Corona-Pandemie

Schulen in Berlin: Hier wird ab Montag mit Maske gelernt

Der Stufenplan für die Hygiene-Maßnahmen an Berliner Schulen tritt in Kraft. Zwei Oberstufenzentren haben die Corona-Alarmstufe Rot.

Eine Oberstufenschülerin mit Maske (Archivbild).

Eine Oberstufenschülerin mit Maske (Archivbild).

Foto: Guido Kirchner / dpa

Berlin. Die Corona-Gefährdung an einigen Berliner Schulen ist ernster als vermutet. Am Donnerstag trat in den Bezirken der neue Stufenplan in Kraft, der die Hygienebestimmungen und Unterrichtsabläufe in den Schulen wöchentlich aktualisiert vorschreibt. Dabei wurden zwei Oberstufenzentren mit der schwersten Stufe (Rot) ausgewiesen.

Ab sofort prüft das jeweils zuständige bezirkliche Gesundheitsamt mit der Schulaufsicht jede Bildungsstätte und vergibt je nach Gefährdungs- und Ausbreitungsgrad in vier Stufen farblich gekennzeichnete Auflagen.

  • Grün: Regelunterricht
  • Gelb: Regelunterricht mit Maskenpflicht in der Oberstufe
  • Orange: Regelunterricht mit Maskenpflicht für alle Schüler
  • Rot: Unterricht im Alternativszenario

In den allgemeinen und privaten Schulen sowie den beruflichen Schulen und Oberstufenzentren der Stadt liegt die Einstufung nun 740 mal bei Gelb, 170 mal bei Orange und zweimal bei Rot.

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Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte: „Ich bin dankbar, dass die bezirklichen Gesundheitsämter, die regionalen Schulaufsichten und auch die Schulleitungen sich intensiv ausgetauscht und verantwortungsvoll für jede Schule entschieden haben.“ Und so ist die Lage in den Bezirken.

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Stufenplan für Schulen in Berlin - diese Regeln gelten in den Bezirken:

  • In Friedrichshain-Kreuzberg stehen alle Oberschulen auf Orange. Dort muss in der Schule Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Einige Schulen hätten zur Prävention selbst darauf gedrängt, sagte Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD). Zudem würden Oberschulen im Bezirk auch von Jugendlichen besucht, die in Mitte und Neukölln wohnten, wo die Inzidenzwerte derzeit besonders hoch seien. Grundschulen im Bezirk stehen auf Gelb, das heißt etwa Maskenpflicht in der Schule, nicht im Unterricht.
  • In Reinickendorf werden alle 54 Schulen auf Orange gestuft. Grund dafür ist das steigende Infektionsgeschehen im Bezirk. Die Infektionszahlen an den Schulen sind jedoch weiterhin vergleichsweise gering im Vergleich zu anderen Bezirken wie Mitte oder Neukölln.
  • In Neukölln schaltet die Ampel an vier Oberschulen, davon drei Gymnasien, am Montag auf Orange. Alle anderen Schulen, darunter sämtliche Grundschulen, bleiben dagegen auf Stufe Gelb.
  • In Mitte sind die Grundschulen auf Gelb, die Oberschulen auf Orange gestellt.
  • In Treptow-Köpenick sagte Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski (AfD), alle 47 Schulen erhielten die Stufe Gelb. Eine Veranlassung zur Hochstufung sehe er nicht. In zwei Schulen seien Eltern positiv getestet worden, die Ergebnisse der Kinder stünden noch aus.
  • In Tempelhof-Schöneberg sagte Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD), dass 29 der Grundschulen und 17 der Ober- und weiterführenden Schulen weiter auf Stufe Gelb bleiben. Mit Orange eingestuft wurden zwei Grundschulen und sieben weiterführende Schulen. Fünf private Schulen stehen auf Gelb.
  • Auch in Spandau ändert sich an der Einstufung der Schulen zunächst nichts – alle Schulen bleiben in der Kategorie Gelb. "Das Infektionsgeschehen an den Schulen ist aktuell vergleichsweise gering, so dass diese Einstufung erfolgen konnte. Die daraus resultierende Maskenpflicht auch im Unterricht für die SchülerInnen der Oberstufen und aller Lehrkräfte in den Lehrerzimmern hat sich in dieser Woche gut etabliert und ist auch weiterhin sinnvoll", sagte die kommissarische Leiterin der Spandauer Schulaufsicht, Janika Jarling.

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Bildungsgewerkschaft kritisiert Corona-Stufenplan als überholt

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) hat den Corona-Stufenplan für Schulen in Berlin scharf kritisiert. Die GEW erklärte am Donnerstag, das darin vorgesehene Vorgehen, nach dem Gesundheitsämter die Situation jeder Schule bewerten sollen, sei längst von der aktuellen Infektionswelle „überrollt“ worden.

„Erst bei niedrigeren Zahlen und der Nachverfolgbarkeit von Infektionen sind schulspezifische Lösungen aus unserer Sicht umsetzbar“, sagte die Vorsitzende der GEW Berlin, Doreen Siebernik. Auch die vorgesehenen einwöchigen Prüf-Intervalle seien viel zu kurz.

Der Stufenplan für Schulen wurde in Anlehnung an die Corona-Ampel der Senatsgesundheitsverwaltung entwickelt. Bei „Grün“ findet Unterricht unter Corona-Bedingungen statt, heißt beispielsweise Mund-Nasen-Schutz nur außerhalb der Klassenzimmer im Schulgebäude. Bei „Gelb“ und „Orange“ verschärfen sich die Hygienevorkehrungen, nun wird die Maske oft auch im Unterricht getragen. Erst bei „Rot“ kommt es zum Mischunterricht aus Präsenz und zu Hause. Bisher waren alle Schulen in Berlin mit "Gelb" eingestuft.

Corona-Schulbetrieb: Reduzierung von Kontakten notwendig

Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW Berlin, fordert, für weiterführende Schulen der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zu folgen und den Schulbetrieb auf der roten Stufe des Corona-Stufenplans zu führen. Also mit einer Kombination von schulisch angeleitetem Lernen zu Hause und Präsenzunterricht.

Erdmann will zudem eine Verkleinerung der Lerngruppen. Ab einer Inzidenzzahl von 50, die in Berlin längst überschritten ist, müsse ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzlernen mit Halbierung der Stundentafel für den Präsenzunterricht angeordnet werden. „Entscheidend ist bei diesem Schritt die Reduzierung der Stundentafel für den Präsenzunterricht, da die Lehrkräfte nicht gleichzeitig unterrichten und eine Gruppe in der Ferne anleiten und betreuen können“, sagte Erdmann.

Während auch das Angebot von Arbeitsgemeinschaften der Schulen reduziert werden müsse, verlangt die GEW für Grundschulen ein Konzept zur Reduzierung von Kontakten. Dazu müsse es eine feste, phasenweise Zuordnung von Lehrkräften und Erziehern zu nur einer Lerngruppe geben.