Tempelhof-Schöneberg

Bürgerbefragung: Wie soll sich mein Kiez entwickeln?

Tempelhof-Schöneberg erarbeitet derzeit sogenannte Bezirksregionenprofile. Dafür werden die verschiedenen Ortsteile genau analysiert.

Der Renee-Sintenis-Platz in Friedenau. Bürger sollen auch Orte nennen, an denen sie sich häufig aufhalten.

Der Renee-Sintenis-Platz in Friedenau. Bürger sollen auch Orte nennen, an denen sie sich häufig aufhalten.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Berlin.  Verwaltung und andere Akteure wollen den Bezirk Tempelhof-Schöneberg aktiv gestalten. Und Bürger sollen mitreden. Wie sind die verschiedenen Ortsteile aufgebaut, wer lebt hier? Wohin soll die Entwicklung gehen? Und wie ist dieses Ziel zu erreichen? Um das herauszufinden, befragt das Unternehmen raumscript im Auftrag des Bezirks derzeit Bürger, die in Marienfelde, Mariendorf und Friedenau leben oder arbeiten nach ihren Eindrücken. Bis zum 15. November können Anregungen dazu gegeben werden, was im Bezirk angepackt werden muss.

In sogenannten Bezirksregionenprofilen sollen die drei Ortsteile charakterisiert und Handlungsziele, an denen sich die Verwaltung orientiert, formuliert werden. Bürger sind dabei gefragt, genau diese Handlungsziele zu nennen und andere Anregungen zu geben. Gefragt wird unter anderem nach häufig genutzten Orten, der Wohn- und Mietensituation, Grün- und Parkflächen oder Kunst und Kultur. Interessierte haben drei Möglichkeiten an der Befragung teilzunehmen.

Kärtchen, die ausgefüllt an raumscript zurückgeschickt werden, wurden vorab an gut besuchten Orten ausgelegt wurden (Ärzte, Bäcker usw.). Unter www.mein.berlin.de/projekte können Angaben online hinterlassen werden. Es gibt außerdem eine telefonische Sprechstunde: 29. Oktober, 10 bis 12 Uhr, am 27. Oktober und 4. November, 18 bis 20 Uhr, und am 29. Oktober und 5. November, 16 bis 18 Uhr. Die Mitarbeiter von raumscript werten die Ideen im Anschluss aus: „Die gesammelten Anregungen aus der Öffentlichkeit und von den lokal agierenden Akteure und Akteurinnen fließen in die Erstellung der Bezirksregionenprofile ein, ebenso sind Politik und Verwaltung an der Erarbeitung beteiligt. Die Verwaltung arbeitet hier ämterübergreifend zusammen“, teilt das Berliner Unternehmen auf Nachfrage mit.

Tempelhof-Schöneberg: Bezirksregionenprofile werden am Anschluss veröffentlicht

Das Ergebnis besteht dann aus einem Analyse- und einem konzeptionellen Teil. Im Analyseteil stellt der Bezirk mithilfe seiner Fachbereiche umfangreiche Datenanalysen zu den unterschiedlichen Bezirksregionen zusammen. Dafür werden Informationen des Statistischen Bundesamts Berlin-Brandenburg genutzt, die aktuelle Zahlen zu beispielsweise Einwohnern und sozialer Struktur liefern. Die Ortsteile werden aber auch hinsichtlich der Schwerpunktthemen wie Wohnen, Gesundheit, Mobilität, Bildung, soziale Struktur, Wirtschaft, Umwelt und anderer betrachtet.

Der konzeptionelle Teil enthält die zukunftsgerichteten Ideen, die der Bezirk mit seinen Fachämtern, lokalen Akteuren sowie den Bürgern erarbeitet hat. Aus den genannten Wünschen und Potenzialen sollen konkrete Ziele formuliert werden. Die gesammelten und ausgewerteten Daten werden dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

2017 wurden in einem ersten Schritt sogenannte Bezirksprofile für alle sieben Ortsteile Tempelhof-Schönebergs angelegt und durch die Arbeitsgemeinschaft Sozialraumorientierung beschlossen. Das Bezirksprofil ist eine Gesamtschau, die die sozialräumliche Steuerung und Planung verbessern soll. Im Anschluss wurden die ersten Bezirksregionenprofile für die alle Ortsteile – Lichtenrade, Tempelhof, Schöneberg Nord und Schöneberg Süd, Mariendorf, Friedenau und Mariendorf – ein erstes Mal erarbeitet. Nun erfolgt die Aktualisierung.