Pandemie

Impfungen gegen Corona: Tausende Berliner erhalten Einladung

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Joachim Fahrun
Ein Bundeswehr-Soldat läuft durch das Corona-Impfzentrum in der Arena.

Ein Bundeswehr-Soldat läuft durch das Corona-Impfzentrum in der Arena.

Foto: Paul Zinken/dpa

Start der Immunisierung für über 90-Jährige. Debatte um die Verlängerung des Lockdowns und den Umgang mit den Schulen.

Berlin. In Berlin beginnen an diesem Montag im Impfzentrum in der Arena Treptow die Immunisierungen der über 90-Jährigen. Es würden aber weniger sein als zunächst angenommen, sagte die Sprecherin des gemeinsamen Impfprojektes der Berliner Hilfsorganisationen, Regina Kneiding, am Sonntag der Morgenpost.

Das Ziel von 600 Impfungen für die Hochrisikogruppe werde am ersten Tag noch nicht erreicht. Das Einladungsverfahren laufe noch. Am Dienstag und Mittwoch werde es dann richtig losgehen. Nach Angaben eines Sprechers der Senatsverwaltung für Gesundheit wurden bislang rund 2500 Einladungen an Berlinerinnen und Berliner, die über 90 Jahre alt sind, verschickt. 7000 Einladungen sind insgesamt geplant.

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Das Sozialwerk des Deutschen Roten Kreuzes Berlin, der Senat und die Taxiinnung haben sich auch auf das Verfahren verständigt, um die alten Menschen kostenfrei von zu Hause ins Impfzentrum und wieder zurück zu bringen. Die Impf-Kandidaten müssen ihr Taxi unter der Telefonnummer 030/202020 bestellen. Das Einladungsschreiben gilt als Fahrschein. Die Taxifahrer bekommen an der Arena den für Krankenfahrten üblichen gelben Zettel, die Tour wird pauschal mit 20 Euro vergütet. Die Kosten übernimmt das Land Berlin.

Coronavirus: 14.616 Berliner wurden bislang geimpft

Die Zahl der geimpften Berlinerinnen und Berliner ist nach Daten des Robert-Koch-Instituts am Wochenende um weitere 1443 Personen auf jetzt insgesamt 14.616 gestiegen. Die meisten dieser Impfungen (1151) erhielten Bewohner von Pflegeheimen durch mobile Teams, die übrigen waren medizinisches oder Pflegepersonal.

In der Debatte um die Verlängerung des Lockdowns und den Umgang mit den Schulen geht man im Berliner Senat davon aus, dass die Einschränkungen fortgesetzt werden. Die derzeitigen Infektionszahlen seien wegen der Feiertage nicht wirklich aussagekräftig, hieß es. Es wird damit gerechnet, dass die Schulen mindestens noch bis zum 17. Januar geschlossen bleiben. Der Senat hat am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz die Lage vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag beraten. Die Gespräche dauerten bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch an.

Berliner Grüne fordern eine mehrwöchige Perspektive für Schüler

Die Berliner Grünen fordern eine mehrwöchige Perspektive für Schüler, Lehrkräfte und Eltern. „Dafür brauchen wir regemäßige Schnelltests an den Schulen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel am Sonntag der Berliner Morgenpost. Man müsse „technische Hilfsmittel“ einsetzen, bis alle durchgeimpft sind. Das geschehe im Sport oder bei Filmdrehs auch. Es müsse zudem diskutiert werden, ob man nicht die vom 1. bis 6. Februar geplanten Winterferien verschieben sollte, sagte Gebel.

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ruft zu Vorsicht auf

In der Debatte um die Wiederaufnahme des Schulunterrichts rief Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zu großer Vorsicht auf. „Die Infektionszahlen sind weiter besorgniserregend hoch, und es ist noch unklar, welche Auswirkungen Treffen an den Weihnachtstagen und über den Jahreswechsel auf das Infektionsgeschehen haben“, sagte sie der Berliner Morgenpost. „Eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen ist daher in diesen Tagen nicht vorstellbar, so sehr dies natürlich im Sinne der Schüler und ihrer Eltern wünschenswert wäre.“

Die Frage, wie mit Kitas und Grundschulen umgegangen werde, könne nicht rein nach Infektionsschutzgesichtspunkten entschieden werden, betonte Karliczek. Hier sei eine umsichtige politische Abwägung nötig.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), deren Länder stark von der zweiten Infektionswelle betroffen sind, fordern eine Lockdown-Verlängerung um weitere drei Wochen bis Ende Januar. Bislang sind die harten Einschränkungen bundesweit bis 10. Januar geplant.