Herbstferien

Urlaub in der Nachbarschaft: 10 Ausflugstipps für Berlin

In der Gondel hoch über der Stadt, auf dem Rad am Wasser entlang oder Spazieren im königlichen Ambiente: zehn Ausflugstipps in Berlin.

Herbstliche Stimmung an der Glienicker Brücke.

Herbstliche Stimmung an der Glienicker Brücke.

Foto: Sergej Glanze / Funke Foto Services

Berlin. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Erlebnis-Reich direkt vor der Haustür liegt? In Berlin und Brandenburg reihen sich kleine und große Attraktionen aneinander – und viele davon kennen selbst Einheimische noch nicht. Höchste Zeit für Entdeckungstouren in die Nachbarschaft. Wir stellen Ihnen zehn Ausflugstipps für die Herbstzeit vor.

Noch viel mehr davon gibt es im neuen Magazin „Draußen in Berlin und Brandenburg“. Es verrät Ihnen, wo Sie Ihr Wanderdiplom ablegen oder die 125 Gesteine der Erdkruste bestaunen können. Wo Sie ein vergessenes orientalisches Märchenschloss erkunden oder durch Neu-Venedig paddeln können. Wo Sie im Tudor-Stil speisen und auf Schienen spazieren gehen können.

Autorinnen und Autoren der Berliner Morgenpost haben sich auf den Weg gemacht, um Berlin und die Umgebung neu zu entdecken - sie sind in der wachsenden Europa-City genauso unterwegs gewesen wie in der Villenkolonie Alsen, sie haben die Döberitzer Heide erkundet und sind durchs idyllische Schlaubetal gewandert. Und noch vieles mehr auf 108 Seiten – lassen Sie sich überraschen!

Das Magazin kann im Online-Shop unter der Adresse shop.morgenpost.de bestellt werden (8,90 Euro, für Abonnenten 7,90 Euro) und ist am Kiosk erhältlich. Eine Übersicht über die Verkaufsstellen gibt es online unter mykiosk.com.

Hoch hinaus: Die Seilbahn in den Gärten der Welt

Alpine Gefühle mitten in Berlin: Die Seilbahn auf dem ehemaligen Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in Marzahn macht es möglich. Sie schwebt 1,5 Kilometer weit vom Kienbergpark über den Kienberg in die Gärten der Welt und zurück. Auf dem Kienberg selbst hält sie auf dem Wolkenhain – einer extra für die IGA erbauten Aussichtsplattform auf 102 Höhenmetern. Von dort hat man einen traumhaften Blick über Berlins grünen Osten. Auch lohnt sich ein Rundgang durch die Gärten der Welt oder der Weg zur Naturbobbahn. Aufgrund der Corona-Pandemie herrscht in den Kabinen der Seilbahn Maskenpflicht – bereits für Kinder ab sechs Jahren. Es werden maximal vier Personen oder eine Familie befördert.

Gärten der Welt, Hellersdorfer Straße 149, 12619 Berlin / Kienbergpark, Blumberger Damm 40, 12685 Berlin, Öffnungszeiten: 10-16.30 Uhr, Kassen schließen 30 Minuten vorher, Kosten Hin- und Rückfahrt: 6,50 Euro (ermäßigt 4 Euro), www.seilbahn.berlin

Zeitreise in die Zukunft des FEZ an der Wuhlheide

Kleine Forscher aufgepasst! Im FEZ an der Wuhlheide in Köpenick läuft die ganzen Herbstferien über das Programm „Phänomenien“. In Workshops, Quizzen, Bühnenshows und Mitmachaktionen soll Kindern dort die Zukunft gezeigt werden, die hier und da schon Gegenwart ist. Die große Frage: Welche Erfindungen können unsere Erde schöner und besser machen? Die meisten Programme richten sich an Kinder ab sechs Jahre. Sie können Roboter kennenlernen und spielerisch die Grundzüge des Programmierens erlernen, virtuelle Welten schaffen, sich an 3D-Druckern ausprobieren, die Mode der Zukunft entwerfen oder im verrückten Labor experimentieren. Aufgrund der Corona-Pandemie herrscht im gesamten FEZ eine Maskenpflicht – für Kinder bereits ab 6 Jahren. Außerdem gilt es, den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.

