Fußball

Karius oder Luthe im Tor? Fischer entscheidet und schweigt

Ohne Probleme hätte Urs Fischer am Freitag die Nummer eins beim 1. FC Union Berlin verkünden können. Doch der Trainer behält die Entscheidung für sich. Am Sonntag geht es gegen Schlusslicht Schalke.

Urs Fischer, Trainer beim 1.FC Union Berlin.

Urs Fischer, Trainer beim 1.FC Union Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Eine Entscheidung in der Torwartfrage ist zwar längst gefallen und sogar schon intern kommuniziert, darüber sprechen wollte Urs Fischer aber nicht. "Natürlich habe ich mich entschieden", sagte der Trainer des 1. FC Union Berlin am Freitag: "Mehr muss ich zu dem Thema nicht sagen, ich brauche das auch nicht zu rechtfertigen." Doch ob nun Loris Karius oder Andreas Luthe am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) bei Tabellenschlusslicht FC Schalke 04 zwischen Unions Pfosten steht? Selbst mehrere Nachfragen beim Schweizer konnten das nicht aufklären.

"Eine Entscheidung ist getroffen, dass einer der beiden im Tor stehen wird", sagte Fischer. Was ihn daran hinderte, zwei Tage vor der Begegnung Klarheit zu schaffen, konnte der Coach nicht erklären. Der 27 Jahre alte Karius, der gerade vom FC Liverpool ausgeliehen wurde, gilt jedenfalls als klarer Favorit auf die Rolle des neuen Stammkeepers. Der erst im Sommer vom FC Augsburg verpflichtete Luthe hatte an den ersten drei Spieltagen im Tor der Eisernen gestanden.

"Es ist mein Anspruch zu spielen und ich bin positiv gestimmt. Ich wäre auf jeden Fall bereit", sagte Karius zur Rolle der möglichen Nummer eins und ergänzte: "Ich versuche, jeden Tag zu überzeugen".

Sein letztes Pflichtspiel hat Karius, der seit 2018 von Liverpool an Besiktas Istanbul ausgeliehen war, am 15. März gegen Galatasaray Istanbul bestritten. Im Mai kam er zum FC Liverpool zurück, wurde aber von Trainer Jürgen Klopp nicht mehr in den Kader berufen. "Ich habe in Liverpool nicht mehr die Perspektive gesehen und wollte nicht nur auf der Bank sitzen. Die Bundesliga hat mich immer gereizt", sagte Karius. Vor seinem Wechsel nach England 2016 hatte er in fünf Jahren für den FSV Mainz 05 91 Bundesligapartien absolviert.

Union soll er nun Rückhalt geben. Sein neuer Club liegt vor dem vierten Spieltag mit vier Zählern als Neunter ziemlich im Soll, dagegen steht Schalke unter dem neuen Coach Manuel Baum als Tabellenletzter ohne Punkt unter Druck. "Das wird ein ganz schwieriges Auswärtsspiel", sagte Fischer. "Wichtig ist, dass wir auf uns schauen." Die Situation bei den Schalkern dürfe für die Gäste keine Rolle spielen. Verzichten müssen die Berliner in Gelsenkirchen auf die angeschlagenen Nico Schlotterbeck und Anthony Ujah.

Schalke hat saisonübergreifend seit 19 Ligaspielen nicht gewonnen und den bisher schlechtesten Liga-Start der Historie hingelegt. "Wenn eine Mannschaft so lange nicht gewonnen hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bald zündet. Ich hoffe, dass dies nicht gegen uns geschieht", sagte Profifußball-Geschäftsführer Oliver Ruhnert den "Ruhr-Nachrichten" (Freitag).

Der 47-Jährige, der von 2014 bis zu seinem Wechsel nach Berlin im Jahr 2017 Direktor des Nachwuchsleistungszentrums gewesen war, ist noch immer Mitglied bei den Schalkern. "Schalke kann nicht absteigen! Dafür hat dieser Kader viel zu viel Potenzial", sagte Ruhnert. Dem stimmte auch Fischer zu: "Sie verfügen über einen wirklich guten Kader. Es gibt viele Dinge, die wir gut machen müssen, um aus Gelsenkirchen etwas mitzunehmen."