Pandemie

Corona: Silvesterparty am Brandenburger Tor wird abgesagt

Auch der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nur in sehr verkleinerter Form stattfinden.

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor im vergangenen Jahr.

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor im vergangenen Jahr.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Noch tickt der Countdown herunter auf der Seite der Veranstalter: Noch 39 Tage sollen es sein, bis Berlins größte Silvesterparty am Brandenburger Tor beginnen soll. Doch angesichts der anhaltenden Pandemie-Lage und den sich abzeichnenden weiteren Verschärfungen, die die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beschließen wollen, steht Deutschlands größte Feier zum Jahreswechsel vor der Absage.

„Es wird keine Riesenpartys und Familientreffen geben können. Sonst droht uns die nächste Infektionswelle im Februar“, sagte Berlins stellvertretende Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) der Morgenpost: „Es wird auch in Berlin am Brandenburger Tor zu keiner Party eingeladen.“

Auch der traditionelle Weihnachtsmarkt in der westlichen City am Breitscheidplatz, der anders als die Märkte am Gendarmenmarkt und vor dem Charlottenburger Schloss noch nicht offiziell abgesagt wurde, wird allenfalls in einer sehr verkleinerten Form stattfinden können. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) selbst hat nach Informationen der Berliner Morgenpost den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf aufgefordert, entsprechend zu handeln.

Kommentar: Keine Chance auf eine Silvesterparty in Berlin

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Berlin gilt unter den Bundesländern als Corona-Hotspot

Müller steht unter Beobachtung der anderen Länder, weil er als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin in der Pflicht steht, eine gemeinsame Länderposition zu formulieren. Weil Berlin unter den Bundesländern als Corona-Hotspot gilt, will Müller in Abstimmung mit seinen Koalitionspartnern von Linken und Grünen vermeiden, eine zu großzügige Linie für die als Party-Metropole bekannte Hauptstadt vorzugeben.

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Das sieht auch Wirtschaftssenatorin Pop so: „Ich sehe mit Skepsis, wenn suggeriert wird: Wir reißen uns jetzt noch mal zusammen und dann ist Weihnachten und Silvester Halligalli“, sagte Müllers Stellvertreterin im Senat: „Da wäre ich vorsichtig, den Menschen das zu versprechen.“

Für die Silvesterfeier am Brandenburger Tor waren die Veranstalter schon vor Wochen dazu übergegangen, von den Besuchern eine vorherige persönliche Anmeldung zu fordern. Da gingen sie noch davon aus, mit der offiziell noch zulässigen Höchstzahl von 5000 Menschen auf der Straße des 17. Juni feiern zu dürfen.

Inzwischen sieht die Perspektive nach Informationen der Berliner Morgenpost anders aus. Nur noch ein Geisterkonzert ohne Publikum sei derzeit am Brandenburger Tor geplant, hieß es. Die Verhandlungen darüber laufen. Das ZDF wird die Show zum Silvester-Countdown unter anderem mit Peter Maffay, Álvaro Soler, den Höhner und dem britischen Singer-Songwriter Tom Gregory in die deutschen Wohnzimmer übertragen. Publikum soll aber nicht live dabei sein.

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Weihnachtsmarktbuden sollen in der City verteilt werden

Am Breitscheidplatz haben die Weihnachtsmarkt-Veranstalter ihre Feier zum Jahreswechsel ebenfalls abgesagt. Auch der Markt selbst wird bestenfalls in einer Mini-Variante stattfinden. „Für die paar Teilnehmer, die es noch wollen“, werde es womöglich eine Chance geben, sagte Michael Roden, Vorsitzender des Berliner Schaustellerverbandes. Viele Anbieter hätten ohnehin schon abgesagt. Dass es die sonst üblichen Karussells und Glühwein-Zelte geben wird, hält auch der Schausteller-Chef für kaum denkbar, auch wenn das endgültige Aus erst nach der nächsten Senatsentscheidung voraussichtlich am Donnerstag feststehen werde. „Glühwein geht nur to-go“, sagte Roden, denn niemand dürfe ja an einer Bude stehen bleiben.

Im Bezirk ist Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) für eine Absage, weil man nicht ausgerechnet in Charlottenburg-Wilmersdorf den einzigen Weihnachtsmarkt der Stadt zulassen wolle. Gleichwohl sind die Kommunalpolitiker bestrebt, einen Teil der Veranstaltung zu retten. Verkaufsstände seien als Einzelhandel grundsätzlich erlaubt, nun sollen sie stattdessen auf Straßen und Plätzen in der City West verteilt werden. Er habe dem Bezirksamt für die Sitzung am Dienstag vorgeschlagen, den Veranstaltern des Weihnachtsmarktes zu erlauben, ihre Buden etwa am Kurfürstendamm aufzustellen, sagte der zuständige Stadtrat Arne Herz (CDU): „Weihnachten soll im Stadtbild sichtbar sein“, so Herz.

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