Weihnachten in Berlin

Mit Maske auf die Berliner Weihnachtsmärkte

Der Senat plant ein Konzept mit verstärkten Einlass- und Zugangskontrollen. Die Bezirke sollen auf Standgebühren verzichten.

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gehört zu den 27 Weihnachtsmärkten, die öffnen werden.

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gehört zu den 27 Weihnachtsmärkten, die öffnen werden.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Trotz steigender Infektionszahlen und einer geplanten Verschärfung der Corona-Einschränkungen will Berlin auch in diesem Jahr Weihnachtsmärkte in der Stadt ermöglichen. Dazu erarbeitet der Senat derzeit ein Konzept, das am Dienstag zusammen mit der neuen Infektionsschutzverordnung beschlossen werden soll. Das Konzept sieht enge Vorgaben für die Durchführung von Weihnachtsmärkten vor. So sollen „ortsangemessene Personenobergrenzen“ festgelegt werden und eine Mund-Nasenschutzpflicht bestehen.

Je nach Gegebenheit sollen die Märkte eingezäunt oder entsprechend bewacht werden, um eine Überfüllung zu verhindern. „Aufgrund der vielen Unterschiede der Berliner Weihnachtsmärkte ist ein einheitliches Hygienekonzept für alle Märkte nicht möglich“, heißt es aus der Verwaltung. Deswegen will der Senat ein Rahmenkonzept vorlegen, das dann vor Ort an die Gegebenheiten angepasst werden soll. „Hierzu wurde zusammen mit Visitberlin auf der Basis einer Machbarkeitsstudie des Deutschen Schaustellerverbandes, unterstützt durch den Deutschen Tourismusverband, eine Orientierungshilfe entwickelt“, heißt es in dem Konzept, das unter Federführung der Wirtschaftsverwaltung erarbeitet wird. In Spitzenzeiten soll der Zugang verstärkt kontrolliert werden, ein privat zu organisierender Ordnungsdienst soll die Einhaltung der Vorschriften überwachen und durchsetzen.

Derzeit sind trotz zahlreicher Absagen 27 Weihnachtsmärkte in den Bezirken geplant. Sie reichen vom Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt in Mitte über den Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg und dem Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg bis zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt am Gutshof zu Schloss Britz (komplette Liste: www.berlin.de/weihnachtsmarkt/2020-geoeffnet). Die Märkte wollen am 23. November ihre Türen für Besucher öffnen - sollte die Corona-Lage sich nicht weiter verschlechtern und eine kurzfristige Absage erzwingen.

Charlottenburg-Wilmersdorf will den Tauentzien sperren

Zu den Vorgaben gehört auch, dass die Gastronomieangebote deutlich voneinander abgetrennt werden, damit die Abstands- und Hygienegebote eingehalten werden können. Der Senat will zudem erreichen, dass für die in der Corona-Krise finanziell schwer geschädigten Schausteller die Standgebühren in diesem Jahr erlassen werden, um ihnen einen finanziellen Ausgleich zu ermöglichen.

In den Bezirken haben bereits die Vorbereitungen begonnen. So plant Charlottenburg-Wilmersdorf zwar eine Reduzierung der Stände, aber eine Ausweitung der Ausstellungsfläche. Dazu soll die nördliche Fahrbahn des Tauentzien zwischen Europa-Center und Nürnberger Straße für den Weihnachtsmarkt genutzt werden, wie Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) sagte. Seit einigen Wochen schon wird in Charlottenburg-Wilmersdorf darüber debattiert, wie der Weihnachtsmarkt in Zeiten der Corona-Krise optimal vorbereitet und ausgerichtet werden kann.

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Laut Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) dürfen insgesamt 5000 Besucher das Gelände betreten - sollte der Senat an diesem Dienstag nicht eine Reduzierung der Besucherzahl für öffentliche Veranstaltungen beschließen. Das Gesundheitsamt habe bereits Anfang des Jahres ein Hygienekonzept erarbeitet. In Spandau wurde der traditionsreiche Weihnachtsmarkt in der Altstadt wegen der Corona-Pandemie bereits im August abgesagt. Der Bezirk plant aber eine Alternative in der Zitadelle Spandau.

Die Diskussion über Weihnachtsmärkte während der Corona-Krise bewegt nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland. Auch Großstädte wie Köln oder München überlegen seit einiger Zeit, in welcher Größe und Form sie ihre Weihnachtsmärkte ausrichten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte ein Glühweinverbot angeregt, davon ist in den Berliner Planungen allerdings bislang nicht die Rede.