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Prognosen: Finanziell gute Aussichten für Berlin und Umland

Mit BER und Tesla: Im Berliner Umland wächst die Wirtschaft teilweise stärker als in der Hauptstadt selbst, verheißt eine Prognose. Für die Region sehe insgesamt gut aus - fernab von Berlin jedoch weniger.

Berlin. Mit dem Willy-Brandt-Flughafen und der künftigen Tesla-Autofabrik hat die Wirtschaftsregion südöstlich von Berlin nach einer Studie beste Wachstumsaussichten. Die Kreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree bundesweit in die Spitzengruppe, was das Plus bei Bruttowertschöpfung und Beschäftigung bis 2030 betrifft, wie das private Forschungsinstituts Prognos am Freitag mitteilte. "Beide profitieren neben der Nähe zur Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Kreativhochburg Berlin vor allem von der Großansiedlungen des Flughafens BER und von Tesla."

Der neue Hauptstadtflughafen BER war vor drei Wochen nach jahrelangen Verzögerungen eröffnet worden. Tesla will in Grünheide von Juli 2021 an Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500 000 Fahrzeuge im Jahr mit rund 12 000 Mitarbeitern vorgesehen.

Das Berliner und das Münchner Umland sowie mehrere Uni-Städte ragen bei der bundesweiten Prognos-Untersuchung heraus. Auch in Berlin selbst wird die Wirtschaftsleistung demnach weiter wachsen. Insgesamt kommen fünf der zehn Wachstumssieger aus Ostdeutschland. In der Lausitz und der Prignitz wird die Wirtschaft nach der Langfristprognose jedoch nachlassen.

Sie sagt das Wirtschaftswachstum sowie die Beschäftigtenentwicklung in den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten voraus. Ökonomisch leistungsfähige Regionen werden demnach auch nach der Krise wieder stärker wachsen.

Prognos-Chef Christian Böllhoff rechnet damit, dass Deutschland erst 2023 wieder die Wirtschaftsleistung des Vor-Corona-Jahres 2019 erreicht. Anschließend bremse der Arbeitskräftemangel zunehmend das Wachstum.

Die Bevölkerungsentwicklung ist daher ein wichtiger Faktor. Gute Karten hat nach einer weiteren Studie deshalb Berlin. Bis 2035 werde die Bevölkerung in Deutschland nicht mehr so stark wachsen wie in den vergangenen Jahren, heißt es in einer neuen Analyse des Hamburger Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung. Es zögen weniger ausländische Fachkräfte zu, zudem wanderten mehr Menschen in das Umland ab.

Die Berliner Bevölkerung dürfte aus Sicht der Fachleute aber dennoch um 6,6 Prozent wachsen und damit stärker als der übrigen Millionenstädte Hamburg, München und Köln. Die Hauptstadt könnte damit die Marke von vier Millionen Einwohnern erreichen.

Prognosen über so lange Zeiträume sind jedoch mit großer Unsicherheit behaftet. Noch zu Beginn der 2000er Jahre etwa ging die Prognose des Berliner Senats davon aus, dass die Stadt bis 2020 Bevölkerung verliert und altert. Nichts davon ist eingetreten. Im Gegenteil: Hundertausende zogen zu. Die Hauptstadt hat knapp 3,8 Millionen Einwohner.