Corona in Berlin

Berliner Weihnachtsmärkte im November verboten

Der bundesweite Teil-Lockdown im November trifft auch die Berliner Weihnachtsmärkte. Jetzt hoffen die Betreiber auf den Dezember.

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz soll mit Einschränkungen in der Corona-Krise stattfinden.

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz soll mit Einschränkungen in der Corona-Krise stattfinden.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Der bundesweite Teil-Lockdown im November trifft auch die Berliner Weihnachtsmärkte. Viele Berliner Märkte hatten geplant, bereits im November zu öffnen - die meisten von ihnen am 23. November 2020. Aufgrund der stetig steigenden Corona-Infektionszahlen wird daraus nichts: Weihnachtsmärkte und Jahrmärkte sind vom 2. bis 30. November 2020 verboten. Das sehen die Beschlüsse von Bund und Ländern vor, die auch in Berlin gelten. Erst ab Dezember besteht dann die Chance auf eine Öffnung.

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Gendarmenmarkt war bereits komplett abgesagt worden. Andere große Märkte hatten noch vor der Verständigung auf einen bundesweiten Teil-Lockdown angekündigt, mit Einschränkungen öffnen zu wollen. Besucher auf Weihnachtsmärkten müssen sich registrieren lassen und Masken tragen.

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Die Betreiber des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz hoffen, dass es allerhöchstens zu einer geringfügigen Verschiebung der Eröffnung der Märkte kommt. „Sollten die Weihnachtsmärkte abgesagt werden, würde für viele Schausteller die wichtigste und längste Festperiode wegfallen“, sagte der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Michael Roden, am Donnerstag. Das Jahresende sei für sie die Chance, bisherige Verluste aus diesem Jahr wettzumachen. Der Verband veranstaltet den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

Die Betreiber des Weihnachtsmarktes Lucia in der Kulturbrauerei wollen die Hoffnung auch nicht aufgeben. Man konzentriere sich jetzt darauf, das Gesamtkonzept auf einen Beginn Anfang Dezember umzuarbeiten, sagte Veranstalter Michael Wiegner und forderte zugleich Planungssicherheit vom Senat. Wenn die Märkte auch Anfang Dezember nicht starten könnten, würden sie sich nicht mehr lohnen. Auch dürfe die erlaubte Teilnehmerzahl nicht unter 1000 liegen, sagte Wiegner. Beide Märkte sollten eigentlich am 23. November eröffnen.

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Weihnachtsmärkte in Berlin 2020: Diese Märkte hoffen auf eine Öffnung im Dezember

  • Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz,
  • Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus
  • Winterwelt am Potsdamer Platz
  • Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz
  • Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg

Schausteller-Chef Michael Roden hatte noch vor dem Beschluss eines Teil-Lockdowns gesagt: „Nach jetzigen Stand findet der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz statt.“ Auch auf dem Alexanderplatz und am Roten Rathaus sollte festliche Stimmung einziehen - wohl dann aber erst im Dezember. Die Winterwelt am Potsdamer Platz wollte laut Organisator Arnold Bergmann ebenfalls öffnen, aber mit einem deutlich reduzierten Angebot.

„Es gibt keine Hüttengaudi, keinen Weihnachtsmarkt und keine Eisbahn“, sagt Bergmann. In diesem Jahr seien lediglich eine Eisbahn und sieben Buden geplant. „Nichts Aufregendes“. Außer der Coronapandemie seien auch die Umbauarbeiten und die damit verbundende Schließung der Potsdamer Platz Arkaden ein Grund für das abgespeckte Angebot.

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Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz: Weniger Verkaufsstände geplant

Deutlich weniger als die sonst üblichen 120 Verkaufsstände sind auch am Breitscheidplatz geplant. „Zwischen den Ständen müssen jetzt drei Meter Abstand eingehalten werden“, erklärt Sprecherin Angelika Grüttner. So sei nur noch etwa die Hälfte möglich. Doch die Planungen seien noch nicht abgeschlossen, in der Diskussion sei zum Beispiel eine Ausweitung des Marktes auf die Tauentzienstraße. Der sechs Wochen dauernde Markt ziehe normalerweise etwa eine Million Besucher an, so Grüttner. Das sei in diesem Jahr nicht absehbar.

Zum Hygienekonzept gehöre neben dem Abstand zwischen Besuchern auch ein größerer Abstand zu den Händlern. „Die Verkaufstresen sollen verbreitert werden“, so Grüttner. Außerdem seien Plastikplanen als Schutz geplant, wie man sie auch aus Geschäften kennt. „Auch der Gastronomiebereich soll vergrößert werden, damit die Gäste den nötigen Abstand einhalten können“, so Grüttner.

Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus: Begrenzung auf 3000 Besucher

Hans-Dieter Laubinger, Organisator des Weihnachtsmarktes am Roten Rathaus, rechnet mit deutlich weniger Besuchern. „Es sind ja nur noch Veranstaltungen mit 5000 Besuchern erlaubt. Auf den 6000 Quadratmetern Bewegungsfläche seines Marktes sei nach den aktuellen Regelungen der Aufenthalt von etwa 3000 Besuchern gleichzeitig möglich, schätzt Laubinger. Vor Corona habe die Zahl bei 12.000 Gästen gelegen.

Ein Großteil der Besucher seien üblicherweise internationale Touristen. „Wenn nun auch noch Gäste aus dem übrigen Bundesgebiet ausbleiben, weil es neue Einschränkungen gibt, wird es ein ganz entspannter Markt“, sagt Laubinger. Es sei aber fraglich, ob er sich wirtschaftlich noch rechne. Eine kurzfristige Absage sei wiederum schwierig. „Die etwa 100 Teilnehmer haben sich auf den Markt vorbereitet, Waren eingekauft, Personal eingestellt“, so Laubinger.

Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz: 50 statt 90 Stände geplant

„Der Weihnachtsmarkt ist der letzte Hoffnungsschimmer für viele Händler und Schausteller. Sie haben das ganze Jahr kein Geld eingenommen und oft sind die Rücklagen aufgebraucht“, sagt Arnold Bergmann, der auch den Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz organisiert. Dort seien in diesem Jahr nur noch 50 statt 90 Stände geplant. Nicht nur wegen der Corona-Auflagen. „Viele Händler wollen und können kein Risiko mehr eingehen“, sagt Bergmann. Es sei für viele nicht mehr finanzierbar, Waren einzukaufen und Personal einzustellen und plötzlich vor einem weiteren möglichen Lockdown zu stehen.

Um dies zu vermeiden, wurde der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt abgesagt. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden, so Veranstalter Helmut Russ. Man wolle nicht Gefahr laufen, den Markt sofort nach Eröffnung wieder schließen zu müssen.

Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg: Sorge vor kurzfristiger Absage

Der Veranstalter des Weihnachtsmarktes am Schloss Charlottenburg, Tommy Erbe, sagte, für den Markt sei im Sommer bereits ein Hygienekonzept entwickelt worden, nach dem ein Zugang nur mit Maske möglich ist. Die größte Sorge bereite ihm, dass die Märkte doch noch abgesagt werden. Auch sehe er sich Einnahmeausfällen gegenüber. So gebe es in diesem Jahr rund 30 Prozent weniger Mieter für die Hütten, berichtete Erbe.