Corona in Berlin

Senat verschärft erneut die Corona-Regeln in Berlin

Weniger Menschen bei Veranstaltungen im Freien und in Räumen, Maskenpflicht auf mehr Straßen – die Sperrstunde wird verlängert.

Hertha-Fans wärend des Spiels gegen den VfB Stuttgart (Archivbild).

Hertha-Fans wärend des Spiels gegen den VfB Stuttgart (Archivbild).

Foto: Stefanie Loos / AFP

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag vor dem Hintergrund der weiter steigenden Infektionszahlen eine Regierungserklärung zur aktuellen Corona-Lage halten. Einen Tag zuvor trifft sie sich mit den Ministerpräsidenten der Länder, um über weitere Schritte zu beraten. Vor dem Hintergrund dieser beiden Termine hat der Berliner Senat am Dienstag darauf verzichtet, konkrete Beschlüsse zur Verschärfung der Corona-Beschränkungen zu treffen. Man wolle zunächst das Gespräch mit Kanzlerin Merkel abwarten, hieß es nach der Senatssitzung.

Einig waren sich die Senatoren darin, dass es zu weiteren Einschränkungen kommen muss, um die Infektionszahlen zu senken. Die neuen Maßnahmen sollen ab kommenden Sonnabend gelten. So soll auf einer Sondersitzung des Senats am Donnerstag oder Freitag die zulässige Zuschauerzahl für Veranstaltungen begrenzt werden. In geschlossenen Räumen soll sie von 1000 auf 300 gesenkt werden, im Freien von 5000 auf 500. Das beträfe auch die kommenden Heimspiele der Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und Union Berlin. In Einzelfällen sollen im Freien aber auch mehr Teilnehmer möglich sein.

Corona-Regeln in Berlin - diese Änderungen sollen beschlossen werden:

  • Die Maskenpflicht auf bestimmten Straßen bezieht sich nur auf Fußgängerinnen und Fußgänger, stellt der Senat klar.
  • Die Maskenpflicht auf Berlins Straßen wird ausgeweitet. Auf welchen Straßen eine Maskenpflicht gilt, lesen Sie HIER.
  • Ab einer Teilnehmerzahl von 20 Personen bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt Maskenpflicht.
  • Hochschulen müssen ihren Publikumsverkehr bis zum 31. März 2021 einstellen. Ausnahmen gebe es da, wo kein digitales Format möglich ist: Laborräume, medizinisch-klinische Lehre, künstlerischer Unterricht, Sportpraktischer Unterricht, Einführung von Studienbeginnenden.
  • Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel sind maximal 500 Personen erlaubt, in Innenräumen 300. Nach Prüfung eines Hygienekonzepts durch die zuständige Senatsverwaltung kann diese Beschränkung geändert oder aufgehoben werden.
  • Tankstellen, Bäckereien oder Verkaufsstellen auf Bahnhöfen dürfen bestimmte Waren, wie etwa Backwaren, Blumen und Zeitungen auch zwischen 23 und 6 Uhr verkaufen.
  • Die geänderte Infektionsschutzverordnung soll ab Sonnabend, 31. Oktober 2020, in Kraft treten.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in Berlin, Deutschland und der Welt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus in Berlin haben wir hier für Sie zusammengetragen. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuellen Corona-Entwicklungen in Berlin und Brandenburg. Die deutschlandweiten und internationalen Coronavirus-News können Sie hier lesen. Welche Corona-Regeln im Lockdown in Berlin gelten, erfahren Sie hier. Einen Überblick über alle Corona-Risikogebiete in Deutschland bekommen Sie hier. Diese Regeln gelten für Corona-Hotspots in Deutschland. Zudem zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet.

Corona in Berlin: Sperrstunde soll bis Mitte November verlängert werden

Beim letzten Heimspiel von Union am vergangenen Sonnabend in der Alten Försterei hatte das Gesundheitsamt Treptow-Köpenick 4500 Zuschauer zugelassen, was angesichts der hohen Infektionszahlen zu bundesweiter Kritik geführt hat. Da auch die Sportverbände einen Verzicht auf Zuschauer angekündigt hätten, wenn die Corona-Zahlen weiter steigen, sei eine weitere Reduzierung nun einvernehmlich notwendig, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung. In Einzelfällen soll aber eine Ausnahme beantragt werden können – sofern ein besonders überzeugendes Abstands- und Hygienekonzept vorliegt, hieß es nach dem Treffen des Senats.

Einig waren sich die Senatoren auch darin, die rechtlich umstrittene Sperrstunde für zunächst zwei Wochen von Ende Oktober bis Mitte November zu verlängern. „Solange die Infektionszahlen so hoch sind, soll die Sperrstunde bestehen bleiben“, bestätigte Kollatz.

Berlin erwägt einen stufenweisen Lockdown

Die Ministerpräsidenten wollen am heutigen Mittwoch zusammen mit Kanzlerin Merkel über weitere Schritte beraten. Ein komplettes Herunterfahren des öffentlichen Lebens wie im Frühjahr soll nach Möglichkeit verhindert werden. Mehrere Bundesländer – darunter auch Berlin – erwägen einen stufenweisen Lockdown. Demnach könnten weitere schrittweise Einschränkungen erfolgen, sollten die Zahlen sich weiter so entwickeln wie zuletzt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlägt dagegen einen sogenannten Wellenbrecher-Lockdown vor. Das würde eine Schließung des öffentlichen Lebens außer von Schulen, Kitas und Lebensmittelgeschäften für zwei Wochen bedeuten.

Am Dienstag hat die Gesundheitsverwaltung in Berlin erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet.

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