In eigener Sache

Cyber-Angriff auf FUNKE Mediengruppe hält weiter an

| Lesedauer: 2 Minuten

Morgenpost-Chefredakteurin Christine Richter informiert und bedankt sich für das entgegengebrachte Verständnis.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie bereits mehrfach berichtet, ist die Funke Mediengruppe, zu der auch die Berliner Morgenpost gehört, am Dienstag Opfer eines schweren externen Hackerangriffs geworden. Dieser Angriff hält unvermindert hart an. Betroffen sind zahlreiche zentrale Computersysteme an allen Funke-Standorten in Deutschland. Viele Medien berichten bundesweit und schildern die ungeheure Dimension der Attacke, bei der die Täter die Daten auf den IT-Systemen verschlüsselten und vorerst unbrauchbar machten.

Die Funke Mediengruppe setzte nach dem Angriff sofort eine Taskforce aus Technik-Experten ein, die seitdem unter Hochdruck nach Lösungen suchen. Eingeschaltet wurden auch Staatsanwaltschaft und Datenschutz-Behörden, das Landeskriminalamt leitet die Ermittlungen. Um weitere Schäden an der Technik zu verhindern, wurden sämtliche IT-Systeme heruntergefahren.

Damit sind alle Redaktionssysteme und die gesamte Technik für die Zeitungsproduktion ausgeschaltet, ein ansatzweise normales Arbeiten ist aktuell nicht möglich. Die Zeitungsseiten werden, vielerorts im Homeoffice, quasi von Hand gebaut. Alle Texte und Überschriften werden in Telefonaten zwischen Mediengestaltern und Redaktion Wort für Wort abgestimmt, Fotos sehr aufwendig eingearbeitet. Ähnlich kompliziert verhält es sich in den Druckereien. Dies sind, zudem in Zeiten der Corona-Pandemie, die schwierigsten Produktionsbedingungen, die die Berliner Morgenpost in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten erlebt. Deshalb ist es derzeit unmöglich, Ihnen die Berliner Morgenpost in gewohnter Qualität und gewohntem Umfang zu liefern. Um trotzdem umfassend und aktuell aus unseren Städten und Regionen zu informieren, haben wir das gesamte Online-Angebot unter www.morgenpost.de kostenlos freigeschaltet.

Dass angesichts dieser Situation heute überhaupt eine Berliner Morgenpost mit 20 Seiten gedruckt und als E-Paper veröffentlicht werden konnte, ist der herausragenden Leistung aller beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken, die auch über Weihnachten intensiv im Einsatz waren und bei denen ich mich hiermit ausnahmsweise öffentlich bedanken möchte. Herzlich danken möchte ich auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser! Es gab fast keine Beschwerden – im Gegenteil, sehr viele von Ihnen haben sich an uns gewandt und uns den Rücken gestärkt, uns Mut zugesprochen.

Wir alle hoffen, dass dieser Spuk bald vorbei ist. Bis dahin werden unsere Redaktionen und alle beteiligten Abteilungen weiterhin alles tun, um Ihnen in dieser extremen Lage die bestmögliche Berliner Morgenpost zu liefern. Versprochen! Und nochmals vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Ihre Christine Richter, Chefredakteurin