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Flughafen Tegel: Der besondere Charme der Business Lounge

Noch 14 Tage bis zur Schließung des Flughafens Tegel. Zeit vor dem letzten Abflug für einen Besuch in der Business Lounge.

Hinweis in TXL-Tegel-Gelb: Hier geht es zur Business Lounge im Flughafen Tegel, zumindest noch ein paar Tage.

Hinweis in TXL-Tegel-Gelb: Hier geht es zur Business Lounge im Flughafen Tegel, zumindest noch ein paar Tage.

Foto: Privat

Es gibt sie an allen Flughäfen – die besonderen Aufenthaltsräume für Vielflieger oder für die, die einen Businessflug gebucht haben. Der Zugang zu einer Business Lounge wird weltweit streng reguliert, meist muss man einer freundlichen Airline-Mitarbeiterin vorbei, die das Ticket ganz genau kontrolliert. Dann findet man sich in großzügigen Räumen wieder, die von außen nicht einsehbar sind. Mit vielfältigen Büffets, großer Getränke-Auswahl, Zeitungen und Zeitschriften – und sauberen Toiletten. Wenn es ganz besonders gut läuft für den Flugreisenden, gibt es auch Duschen und Schlafplätze. Jeder, der schon einmal nach Asien, an die amerikanische Westküste oder nach Australien unterwegs war und beim Umsteigen mehrere Stunden Aufenthalt hatte, weiß diesen Luxus sehr zu schätzen.

Eine freundliche Lufthansa-Mitarbeiterin kontrolliert das Ticket

Auch am Flughafen Tegel gibt es sie, die Business Lounges. Von Air France, British Airways oder Lufthansa. Im Terminal A gelegen, muss man zur Lufthansa ein paar Treppen hinauf oder den kleinen Aufzug benutzen. Oben angekommen, öffnet sich auch in diesen Tagen die automatische Tür – und die freundliche Lufthansa-Mitarbeiterin kontrolliert das Ticket und bittet darum, das Kontaktformular auszufüllen. So ist das in Corona-Zeiten. Dass die Lounge überhaupt wieder geöffnet ist, wundert auch die Lufthansa-Frau. Aber lange kann man diesen Service nicht mehr nutzen, denn am 7. November, da wird die Lounge endgültig geschlossen.

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Die Ledersessel sind in die Jahre gekommen

Wer zum ersten Mal die Business Lounge in Tegel betritt, wird das Bemühen der Airline anerkennen, aus einem kargen Raum etwas Besonderes zu machen. Doch die hellbraunen und schwarzen Ledersessel sind über die Jahre in die Jahre gekommen, die weißen Beistelltische wirken wie aus der Zeit gefallen. An anderer Stelle könnte man, wenn man wollte, sich zu zweit auf schwarze Stühle an braune Bistrotische setzen. Schon immer war das Büffet in Tegel überschaubar, in Corona-Zeiten gibt es kleine belegte Brötchen und Vollkornbrote mit Käse und Schinken, dazu kleine Gläschen Obstsalat. Nur zum Verzehr in der Lounge, heißt es auf kleinen Schildchen. Wo auch sonst?

Die Sicherheitskontrollen in Tegel dauerten länger und länger

In den guten Zeiten war die Lounge oft voll, die Stunde vor dem Abflug konnte man dort gut überbrücken – und die besseren Waschgelegenheiten nutzen. In den letzten Jahren mussten immer mehr Passagiere in Tegel abgefertigt werden, die Sicherheitskontrollen dauerten länger und länger, wer nicht mindestens eine Stunde vor dem Boarding anstand, riskierte, seinen Flug zu verpassen. Für einen Aufenthalt in der Lounge mit dem besonderen Charme hätte man also mindestens zwei Stunden vor Abflug in Tegel sein müssen. Wer wollte das schon?

Dieser Abschied fällt nicht schwer

In Corona-Zeiten werden nun noch wenige tausend Passagiere am Tag in Tegel abgefertigt. Das geht schnell, bei der Sicherheitskontrolle, beim Boarding, die Flüge sind meist nicht ausgebucht. Also bleibt vor dem letzten Abflug von Tegel Zeit für einen Abstecher in die Business Lounge. Dieser Abschied fällt nicht schwer, da mag der Charme noch so ein besonderer sein.

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