Feuerwehr

Neue App soll helfen, Leben zu retten

Mit einem neuen Handy-Programm will die Feuerwehr schneller bei Herzstillstand reagieren können.

Via App werden Ersthelfer über Notfälle informiert.

Via App werden Ersthelfer über Notfälle informiert.

Foto: bm / BM

Berlin. Diese App auf dem Smartphone soll künftig Leben retten. Jährlich erleiden laut Feuerwehr 2600 Menschen in Berlin einen Herzstillstand. Nur jeder Zehnte überlebt dieses Ereignis ohne bleibende Schäden. Mit einem neuen Programm sollen Betroffene nun schneller Hilfe bekommen. Am Freitag stellte die Feuerwehr das Hilfsmittel vor.

Das Programm heißt „Katretter“ und wurde von der Berliner Feuerwehr getestet. Jetzt kann es in den Regelbetrieb gehen. Das System wurde von Berlins Landesbranddirektor Karsten Homrighausen und dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes, Stefan Poloczek, offiziell in den Dienst gestellt.

Schnelle Hilfe ist immens wichtig

„Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, dass unmittelbar nach dem Herzstillstand und vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage begonnen wird“, teilte die Feuerwehr mit. Ziel sei es, die Anzahl der Ersthelfenden zu vergrößern und diese zu organisieren. Und genau dabei soll „Katretter“ künftig helfen. Der Tag der Präsentation war dabei nicht zufällig gewählt. Am Freitag war der weltweite Tag der Wiederbelebung.

Wie funktioniert die neue App? Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr wird künftig bei Alarmierungen zum Herz-Kreislauf-Stillstand die Koordinaten der Einsatzstelle an die „Katretter“ übermitteln. Die App benachrichtigt dann registrierte Ersthelfende, die das System installiert haben und sich in der Nähe des Notfallortes befinden. Sie haben 30 Sekunden Zeit, Hilfe zuzusagen. Landesbranddirektor Homrighausen sagte: „Selbstverständlich beteiligt sich die Berliner Feuerwehr an so wichtigen Digitalisierungsprojekten. Nach sorgfältiger Erprobung der App kann sich nun jede Ersthelferin und jeder Ersthelfer registrieren“. Für die Steigerung der Überlebensrate und die Verringerung von Spätfolgen sei der Einsatz von Menschen, die Ersthelfer sind, von zentraler Bedeutung. „Sie übernehmen im entscheidenden Moment Verantwortung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts”, so Homrighausen weiter.

Ziel ist, dass 40.000 Ersthelfer die App installieren

Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Stefan Poloczek, sagte: „Diese Innovation ermöglicht es uns, die behandlungsfreie Zeit beim Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Einsatz von Ersthelfern weiter zu verkürzen.“ Langfristiges Ziel sei es, dass in Berlin 40.000 Ersthelfer die App installieren. Die Feuerwehr hatte vor einem Jahr mit dem Probebetrieb des Systems begonnen. Zum Ende der Erprobungsphase seien bereits 1500 Menschen registriert worden. In der ersten Oktoberwoche waren bei fast einem Drittel der Reanimationsalarme auch Ersthelfende am Notfallort.