Corona

Linke schlägt zentrale Stelle zur Kontaktverfolgung vor

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Joachim Fahrun
Sie arbeiten am Limit: Dienstkräfte in den Gesundheitsämtern, so wie hier in Mitte.

Sie arbeiten am Limit: Dienstkräfte in den Gesundheitsämtern, so wie hier in Mitte.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Bezirke sollten unter anderem auch mehr Dolmetscher in den Gesundheitsämtern einsetzen. Kritik gibt es an Gesundheitssenatorin Kalayci.

Die Linke fordert in der Corona-Bekämpfungspolitik mehr Konzentration auf die wirklichen Probleme und weniger neue Beschlüsse zu weiteren Einschränkungen. Anstatt ständig neue Forderungen zu erheben, solle sich Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) lieber um ein gemeinsames Vorgehen der bezirklichen Gesundheitsämter kümmern und die Mängel in der „strategischen Praxis“ bekämpfen, sagten die Landesvorsitzende Katina Schubert und der Fraktionschef Carsten Schatz am Dienstag.

Vor allem müsse die fehlende Sprachkompetenz in den Gesundheitsämtern angegangen werden, so die Linken-Politiker. Die steigenden Infektionszahlen in Bezirken wie Neukölln und Mitte deuteten darauf hin, dass es vor allem Schwierigkeiten gebe, die nicht Deutsch sprechenden Menschen zu erreichen. Es spreche nichts dagegen, hier die Gemeindedolmetscher oder auch private Übersetzungsdienste bei der Kontaktnachverfolgung einzubeziehen. „Man muss es nur machen“, so Schubert.

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Neues Zentrum auf dem Messegelände aufbauen

Schatz schlug vor, ein berlinweites Zentrum zur Nachverfolgung von Kontakten etwa auf dem Messegelände aufzubauen. Denn die Bezirke müssten jetzt schnell handeln und Personal anwerben, etwa auch Studierende. Die Gesundheitsämter seien unterbesetzt, allein Pankow bräuchte laut Schatz 80 bis 100 Mitarbeiter mehr. Dabei könne der Einsatz von Bundeswehr-Soldaten in den Ämtern nur die „letzte Option“ sein.

Die Linken kritisierten die großen Unterschiede zwischen den Bezirken beim Personalaufbau zur Kontaktnachverfolgung. Bis Mitte September hätte Mitte 34 solcher Stellen eingerichtet, Friedrichshain-Kreuzberg 22 und Charlottenburg-Wilmersdorf 25, wie aus einer Antwort des Senats hervorgeht. Der neuerdings zum Hotspot gewordene Bezirk Reinickendorf steht nur mit neun zusätzlichen Stellen auf der Liste.