Mobile Paketshops

DHL testet Paketshops auf Rädern: Die Stationen in Berlin

Das Unternehmen DHL testet in der Coronavirus-Krise mobile Paketshops. Hier stehen die DHL-Paketbusse in Berlin.

Deutsche Post: Packstationen sollen sich verdoppeln

Die Nachfrage für Packstationen wird immer größer. Fast die Hälfte aller deutschen Haushalte hat eine Packstation in der Nähe. Deswegen soll das Netz weiter ausgebaut werden.

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Berlin. Die Farbe lässt wenig Zweifel, für welches Unternehmen der Bus im Einsatz ist. Im klassischen Postgelb lackiert steht das Fahrzeug auf dem Marktplatz am U-Bahnhof Britz-Süd. Doch Personen fährt der Bus vorerst nicht mehr herum. Er dient der Post von nun an als mobile Paketfiliale. Seit Mittwoch setzt das Unternehmen mehrere der DHL-Paketbusse als Pilotprojekt erstmals an öffentlichen Standorten in Berlin ein.

Wer nicht zu Hause war, als der Bote geklingelt hat, kann seine Sendung ab nun dort abholen. Zugleich können Retouren und frankierte Sendungen vor Ort einfach bei den Mitarbeitern abgegeben werden. Auf diese Funktionen ist das Angebot beschränkt. Die Post ist dennoch überzeugt, ihren Kunden damit einen Mehrwert zu liefern.

„Unsere DHL-Paketbusse sind ein moderner, mobiler Zusatz-Service für die Berlinerinnen und Berliner“, sagte Michael Heimbokel, Geschäftsbereichsleiter Betrieb Ost bei der Deutsche Post DHL Group. Die mobilen Stationen seien an das digitale DHL-Netz angebunden, erklärte er, „sodass wir hier einen reibungslosen Ablauf bei der Paketannahme und -ausgabe sicherstellen können“.

Mobile Paketshops - hier stehen die DHL Paketbusse:

Ab 18. November:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf: Kalischer Straße 36, 10713
  • Lichtenberg: Storkower Str. 170, 10369
  • Marzahn-Hellersdorf: Henny-Porten-Straße 6, 12627
  • Neukölln: Fritz-Reuter-Allee 174, 12359
  • Tempelhof-Schöneberg: Mariendorfer Damm 222, 12107

Ab voraussichtlich 20. November:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf: Spandauer Damm 148.
  • Lichtenberg: Zingster Straße 21, 13051 Berlin

Ab voraussichtlich 23. November:

  • Steglitz-Zehlendorf: Wrangelstraße 14, 12165
  • Treptow-Köpenick: Dammweg 22, 12435 Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 12-18 Uhr, Sbd. 9-13 Uhr

Mobile Paketshops: Berlins Regierender Bürgermeister ist begeistert

Gut kam das neue Projekt auch bei Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (beide SPD) an, die am Mittwoch zur offiziellen Eröffnung nach Britz gekommen waren. „Mit den Paketbussen wird das Paketgeschäft, das Weihnachten coronabedingt eine neue Dimension erreichen wird, gezielt erleichtert. Denn es hilft uns, Kontakte weiter zu verringern“, sagte Müller. Dem schloss sich Hikel an. „Die Paketbusse sind eine wunderbare Idee, um lange Wege und lange Schlangen zu vermeiden. In engen, urbanen Räumen brauchen wir nicht nur zu Corona-Zeiten neue Mobilitäts- und Logistiklösungen, um den Anstieg des Versandhandels zu bewältigen.“ Die Paketbusse seien deshalb eine perfekte Ergänzung gerade im dicht besiedelten Neukölln, so der Bezirksbürgermeister.

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Gekommen war diese Idee André Dreyer, Vertriebsleiter der Post in Berlin. „Meine Aufgabe war, sich eine Lösung zu überlegen, was wir mit Corona und dem Weihnachtsgeschäft machen.“ Als dann eines Tages im Wedding Busse von der Sternfahrt der Verkehrsbetreiber an ihm vorbeifuhren, dachte er: „Das könnte etwas sein.“ Denn die Busse, die die Deutsche Post nun nutzt, ständen ansonsten derzeit beschäftigungslos herum. Sie kommen von einem Berliner Busunternehmen, dass für die Deutsche Bahn Ersatzverkehre fährt und mit Touristen Sightseeingtouren durch die Stadt macht. Stattdessen sind die sechs Doppeldecker und vier Linienbusse nun umlackiert als Paketstation im Einsatz, wodurch auch die Busfahrer aus der Kurzarbeit geholt werden konnten, erklärt Dreyer.

