Flughafen

Tegel-Schließung: Der Souvenirhandel floriert

In 19 Tagen wird der Flughafen Tegel in Berlin geschlossen. Viele Menschen kaufen Souvenire, um den Aiport in Erinnerung zu behalten.

Der Flughafen Tegel ist nach dem Flugpionier Otto Lilienthal benannt.

Der Flughafen Tegel ist nach dem Flugpionier Otto Lilienthal benannt.

Foto: Carsten Koall / dpa

Berlin. Seien es die Taschen mit der von einem knallroten Herz umrahmten Aufschrift „TXL“, ein Bild des Terminals auf Geschirrtüchern, oder das dem Flughafen typische Hexagon auf Tassen – auch wenn der Flughafen Tegel in 19 Tagen seinen Betrieb einstellt, wird er so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Dafür sorgt das Berliner Designerlabel „s.wert design“ mit seiner Kollektion „BYE BYE TXL“, die im Laden an der Brunnenstraße in Mitte ausliegt. „Wir wissen alle, dass das Ende naht“, sagt Inhaberin Sandra Siewert über Tegel „darum möchte man sich jetzt schnell noch Erinnerungsstücke sichern.“ Seit dem Sommer sei die Nachfrage nach Souvenirs des Airports gestiegen.

Die Kollektion wird in Deutschland produziert

„Wir visualisieren die Stadt und was in ihr passiert. Darum ist es normal, dass wir jetzt zur Schließung von Tegel so eine Kollektion herausbringen“, so die studierte Architektin. „S-Ware“ produziert lokal in Deutschland. So könne das 2003 gegründete Unternehmen die Herstellung flexibel der Nachfrage anpassen. „Das ist auch jetzt wieder praktisch. Würden wir unsere Artikel containerweise aus China liefern lassen, sähe das Ganze schon komplizierter aus.“

Für die kommenden Wochen rechnet Siewert mit einer weiterhin guten Nachfrage für die Kollektion „BYE BYE TXL“, jedoch auch nicht mit Überraschungen durch sehr hohe Verkaufszahlen. Das Designerlabel aus Mitte hat sich darauf spezialisiert, Berliner Sehenswürdigkeiten auf bunten Artikeln festzuhalten. „Wir versuchen, die grafische Essenz der Gebäude festzuhalten, indem wir uns mit der Architektur beschäftigen. Im Fall von TXL dominiert die Form des Sechsecks, die sich – angefangen beim Grundriss – bis in die kleinsten Details durchzieht, etwa die Bodenfliesen im Inneren“, erklärt Siewert. „Diese Hexagons sind außerdem grafisch gut einzubringen, da sie nicht sofort verraten, dass es sich beim Artikel um ein Souvenir handelt.“

„Das Gebäude bleibt, nur dass es kein Flughafen mehr ist“

Erfahrungsgemäß steige das Interesse an einem Gebäude in den Monaten nach seiner Schließung noch, denn die Menschen würden dadurch plötzlich stärker darauf aufmerksam, und wollten sich noch mal erinnern, unter anderem durch die Artikel von „S-Ware“. „So etwas haben wir schon häufiger beobachtet, zum Beispiel beim ,Ahornblatt’“, sagt die Inhaberin „aber das legt sich nach einer Weile auch wieder.“ Gut sei, dass Tegel nicht völlig verschwinde. „Das Gebäude bleibt, nur dass es kein Flughafen mehr ist.“

Auch was das nächste Jahr betrifft, haben Siewert und ihr Team erst einmal dafür gesorgt, dass der Flughafen in Reinickendorf nicht in Vergessenheit gerät: „Unser Kalender für 2021 beginnt im Januar mit einem Bild von Tegel. Wenn dieser dann schon nicht mehr in echt da sein wird, kann man das Jahr wenigstens zu Hause mit ihm beginnen.“

Hier erhalten Sie das Magazin „Danke, Tegel!“

Die Berliner Morgenpost hat ein Sonder-Magazin herausgebracht, das sich ganz dem Flughafen Tegel widmet. Auf mehr als 100 Seiten zeigen wir die schönsten Bilder aus der Geschichte des Flughafens, bieten spannende Interviews mit Architekten, Piloten und Prominenten. Berlinerinnen und Berliner erzählen von den schönsten und skurrilsten Begebenheiten, die sie in Tegel erlebten. Der Preis liegt bei 8,90 Euro. Das Tegel-Magazin ist erhältlich im Handel und im Morgenpost-Shop unter: shop.morgenpost.de