FEZ Berlin, Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin, Tickets für die Zeit-Slots dienstags bis freitags 10- 13 Uhr sowie 14- 17 Uhr, sonnabends und sonntags 12- 18 Uhr, Tickets pro Zeit-Slot kosten 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Programm und Buchung unter ferienfez.fez-berlin.de

Dahlem-Tour: Auf dem Rad durch den grünen Südwesten

Berlins grünen Südwesten kann man kaum besser entdecken als mit dem Fahrrad. Die Dahlem-Rundtour führt 18 Kilometer vorbei an außergewöhnlichen Gebäuden wie dem Haus am Waldsee, an der Domäne Dahlem und an viel Natur. Start und Ziel ist der U-Bahnhof Dahlem Dorf (U3). Von dort geht es zum Botanischen Garten und dann immer westwärts, zumeist über Straßen mit wenig Verkehr. Dabei kreuzt die gut ausgeschilderte Strecke die Thiel-, Clay- und Argentinische Allee sowie den Mexikoplatz. Ab dem Schlachtensee geht es am Grunewald entlang zurück. Ohne Pause fährt man gut anderthalb Stunden. Aber es lohnt sich hier und da ein Stopp.

Der Botanische Volkspark lockt mit Gartenkunst

Auf einem zwei Kilometer langen Rundweg können Besucher die Highlights von Berlins einst größtem Schulgarten leicht erwandern. Der Botanische Volkspark Blankenfelde-Pankow hat sich während seines hundertjährigen Bestehens zum beliebten Lern- und Erholungspark und Ort des Gärtnerns für jedermann entwickelt. Auf einer Fläche von 34 Hektar bietet der Park Obstbaumalleen, ein Tropenhaus mit Café, den lehrreichen „Weltacker“, eine einzigartige geologische Wand sowie denkmalgeschützte Gartenkunst und Gebäude aus dem Anfang des 20. Jahrhundert. Eingebettet in Wiesen, Felder und Pferdekoppeln bietet der Park als Ausgangspunkt zudem viel Platz für weitere ausgedehnte Wanderungen in der Umgebung an.

Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow, Blankenfelder Chaussee 513159 Berlin. Öffnungszeiten: Park: Täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Schaugewächshäuser: Dienstag, von 10:00 bis 14:00 Uhr sowie zu den Öffnungszeiten des Café Mint Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 11 -17 Uhr. Montag geschlossen. Eintrittspreise für eine Tageskarte: Erwachsene ein Euro pro Person (Automaten an den Eingängen), Kinder (bis 14 Jahre) sowie Inhaberinnen und Inhaber einer gültigen Jahreskarte haben freien Eintritt.

Das Museumsdorf Düppel entführt ins Mittelalter

In historischer Kulisse können Freunde von Rittern, Feuerspuckern und Zauberern in die Welt des Mittelalters eintauchen. Das Museumsdorf Düppel in Zehlendorf bietet ein kunterbuntes Programm für die ganze Familie. Zweimal täglich um zwölf und 15 Uhr werden Führungen zum Herbst im Mittelalter angeboten. Außerdem finden im Freilichtmuseum in Berlins Südwesten historische Kinderspiele, Mitmachkurse zu den Themen „Färben“ und „Zauberstäbe basteln“ statt. Es wird Stockbrot gebacken und die Hexe Silberzweig lädt in ihr Märchenzelt. Auch der Gaukler Astor Ytellar tritt auf. Außerdem steht im November der Martinstag vor der Tür. Im Museumsdorf Düppel können jetzt schon Laternen gebastelt werden. Es gibt also keinen Grund, in den Herbstferien drinnen zu bleiben. Überall, wo auf dem Gelände der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Maske verpflichtend. Darüber hinaus wird es empfohlen.

Museumsdorf Düppel, Clauertstraße 11, 14163 Berlin, Öffnungszeiten: montags bis freitags 10–16 Uhr, sonnabends und sonntags 10–18 Uhr, Tickets ausschließlich vor Ort. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, www.dueppel.de

Zu Gast im Garten von Kaiserin Augusta

Der am Ufer der Havel gelegene Landschaftspark Babelsberg entstand ab 1833 im Auftrag des späteren Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta. Die Gestaltung des Parks ist den Gartenkünstlern Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau zu verdanken. Rund um das neogotische Schloss erstreckt sich der Park mit weiteren sehenswerten Gebäuden, darunter Siegessäule, Matrosenhaus und Gerichtslaube. Das Schloss selbst ist wegen Sanierungsarbeiten derzeit für Besucher geschlossen. Der Rundweg verläuft über fünf Kilometer.

