Politik

Berliner Grüne bestätigen ihren Parteivorstand

Dabei soll auch der Fahrplan für das Wahljahr aufgestellt werden. Erstmals ist kein Mitgliedervotum geplant.

Nina Stahr und Werner Graf (Mitte) führen den Berliner Landesverband der Grünen seit 2016. (Archivbild)

Nina Stahr und Werner Graf (Mitte) führen den Berliner Landesverband der Grünen seit 2016. (Archivbild)

Foto: Christoph Soeder / dpa

Es wird wohl für längere Zeit das letzte Mal sein, dass sich die 151 Delegierten der Grünen am Mittwoch von Angesicht zu Angesicht zur Konferenz getroffen haben. Die Corona-Lage macht Parteitage mit vielen Hundert Gästen unmöglich. Am Abend wählten die Grünen einen neuen Vorstand und schworen sich auf das anstehende Wahljahr an.

Die beiden Vorsitzenden Nina Stahr und Werner Graf wurden in ihrem Amt bestätigt. Sie führen den Landesverband bereits seit 2016 an. Stahr wurde mit 85 Prozent der Stimmen, Graf mit 89 Prozent wieder gewählt.

Die Grünen streben ein Jahr vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus Geschlossenheit an. Die aktuellen Umfragen sehen sie in der Wählergunst deutlich vorn. Für die Partei, die so lange darauf wartete, endlich in Regierungsverantwortung zu kommen, geht es im kommenden Jahr um den Sieg. „Wir wollen dafür kämpfen, dass das Rote Rathaus Grün wird“, sagte Stahr.

Doch das stetige Wachsen der Partei an Prozentpunkten bei den Wahlen und den Mitgliedern – derzeit haben 10.260 Berliner ein grünes Parteibuch – bringt auch Probleme mit sich. So muss die Partei in diesem Jahr sehr wahrscheinlich zum ersten Mal darauf verzichten, ihre Kandidaten von allen Mitgliedern wählen zu lassen. „Ich hätte mich darauf gefreut“, sagte die Landesvorsitzende Nina Stahr am Mittwoch vor der Wahl. „Mit 2000 bis 2500 Mitgliedern wäre das ein Riesenevent geworden.“

Aber Corona erzwingt ein Umdenken. „Wir haben eine große Verantwortung für die Gesundheit der Menschen.“ Deswegen bestätigten ausschließlich Delegierte den neuen Vorstand im Amt. So ist derzeit auch die Kür der Spitzenkandidatin Bettina Jarasch am 28. November geplant. Die komplette Liste für das Abgeordnetenhaus soll dann erst im April kommenden Jahres aufgestellt werden, ob von den Mitgliedern oder erneut Delegierten, ist angesichts der aktuellen Pandemielage unklar.