Gericht

Ballettschule: Kündigung von Künstlerischem Leiter unwirksam

Die zwei-Wochen-Frist einer „außerordentlichen Kündigung“ wurde nicht eingehalten, mahnt das Berliner Arbeitsgericht.

Gregor Seyffert, damals noch Künstlerischer Leiter der Staatlichen Ballettschule, bei Proben mit den Schülern.

Gregor Seyffert, damals noch Künstlerischer Leiter der Staatlichen Ballettschule, bei Proben mit den Schülern.

Foto: Buddy Bartelsen

Berlin . Die Kündigung des Künstlerischen Leiters der Staatlichen Ballettschule Berlin ist unwirksam. Das entschied am Mittwoch das Arbeitsgericht Berlin – und verurteilte das Land Berlin gleichzeitig zu einer Weiterbeschäftigung. Dem Künstlerischen Leiter Gregor Seyffert war erst am 8. Juni 2020 gekündigt worden, also lange nachdem die Vorwürfe gegen Schule, gegen Schulleiter Ralf Stabel und ihn selbst als künstlerischer Part bekannt geworden waren.

Dabei geht es im Kern um den Vorwurf der „Kindeswohlgefährdung“. Anfang des Jahres 2020 war die sogenannte „Ballettschulen-Affäre“, welche die Bildungsverwaltung von einer Expertenkommission und einer Clearingstelle aufarbeiten ließ, bekannt geworden.

Das Berliner Arbeitsgericht betont nun, dass eine außerordentliche Kündigung „nur innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Kenntnis der Vorwürfe erklärt werden“ kann. Das sei in diesem Falle aber nicht geschehen. „Gegen das Urteil kann Berufung an das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden“, heißt es abschließend.