Nahverkehr in Berlin

Kaum Fortschritt bei Berlins neuen Busspuren

Schon Ende 2019 hätten 20 zusätzliche Kilometer Busspur kommen sollen. Doch noch immer sind erst fünf neue Kilometer auf der Straße.

Auf Busspuren wie hier am Henriettenplatz in Halensee wartet man an anderen Stellen in Berlin noch immer.

Auf Busspuren wie hier am Henriettenplatz in Halensee wartet man an anderen Stellen in Berlin noch immer.

Foto: Frank Lehmann

Berlin.  Es gibt wenige Themen, bei denen sich Berlins Verkehrspolitiker derart einig sind: Soll der öffentliche Nahverkehr attraktiv sein, dürfen Busse nicht im Verkehr feststecken, sondern müssen auf Busspuren schneller durch die Stadt kommen können. Nur auf der Straße sieht man von all den Bekundungen bislang noch wenig.

Busspuren in Berlin: Gespräche über 30 Kilometer zusätzliche Strecken

Im Juni 2019 erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther, knapp 20 Kilometer neue Busspuren in Berlin anordnen zu wollen. Ursprünglich sollten die zusätzlichen Strecken bis Ende 2019 auf der Straße sein. Doch teilweise brauchten schon allein die Anordnungen der Verkehrsverwaltung mehr als ein Jahr. Nun ist zumindest dieser Schritt vorerst geschafft. „Derzeit sind fast 20 Kilometer angeordnet“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) am Donnerstagmorgen im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Auf der Straße fällt die Bilanz bislang hingegen noch schlechter aus. Bislang seien erst fünf Kilometer neue Busspuren beschildert und markiert worden, erklärte Günther. Gerade mal ein Viertel des vorläufigen Ziels. „Die Umsetzung findet in den Bezirken statt“, betonte Günther. Tatsächlich hapert es aktuell besonders an dieser Stelle.

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Verkehrssenatorin Günther: „Wir sind mit der BVG im Gespräch über 30 weitere Kilometer“

Während die ursprünglich geplanten Strecken zum Großteil noch nicht auf der Straße sind, gehen die Pläne für zusätzliche Busspuren weiter. „Wir sind mit der BVG im Gespräch über 30 weitere Kilometer“, sagte Günther. Schränkte jedoch zugleich ein, dass der Weg dahin schwieriger würde.

Am Anfang könne man noch die „low hanging fruits“, die einfach umzusetzenden Strecken abarbeiten. „Alles Weitere ist komplexer“. Günther nannte als Hindernisse Lieferzonen und Behindertenparkplätze, die nicht einfach verschwinden dürfen.

„Eine Beschleunigung des Busverkehrs ist grundsätzlich nötig und erhöht die Attraktivität des ÖPNV“, erklärte der FDP-Verkehrspolitiker Henner Schmidt. „Dass bei den Busspuren insgesamt so wenig von der Planung umgesetzt wurde, liegt aber auch daran, dass die Senatsverwaltung für Verkehr nicht klar priorisiert.“ Ähnlich wie bei Radwegen oder Tramlinien würden zu viele Projekte gleichzeitig angegangen, statt erst einmal einzelne Maßnahmen sichtbar zum Erfolg zu führen, monierte Schmidt.