Tarife

Warnstreiks im Brandenburger öffentlichen Dienst

Die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in Brandenburg erwarten in den Tarifverhandlungen höhere Einkommen. Das Angebot der Arbeitgeber ist für sie bislang nicht akzeptabel.

Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo.

Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo.

Foto: dpa

Potsdam. In Brandenburg sind am Mittwochmorgen Mitarbeiter von Verwaltungen, Kitas und Entsorgungsbetrieben in den Ausstand getreten. Einen Tag vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst von Bund und Ländern in Potsdam wollten sie nach Gewerkschaftsangaben noch einmal Druck machen.

Etwa 300 Beschäftigte trafen sich in Potsdam auf dem Luisenplatz zur Abschlusskundgebung - unter Corona-Bedingungen und mit Einhaltung der Hygienevorgaben.

Bestreikt wurden mit Beginn der Frühschicht die Stadtentsorgung Potsdam (STEP), die Kreisverwaltungen Teltow-Fläming und Havelland sowie Verwaltungen und Kindertagesstätten in Hennigsdorf, Falkensee, Rathenow, Nauen und weiteren Gemeinden. Bürger mussten sich tagsüber auf Einschränkungen einstellen, hieß es.

"Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gebremst", sagte der Verdi-Bezirksgeschäftsführer Potsdam-Nordwestbrandenburg, Mike Döding. Die Kollegen seien zu Beginn der Corona-Krise beklatscht und bejubelt worden, davon sei nur noch wenig zu spüren. "Die Mitarbeiter sind kampfbereit", betonte er. Das vorliegende Angebot der Arbeitgeber bedeute nur minimale Erhöhungen, die noch nicht einmal ein Inflationsausgleich seien. Lasse man sich darauf ein, drohten zudem Gehaltskürzungen.

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde Gehaltserhöhungen von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem soll es eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro geben. Die Arbeitgeber haben für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die dritte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ist für Donnerstag und Freitag angesetzt.