Fußball

Kompliziert: Hertha-Vorbereitung auf VfB-Spiel

Es wird nicht leichter. Bruno Labbadia kann seine Planungen für die Partie gegen Ex-Club Stuttgart erst einen Tag vorher richtig angehen. Doch damit nicht genug.

Herthas Neuzugang Matteo Guendouzi.

Herthas Neuzugang Matteo Guendouzi.

Foto: dpa

Berlin. Neuzugang Mattéo Guendouzi mit Corona infiziert, teilweise nur elf Spieler beim Training und nebenbei sorgen auch noch Aussagen von Jens Lehmann für Klärungsbedarf. Von einer stressfreien und geordneten Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart kann bei Hertha BSC kaum die Rede sein. Zwei Tage vor der Partie gegen seinen ehemaligen Verein verbrachte Trainer Bruno Labbadia nach eigener Aussage allein vier Stunden damit, die Rückkehr von den Länderspielreisenden zu planen. "Wir wollen Nullkommanull Risiko eingehen", betonte der 54 Jahre alte Fußball-Coach.

Ein aktueller Corona-Fall reicht: Nicht zur Verfügung wird der vom FC Arsenal ausgeliehene Guendouzi stehen. Er wurde nach den Einsätzen als Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft zweimal positiv auf das Coronavirus getestet. Ihm bleibt nun nichts anderes übrig, als isoliert in seinem Zimmer die zehn Tage seiner Quarantäne zu verbringen und zu trainieren, soweit das möglich ist.

Welche Spieler Labbadia an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Olympiastadion zur Verfügung stehen, weiß der ehemalige Profi selbst noch nicht. Erst am späten Donnerstagabend wurde beispielsweise Angreifer Jhon Córdoba von der kolumbianischen Nationalmannschaft zurückerwartet. Im Laufe des Freitags würden alle Testergebnisse vorliegen. "Dann werden wir sehen, welchen Kader wir beisammen haben." Echt kompliziert sei es. Nichts, was Spaß mache, sagte Labbadia. Er betonte aber auch: "Wir tun gut daran, das Beste aus dieser Situation zu machen." Sprich: Jammern gibt's nicht. "Wir müssen uns in der Kürze der Zeit drauf vorbereiten, fertig."

Gegner Stuttgart reist nach der Rückkehr in die Bundesliga als Tabellenachter mit vier Punkten an. Hertha liegt nach einem Sieg zum Auftakt und zwei anschließenden Niederlagen auf Rang 13 mit drei Zählern. Nach dem Heimspiel geht es für den Berliner Club eine Woche später beim aktuellen Tabellenführer RB Leipzig weiter. Ein Sieg gegen den VfB könnte da sicher nicht schaden, für Labbadia wäre es in dessen 258. Bundesligaspiel der 100.

Als gebe es mit Nationalspielern auf Reisen, die dann aber nicht mal spielen, sowie allen anderen Folgen der Corona-Krise nicht schon genug zu bewältigen, sorgte auch noch die öffentlich geäußerte Zielvorgabe von Ex-Nationalkeeper Lehmann für Diskussionen. Ein Europapokalplatz muss her, so der Tenor der kurzen Ausführungen des 50-Jährigen, der für Hertha-Investor Lars Windhorst im Aufsichtsrat sitzt.

"Jens Lehmann spricht für sich und formuliert seine Erwartungen oder die des Investors. Wir formulieren die Ziele von Hertha BSC", betonte Manager Michael Preetz am Donnerstag. Einen Kompetenzkampf gebe es "überhaupt" nicht. "Es gibt in diesem Moment auch dringendere Fragen zu klären, als den Ausgang dieser Saison, zumal wir gerade am Anfang der Saison stehen und drei Spieltage absolviert haben", betonte Preetz. Was ein zweiter Lockdown bedeuten würde, machte er dabei auch deutlich: "Das wissen wir alle: Wenn die Saison nicht zu Ende gespielt werden könnte, wären das für alle existenzielle Probleme."