Denkmäler

Mahnmalkonzept für Kommunismus-Opfer fertig: Standort unklar

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dpa
Monika Grütters (CDU) spricht zur Vorstellung eines Konzeptes für das Mahnmal für Opfer des Kommunismus.

Monika Grütters (CDU) spricht zur Vorstellung eines Konzeptes für das Mahnmal für Opfer des Kommunismus.

Foto: dpa

Berlin. Für das vom Bundestag beschlossene Mahnmal für die Opfer von kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland ist noch kein Standort gefunden. Es werde "ein repräsentativer Standort im Zentrum Berlins empfohlen", heißt es in dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Konzept für das Mahnmal. "Dieser wurde bislang noch nicht gefunden."

Sobald der Ort feststeht, soll in einem Wettbewerb über die künstlerische Gestaltung des Mahnmals entschieden werden. Im Gespräch sind aktuell unter anderem eine Rasenfläche unweit von Bundestag und Kanzleramt und zwei Grundstücke, die der Stadt gehören. Der Grundstein könnte am 17. Juni 2023 gelegt werden, wenn sich der Arbeiteraufstand in der DDR zum 70. Mal nach 1953 jährt.

Der Bundestag hatte vor einem Jahr beschlossen, mit einem Mahnmal an die Opfer des Kommunismus zu erinnern. Damit soll der Opfer und ihrer Verfolgung gedacht und die Erinnerung an Unrecht und Verbrechen wachgehalten werden.

Als Bezeichnung sieht das Konzept "Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland" vor. Als Widmung wird vorgeschlagen: "Im Gedenken an das Leid und in Achtung der Würde der Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland".

Das Mahnmal "Mitgefühl und Empathie für die Opfer" bewirken und "Gefahren kommunistischer Herrschaft sowie deren Auswirkungen auf den Einzelnen aufzuzeigen", so das 19 Seiten umfassende Konzept von Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft. Diese arbeiteten dafür mit einem Beirat unter Vorsitz der früheren Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht, zusammen.

Zudem soll das Mahnmal "die Legitimität des demokratischen Widerstands gegen jegliche Form des Machtmissbrauchs durch den Staat" hervorheben und an nachfolgende Generationen appellieren, "sich für die Bewahrung von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen".

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) übergab das Konzept an die Vorsitzende des Bundestagskulturausschusses, Katrin Budde (SPD). Das Mahnmal solle "der Verharmlosung kommunistischer Strukturen entgegenwirken" und das Bewusstsein für die Bedeutung der Demokratie stärken, sagte Grütters. "Vor allem, da wir immer wieder erleben müssen, wie unser demokratischer Rechtsstaat gering geschätzt oder in Frage gestellt wird." Die Folgen für die Opfer und ihre Angehörigen wirkten bis heute fort.

( dpa )