Innere Sicherheit

Berliner Polizei benennt Extremismusbeauftragte

Svea Knöpnadel soll Ansprechpartnerin für Bürger und Beamte sein. Die Innenverwaltung reagiert damit auf diverse Verdachtsfälle.

Die neue Extremismusbeauftragte der Berliner Polizei, Svea Knöpnadel (Mitte), mit Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Die neue Extremismusbeauftragte der Berliner Polizei, Svea Knöpnadel (Mitte), mit Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Foto: Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Berlin.  Die Berliner Polizei hat nach diversen rechtsextremistischen Verdachtsfällen in den eigenen Reihen eine Extremismusbeauftragte eingesetzt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik führten am Montag die Kriminaloberrätin Svea Knöpnadel in das neu geschaffene Amt ein.

Um die gute Arbeit der Sicherheitsbehörde zu schützen, müsse konsequent gegen Missstände vorgegangen werden, sagte Geisel. „Dass die Extremismusbeauftragte direkt bei der Polizei angebunden ist, zeigt, dass sie der Vorbeugung und Aufarbeitung möglicher extremistischer Tendenzen in den eigenen Reihen den notwendigen Stellenwert beimisst.“ Slowik sagte, das Themenfeld Extremismus verlange eine „gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung“. Der Polizei Berlin komme dabei eine besondere Bedeutung zu. „Tendenziell extremistisches Verhalten frühzeitig zu erkennen, die Ursachen dafür aufzudecken und präventiv entgegenzuwirken, aber auch Straftaten konsequent zu ahnden, ist für mich hierbei von zentraler Bedeutung“, sagte Slowik.

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Polizei Berlin: Rassistische Chatgruppen aufgedeckt

In Berlin waren, wie in anderen Bundesländern, rassistische Chatgruppen von Polizisten aufgedeckt worden. Ein Beamter hatte in einer Nachricht Anfang 2017 den als „88“ chiffrierten Nazi-Gruß „Heil Hitler“ verwendet. Andere Beamten standen unter dem Verdacht, in ihrer Freizeit bei einer Sportveranstaltung den Hitler-Gruß gezeigt zu haben. Berichte über rassistische Bemerkungen in Chat-Gruppen hatten auch in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Geisel und Slowik hatten im August dieses Jahres ein Elf-Punkte-Konzept gegen rechtsextremistische Einstellungen bei Polizisten vorgestellt.

Die neue Beauftragte, Svea Knöpnadel, soll die Bemühungen gegen Extremismus in den eigenen Reihen besser koordinieren. Neben der Kommunikation mit Beamten und Bürgern besteht ihre Aufgabe laut Polizei und Innenverwaltung auch in Aus- und Fortbildung sowie in der Sensibilisierung von Polizeibeamten.

„Gemeinsam und entschlossen gegen extremistische Tendenzen“

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte Knöpnadels Einsetzung. „Es ist gut und wichtig, dass die einzelnen Bestandteile des Elf-Punkte-Plans zeitnah mit Leben gefüllt werden“, sagte Berlins GdP-Vorsitzender Norbert Cioma. Knöpnadel sei aufgrund ihrer Expertise eine gute Wahl. Die Aufgabe könne aber nicht nur an einer Person hängen. „Wir alle müssen gemeinsam und entschlossen gegen extremistische Tendenzen in der Gesellschaft und innerhalb unserer Behörde eintreten“, sagte Cioma.

Svea Knöpnadel begann ihre Ausbildung für den gehobenen Dienst der Kriminalpolizei im Oktober 1999 an der damaligen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege. Sie arbeitete als Sachbearbeiterin im Rauschgiftdezernat des Landeskriminalamtes, dann ließ sie sich für den höheren Dienst an der Deutschen Hochschule der Polizei ausbilden. Im Oktober 2016 wurde sie stellvertretende Dezernatsleiterin im Landeskriminalamt für den Bereich der Organisierten Kriminalität. „Ich freue mich sehr, als erste Extremismusbeauftragte der Polizei Berlin in einen engen, themenbezogenen Austausch treten und die Vielfalt und Wichtigkeit meiner Funktion sowohl nach innen als auch nach außen repräsentieren zu können“, sagte Knöpnadel.