Angebot könnte dauerhaft bestehen bleiben

Für die Deutsche Post stehen nun die entscheidenden Wochen des Jahres an. In der Zeit bis Weihnachten verdoppelt sich die Zahl der Sendungen im Vergleich zum Jahresmittel. Kurz vor den Festtagen rechnet der Konzern auch in diesem Jahr wieder mit einem neuen Rekordwert an täglichen Sendungen. Allein für Berlin und Brandenburg sind daher seit Oktober bereits Tausend zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Dabei haben schon die vergangenen Monate der Corona-Pandemie dem Online-Shopping und damit auch der Deutsche-Post-Tochter DHL als größter Paketdienst einen zusätzlichen Boom beschert – der wohl auch langfristig anhalten wird.

Die Post reagiert darauf und plant deutschlandweit die Zahl ihrer Pack-Stationen von 6000 auch 12.000 zu erhöhen. Auch zu den 400 Stationen in Berlin, an denen Kunden selbstständig Päckchen abholen und abgeben können, sind zuletzt acht neue hinzugekommen. Weitere werden folgen, sagte Dreyer.

Kurzfristig und flexibler einsetzbar sind da die Paketbusse. Zunächst sollen sie zwischen Westend und Hellersdorf bis zum 15. Januar stehen. Doch Schluss müsse dann nicht sein, so Dreyer: „Wir denken darüber nach, das dauerhaft zu machen.“

So kommen Weihnachtspakete pünktlich an - die wichtigsten Fristen

Wer seinen Liebsten zu Weihnachten ein Päckchen schicken möchte, sollte sich in diesem Jahr besonders früh darum kümmern. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass viel mehr Familien als sonst die Festtage getrennt verbringen – und entsprechend mehr Geschenke verschicken. „Wir erwarten vor Weihnachten elf Millionen Pakete pro Tag“, sagt Hans-Christian Mennenga von der Deutsche Post DHL Group. Das wären so viele Sendungen wie noch nie. „Wenn ein Paket deshalb mal ein, zwei Tage länger unterwegs ist, können wir nichts machen“, sagte Mennenga.

Die DHL hat daher in diesem Jahr die Einlieferungsschlusszeiten, bis zu der sie eine rechtzeitige Lieferung vor Weihnachten zusagt, um zwei Tage vorverlegt.

  • Für Päckchen und Pakete im Inland gilt in allen Filialen und Packstationen deutschlandweit der 19. Dezember, 12 Uhr als letzter Termin, für Briefe und Postkarten ist es der 22. Dezember.
  • Pakete und Päckchen in die Nachbarländer sollten bis zum 14. Dezember abgegeben werden.
  • Für Sendungen in sonstige europäische Länder ist der Stichtag der 10. Dezember.
  • Sendungen an Adressaten außerhalb Europas sollten bis zum 30. November bei der Post eingehen.

Bei DHL-Konkurrent Hermes sollten private Pakete bis zum 21. Dezember abgegeben werden, damit sie bis zum Fest zugestellt werden können. Stichtag für internationale Sendungen ist hier der 15. Dezember. DPD nimmt Weihnachtspakete bis zum 22. Dezember an, damit sie noch rechtzeitig bis Heiligabend ankommen.

Post-Sprecher Mennenga weist darauf hin, dass die Sendungen richtig verpackt sein müssen. „Die Päckchen dürfen keine Schleifen haben.“ Dies führe zu Problemen bei den Sortiermaschinen. Wer Flaschen verschickt, sollte diese gut polstern. Wer sich den Gang zu den vollen Filiale sparen möchte, habe dazu viele Alternativen, etwa kleine Läden, die Päckchen annehmen. „Wir haben in Berlin 1500 Anlaufstellen, von denen man bei 1400 Pakete abgeben kann.“ Auch bei den rund 400 Packstationen können Pakete einfach abgegeben werden. „Zur Abgabe muss man nicht einmal angemeldet sein“, sagt Mennenga. Wer ein Päckchen abholt hingegen schon.

Wegen der vielen Sendungen erweitere die DHL auch ihren Schichtbetrieb. Nicht wundern also, wenn der Bote demnächst schon um 9 Uhr klingelt oder erst um 20 Uhr.