem Ort wie Balkon, Garten oder Park zeigen.

Die Daten kann man dann telefonisch, im Internet oder mit einer Nabu-App melden. Seit vielen Jahren ist bei der Aktion der Spatz der am häufigsten gesichtete Vogel Berlins. Dahinter sind auf der Rangliste immer wieder auch Veränderungen zu beobachten. In diesem Jahr interessiert sich der Nabu insbesondere für Blaumeisen. Hintergrund ist eine durch ein Bakterium ausgelöste Epidemie im vergangenen Frühjahr. Diese sorgte den Naturschützern zufolge für den Tod Tausender Blaumeisen. Die Frage ist nun, ob immer noch ein Effekt spürbar ist.

Vogelzählaktion: 2020 waren 3700 Berliner dabei

Im Vorjahr beteiligten sich nach Angaben des Nabu Berlin rund 3700 Berliner an der Aktion, sie zählten mehr als 80.000 Vögel. Bundesweit waren es mehr als 143 000 Teilnehmer. "Nur weil so viele Leute mitmachen, können die Datenreihen Anhaltspunkte zu Bestandsentwicklungen liefern", erklärte Artenschutzreferent Ansgar Poloczek vom Nabu Berlin. Eine Erkenntnis aus den bisherigen Zählungen sei, dass in kalten und schneereichen Wintern deutlich mehr Vögel in die Nähe des Menschen kommen. "Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen", hieß es.

Gerade in Zeiten des Lockdowns rechnen die Veranstalter mit einer hohen Beteiligung: Die Erfahrung vom Frühjahr 2020 habe gezeigt, dass die Natur vor der Haustür wieder mehr wahrgenommen und geschätzt werde.

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