Corona-Pandemie

Berliner Startup „Getyourguide“ entlässt 90 Mitarbeiter

Durch Corona gingen beim Reise-Startup „Getyourguide“ die Umsätze auf Null. Mit 90 Mitarbeitern muss ein Sechstel der Belegschaft gehen

Die Gründer des Startups "Getyourguide" Johannes Reck (links) und Tao Tao.

Die Gründer des Startups "Getyourguide" Johannes Reck (links) und Tao Tao.

Foto: Katarzyna Skrzypek / GetYourGuide

Berlin/Zürich. Die zweite Coronawelle ist mit voller Wucht auch auf das Berliner Reise-Startup „Getyourguide“ zugerollt. Das Unternehmen will mit 90 Mitarbeitenden fast ein Sechstel der Belegschaft entlassen. Zuerst hatte das Internetportal „Gründerszene“ darüber berichtet. „Der derzeitige Status der Erholung des Reisemarktes zeigt, dass wir unser Unternehmen an die aktuelle Realität anpassen müssen“, heißt es in einer Stellungnahme der Geschäftsführung. Man befände sich aktuell an einem Wendepunkt. Die Entscheidung sei bereits am Dienstag in der Belegschaft verkündet worden.

Im vergangenen Jahr galt Getyourguide noch als Branchenprimus. Investoren bewerteten das Startup mit mehr als einer Milliarde Euro. Mit Beginn der Pandemie in Deutschland im März 2020 sanken die Umsätze nicht nur auf Null. Das Unternehmen musste seinen Kunden Entschädigungen zahlen und hatte gleichzeitig weiter laufende Kosten.

„Getyourguide“: Im Sommer sah es noch nach Erholung aus

Im Frühjahr schickte das Unternehmen noch einen Großteil seiner Angestellten in Kurzarbeit. Die Geschäftsführung verkündete im Mai, dass man keine Entlassungen plane. Im Sommer erwirtschaftete „Getyourguide“ nach eigenen Angaben 40 Prozent des Vorjahresumsatzes, was zunächst nach einer konjunkturellen Erholung aussah.

„Getyourguide“ wurde 2008 von Johannes Reck und Tao Tao in Zürich gegründet und zog anschließend nach Berlin. Das Unternehmen verkauft Ausflüge, Eintrittskarten und Führungen. Ob ausschließlich Mitarbeiter am Hauptsitz Berlin oder auch an den Standorten Zürich und Las Vegas betroffen sind, ist derzeit noch unklar. „Getyourguide“ befindet sich seit Monaten in einem Rechtsstreit mit „Google“. Das Startup wirft dem Internetriesen vor, seine Daten für eigene Touristik-Angebote zu nutzen.