Corona in Berlin

Welche Regeln an den Schulen in Berlin jetzt gelten

Die Oberstufenschüler müssen im Unterricht nun Maske tragen, gelüftet wird auch – doch viele fühlen sich nach den Ferien unsicher.

Für Oberstufenschüler heißt es ab dieser Woche auch im Unterricht – verpflichtend Maske tragen.

Für Oberstufenschüler heißt es ab dieser Woche auch im Unterricht – verpflichtend Maske tragen.

Foto: Guido Kirchner / dpa

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Berlin steigt weiter.
  • Dennoch sollen die Schulen so lange wie möglich offen bleiben
  • Maskenpflicht an den Schulen in Berlin, Lüften, Stufenplan - das sind die neuen Regeln.

Die Schule geht wieder los, zwei Wochen Herbstferien sind vorbei – 14-Tage, eigentlich ein überschaubarer Zeitraum. Doch nicht dieses Jahr. Die Kurve der Corona-Neuinfektionen zeigt seit Ferienbeginn steil nach oben. Wenn nun also die Schule wieder losgeht, haben viele ein mulmiges Gefühl – Schüler, Lehrkräfte, Eltern. Trotzdem gibt es einen Konsens: Die Schulen sollen so lange wie nur möglich offen bleiben. Deshalb gilt jetzt der Corona-Stufenplan. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Schulstart.

Wer muss jetzt eigentlich im Unterricht Maske tragen?

Alle Schulen der Hauptstadt starten im Corona-Stufenplan auf der Stufe Gelb – ganz unabhängig, ob das Infektionsgeschehen im Bezirk hoch oder niedrig ist. Das bedeutet Maskenpflicht auch im Unterricht für alle Oberstufenschüler. Weil es da Unklarheiten gab, hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in einem Schreiben klargestellt, wer genau zu dieser Gruppe gehört und Maske tragen muss: „Das heißt an Gymnasien in Klassenstufe 11 und 12 sowie an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen in Klassenstufe 12 und 13 und im Wahlpflichtunterricht der Klassenstufe 11.“ Außerdem in allen „beruflichen Schulen“, dazu gehören die Oberstufenzentren.

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Wann wird meine Schule im Corona­stufenplan neu eingestuft?

Es ist vorgesehen, dass am kommenden Donnerstag Schulaufsicht und Gesundheitsamt im jeweiligen Bezirk zum ersten Mal über ihre Schulen beraten. Sie schauen, wie viele Coronafälle an der Schule womöglich direkt aufgetreten sind und auch, wie die Situation generell im Bezirk ist. Danach kann es gut sein, dass eine Schule eine neue Farbe erhält: womöglich wird sie auf Grün heruntergestuft, weil keine Fälle in der Schule aufgetreten sind und es auch im Bezirk eher ruhig aussieht. Oder hochgestuft auf Orange, im schlimmsten Falle sogar Rot. Die Maßnahmen der neuen Farbe werden dann am Montag darauf erstmalig umgesetzt. Und in der Woche wird donnerstags dann wieder neu eingeordnet. So geht das Woche für Woche.

Erst Donnerstag? Ist das nicht zu spät?

„Ich gehe davon aus, dass wir nach dem Schulbeginn in der kommenden Woche zusammen mit der Schulaufsicht und dem Gesundheitsamt auf die aktuelle Datenlage in unseren Schulen sehr schnell reagieren werden“, sagt die Neuköllner Schulbezirksstadträtin Karin Korte (SPD). In ihrem Bezirk sind die Corona-Fallzahlen besonders hoch, dazu kommen viele reisrückkehrende Schüler. Es gibt Schulen, die warten gar nicht erst ab – wie das Rückert-Gymnasium in Tempelhof-Schöneberg. Dort gilt ab Montag für alle Jahrgangsstufen: Masketragen im Unterricht. Das sei aufgrund der hohen Coronazahlen und der teilweise kleinen Räume in der Schule notwendig, argumentiert die Schulleitung.

Wie läuft das Lüften?

Ja, Lüften in geschlossenen Räumen gilt als Geheimwaffe gegen die Covid-19-Verbreitung, deshalb hat der Hygienebeirat der Senatsverwaltung ein Lüftungskonzept an die Schulen herausgegeben. Nun werden regelmäßig die Fenster in der Klasse geöffnet, auch einmal während des Unterrichts. Immer für drei bis fünf Minuten. Allerdings: es gibt Schulen, da geht das nicht, da können Fenster nur gekippt werden. Die Senatorin sieht die als „Einzelfälle“, die Bezirke müssten sich notfalls um Umbauten kümmern. Viel scheint da aber noch nicht geschehen. Es gibt auch bis heute keine Liste, um wie viele Schulen es sich eigentlich handelt.

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Was sagen die Schulen?

„Ich gehe mit höchster Anspannung in diesen Montag“, sagt Schulleiterin Astrid-Sabine Busse. Sie leitet die Grundschule in der Köllnischen Heide in Neukölln und ist außerdem Vorsitzende des „Interessenverband Berliner Schulleitungen“. Mulmig sei ihr zumute. „Es ändert sich jeden Tag – und nicht zum Guten.“ Sie selbst hat bei der Entwicklung des Corona-Stufenplans für die Berliner Schulen mitgearbeitet, aber diese Dynamik hätten sie damals nicht vorhergesehen. Besonders belastend findet sie, dass nun sie als Schulleiterin möglicherweise über Quarantäne entscheiden muss – die Gesundheitsämter kommen damit nicht mehr hinterher. „Dann muss ich eine Klasse, Lehrkraft oder Erzieher in Quarantäne schicken“, sagt sie. Das sei bitter. Und die Kinder? „Die tragen alles mit größerer Fassung als die Großen.“

Was sagen die Schüler?

„Das wird am Montag wortwörtlich ein Sprung ins Kalte sein“, meint Landesschülersprecher Richard Gamp. Vielen Mitschülern sei noch gar nicht klar, wie stark die Klassenzimmer bald auskühlen, wenn regelmäßig gelüftet wird. Außerdem fällt ihm auf, wie unterschiedlich gut oder schlecht Schulen ihre Schüler informieren. Aber zumindest das mit der Maskenpflicht sei bei den meisten Oberstufenschülern angekommen.

Was sagen die Eltern?

„Die Elternschaft spaltet sich immer stärker auf“, beobachtet Landeselternsprecher Norman Heise. Es gibt die Eltern, die für totale Maskenpflicht sind, die Maskengegner, „dazwischen noch die Alu-Hüte“. Und auch die Ängste seien sehr unterschiedlich ausgeprägt. Was alle eint – hoffen, dass es gut geht.