S-Bahnstrecke

Senat gibt 30 Millionen Euro für Planung der Siemensbahn

Bis 2029 soll die Siemensbahn reaktiviert werden. Zur Finanzierung der weiteren Planung sichert der Senat nun 30 Millionen Euro zu.

Bis 2029 soll die S-bahn wieder über die Strecke der Siemensbahn fahren.

Bis 2029 soll die S-bahn wieder über die Strecke der Siemensbahn fahren.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Bei der geplanten Reaktivierung der Siemensbahn ist ein weiterer Schritt erreicht worden. Das Land Berlin und die Deutsche Bahn haben eine Finanzierungsvereinbarung für die weiteren Planungsschritte geschlossen, wie Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese (Grüne) am Donnerstag sagte. „30 Millionen Euro Finanzmittel werden durch das Land Berlin finanziert. Das ist ein wichtiger Baustein zur Erschließung des geplanten Siemenscampus.“ Das Geld fließe demnach in Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung des S-Bahn-Projekts in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau.

Nachdem der Siemenskonzern 2018 erklärt hatte am Standort seines historischen Stammsitzes einen neuen Campus zu errichten, nahmen auch die Pläne, die ehemalige S-Bahnstrecke wieder in Betrieb zu nehmen Fahrt auf. Im Juni 2019 unterzeichneten die Deutsche Bahn und der Berliner Senat schließlich eine erste Finanzierungsvereinbarung zur Planung.

Bis 1980 war die einstige S-Bahnverbindung vom S-Bahnhof Jungfernheide nach Gartenfeld aktiv und wurde danach stillgelegt. Offenbar kann die 40 Jahre ungenutzte Strecke auch künftig wieder eingesetzt werden. „Insgesamt geben die ersten Untersuchungen Hoffnung, dass das Viadukt erhalten bleiben kann“, sagte Streese.

Machbarkeitsstudie zur Verlängerung Anfang 2021

Ziel ist, die S-Bahn-Strecke bis 2029 wieder ans Netz zu bringen. Teil des Projekts ist zudem der Bau einer dritten Bahnsteigkante am S-Bahnhof Jungfernheide zum Einfädeln der aus Siemensstadt kommenden Züge auf den S-Bahnring. Diskutiert wird auch über eine Verlängerung der Siemensbahn über den früheren Endbahnhof Gartenfeld hinaus zur SPandauer Wasserstadt und der Insel Gartenfeld. Eine entsprechende Untersuchung läuft derzeit. „Wir planen bis Anfang 2021 die Machbarkeitsstudie über Gartenfeld hinaus vorzulegen“, erklärte Streese. Untersucht wird dabei unter anderem, ob die Havel auf diesem Abschnitt oberirdisch oder in Tunnellage gequert werden soll. Zu einer Präferenz wollte sich der Staatssekretär nicht äußern. „Wir schließen nichts aus. Aber ist auch eine Kostenfrage.“ Hoffnungen gebe es jedoch, dass sich der Bund an dem Schienenprojekt beteiligt, so Streese. Eine Unterstützung sei bereits signalisiert worden.

Der Wiederaufbau der Siemensbahn ist nachträglich in das Verkehrsprojekt i2030 eingegliedert worden, mit dem Berlin, Brandenburg und die Deutsche Bahn den Schienenverkehr rund um Berlin in den kommenden zwei Jahrzehnten ausbauen und verdichten wollen. Mit einer Informationskampagne wollen die Senatsverkehrsverwaltung und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) von Freitag an eine Woche lang Pendler über die genauen Vorhaben bei der S- und Regionalbahn informieren.