Armut

Studie: Viele Menschen in Berlin von Armut bedroht

Symbolbild zum Thema Armmutsgefährdung.

Symbolbild zum Thema Armmutsgefährdung.

Foto: dpa

Berlin. Die Armutsgefährdungsquote liegt in Berlin laut dem jüngsten Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Demnach waren 2019 etwa 19,3 Prozent der Berliner von Armut bedroht, schlechter schneiden nur drei andere Bundesländer ab. Das deutschlandweite Mittel lag bei 15,9 Prozent. Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

In Berlin ist die Armutsquote laut Bericht seit 2006 um 13,5 Prozent gewachsen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bremen sei der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung höher, hieß es. Deutschlandweit erreichte die Armutsquote mit 15,9 Prozent - rechnerisch 13,2 Millionen Menschen - den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Das Land mit der niedrigsten Armutsquote ist laut der Studie Bayern (11,9). Am ärmsten sind die Menschen demnach in Bremen (24,9). Basis der Studie waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.

Der Verband warnte davor, dass die Auswirkungen der Corona-Krise Armut und soziale Ungleichheit voraussichtlich noch einmal spürbar verschärfen würden. Gefordert wird eine sofortige Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen. "Was wir seitens der Bundesregierung erleben, ist nicht mehr nur armutspolitische Ignoranz, sondern bereits bewusste Verweigerung", so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Es klinge banal - "aber gegen Einkommensarmut, Existenzängste und mangelnde Teilhabe hilft Geld".