Verkehr in Berlin

Radschnellwege: Verkehrsverwaltung gibt neue Routen bekannt

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Am Bahnhof Pankow muss der Radschnellweg Panke-Trail über eine stark befahrene Kreuzung geführt werden - dafür braucht es eine weitere Brücke.

Am Bahnhof Pankow muss der Radschnellweg Panke-Trail über eine stark befahrene Kreuzung geführt werden - dafür braucht es eine weitere Brücke.

Foto: Thomas Schubert

Für den Panke-Trail und drei Radschnellwege im Nordwesten liegen die Vorzugsrouten vor. Die Kosten betragen mehr als 100 Millionen Euro

Berlin. Die Senatsverkehrsverwaltung hat am Freitag die Machbarkeitsstudien für vier weitere Radschnellverbindungen veröffentlicht. Damit liegen nun auch die Vorzugsvarianten für den Panke-Trail, die West-Route sowie die Trassen „Nonnendammallee – Falkenseer Chaussee“ und „Spandauer Damm – Freiheit“ in Spandau und Charlottenburg vor. Die drei erstgenannten Routen sind demnach „rechtlich und verkehrstechnisch machbar“, so das Haus von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). Gekürzt wird demnach aber die Route „Spandauer Damm – Freiheit“. Die Verkehrsverwaltung betont, dass die Streckenverläufe sich in der weiteren Planung noch ändern können. Die Routen im Einzelnen:

Panke-Trail:

Die Strecke in den Bezirken Pankow und Mitte soll insgesamt 18,4 Kilometer lang sein. Mit sieben Kilometern würden laut Studie 38 Prozent auf Sonderwegen abseits des Kfz-Verkehrs geführt. Entlang von Hauptstraßen verlaufen nur gut 500 Meter der Route. Am S-Bahnhof Karow beginnend folgt der Radschnellweg der Boenkestraße, Krontaler Straße, Flaischlenstraße sowie Burgwallstraße und Maronensperlingweg. Diese sollen allesamt zu Fahrradstraßen mit Vorfahrt für den Radverkehr umgestaltet werden. Anschließend soll der Radweg die Bahntrasse am Feuchten Winkel durch eine aktuell noch zugeschüttete Unterführung queren. Darauf folgt nach aktuellem Stand die Führung auf noch zu errichtenden Straßen parallel zur S-Bahntrasse.

Noch unklar ist, wie genau die Strecke auf dem Gelände des Pankower Tors verlaufen soll. Abstimmungen liefen, heißt es lediglich in der Untersuchung. Von dort folgt ein Arm der Strecke den Bahngleisen durch Pankow und unterquert an der Esplanade vor dem S-Bahnhof Bornholmer Straße die Bahntrasse. Fortan verläuft die Route auf der Grüntaler Straße und nach einem Schlenker über die Bad- entlang der Hochstraße, ehe der Radweg entlang der ehemaligen Trasse der Stettiner Bahn ihren Endpunkt im Park am Nordbahnhof erreicht.

Der zweite Arm verläuft zunächst über die Neumannstraße als Fahrradstraße. In der Dunckerstraße, Stargarder Straße, Senefelderstraße und Kollwitzstraße setzt sich der Verlauf der Radschnellverbindung als Fahrradstraße fort, ehe die Route über die Schönhauser Allee die Torstraße erreicht. Fertig dürfte der Radschnellweg wohl nicht vor 2026 sein. Die geschätzten Kosten liegen bei fast 82 Millionen Euro.

West-Route:

Ganz anders der Verlauf der Westroute. Diese folgt zu großen Teilen dem Hauptstraßennetz. Sie beginnt auf der Heerstraße an der Landesgrenze und folgt der Magistrale sowie nach dem Theodor-Heuss-Platz dem Kaiserdamm und der Bismarckstraße sowie der Straße des 17. Juni bis zum S-Bahnhof Tiergarten. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant. Kostenpunkt: 22 Millionen Euro.

Nonnendammallee – Falkenseer Chaussee:

Noch offen ist die favorisierte Streckenführung bei diesem Radschnellweg. Die erste Vorzugsvariante beginnt an der Landesgrenze zu Brandenburg und wird entlang der Falkenseer Chaussee und des Falkenseer Damms bis zur Altstadt Spandau geführt. Variante zwei beginnt am Spektegrünzug auf der bestehenden Radverbindung Spandau-Route und folgt Nebenstraßen entlang des Parks sowie teilweise durch diesen hindurch.

Am Falkenseer Damm trifft sie auf die andere Route. Von dort folgt der Schnellweg der Straße Am Juliusturm, später der Nonnendammallee und dem Siemensdamm, ehe die Route am Jakob-Kaiser-Platz endet. Auch hier dürfte die Strecke frühestens 2026 fertig sein. Die Kosten sollen bei 12 bis 13 Millionen Euro liegen.

Spandauer Damm – Freiheit:

Nur für diese Route hat die Machbarkeitsstudie ergeben, dass die Standards einer Radschnellverbindung nur auf dem östlichen Abschnitt umgesetzt werden können. Hintergrund ist, dass auf dem westlichen Abschnitt entlang der Straße Freiheit vom Bezirk Spandau schon ein zwei Meter breiter Radweg geplant wird, den die Autoren als ausreichend erachten. Zudem soll in unmittelbarer Nähe künftig ein Radfernweg an der Spree entstehen. Geplant wird die Route daher vorerst nur ab der Einmündung des Sophienwerderweges auf den Wiesendamm. Von dort folgt die Strecke dem Wiesendamm und anschließend dem Spandauer Damm bis zum S-Bahnhof Westend. Auch diese Route soll frühestens Ende 2025 bestehen. Die Kosten werden auf 6,5 Millionen Euro geschätzt.