Schlosspark Babelsberg, 14482 Potsdam. Öffnungszeiten: ganzjährig täglich 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Zirkusworkshop und Filmen wie die Profis

Das Kreativhaus auf der Fischerinsel in Mitte bietet in den Herbstferien verschiedene Workshops für angehende Artisten, Clowns, Regisseure, Schauspieler und Kameraleute an. Jeder Workshop wird in einer kleinen festen Gruppe und unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln stattfinden. Deshalb ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Der Zirkusworkshop findet am 14., 15., 16. Oktober in der Zeit von 9:30 – 13 Uhr statt. Mit Mario vom Kinderzirkus Holdrio können Kinder von sechs bis zehn Jahren Clownerie – Akrobatik – Balance – Jonglage einstudieren und eine eigene Show kreieren. Ein weiterer Workshop richtet sich an Nachwuchs-Filmer, die am 21., 22., 23. Oktober die Möglichkeit bekommen, jeweils von 10 – 13 Uhr einen eigenen Film zu drehen. Das KreaMix-Team begleitet Kinder von sechs bis zehn Jahren mit Rat, Tat und Technik auf dem Gelände sowie im Kreativhaus.

Kreativhaus e.V., Fischerinsel 3, 10179 Berlin. Telefon: 030-2380913, E-Mail: kontakt@kreativhaus-tpz.de. Bürozeiten: Montag – Freitag 9 Uhr bis 16 Uhr. Kosten pro Workshop: 20 Euro.

Wisente, Przewalski-Pferde, Grasland und Moore

Auf dem früheren Truppenübungsplatz „Döberitz“ hat die Heinz Sielmann Stiftung fast ausgestorbene Wildtierarten wieder angesiedelt. Naturfreunde finden hier auf ausgedehnten Wanderwegen eine beeindruckende natürliche Vielfalt. Wisente – das europäische Bison – , Wildpferde und Rothirsche betätigen sich auf etwa 3600 Hektar, dem 17-fachen des Großen Tiergarten in Berlins Mitte, als Landschaftsgestalter. Der Weg um die Kernzone umfasst 22 Kilometer, die auch mit einem geeigneten Fahrrad (teils Sandwege!) befahrbar sind. Entlang des Rundwegs gibt es zahlreiche Sitz- und Picknickgelegenheiten, aber keine Gastronomie. Deshalb ausreichend Essen und Trinken mitnehmen!

Zugänge zur Döberitzer Heide gibt es in Elstal, Dallgow-Döberitz und Krampnitz. Hauptzugang und Parkplatz in Elstal: Zur Döberitzer Heide 10. Auf der Internetseite www.sielmann-stiftung.de/doeberitzer-heide gibt es Informationen zur Flora und Fauna sowie eine aktuelle Wanderkarte zum Download.

Auf alten Gleisen durch die Natur

Im Natur-Park Südgelände kommen Naturfreunde und Lok-Romantiker gleichermaßen auf ihre Kosten. Auf dem Gebiet des ehemaligen Rangierbahnhofs in Schöneberg ist eine einzigartige Naturlandschaft mit Relikten der Dampflok-Ära entstanden. Nach der Stilllegung des Bahnhofs entwickelte sich auf einer Fläche von 18 Hektar ein „Urwald“. Der Rundweg durch das Areal ist 2,7 Kilometer lang.

Adresse: Prellerweg 47 - 49, 12157 Berlin. Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Eintritt (Kassenautomaten an den Eingängen) ein Euro pro Person (ab 14 Jahren); kein Wechselgeld – bitte Münzen bereithalten.

Jenseits der Großstadt: Das Tegeler Fließ

Biber, Fischotter, Eisvögel und unzählige Frösche und Kröten: Das Tegeler Fließ im Norden Berlins ist zur Heimat vieler teils bedrohter Tierarten geworden. Gerade im Herbst gibt die verwinkelte Sumpflandschaft in Reinickendorf ihre ganze Schönheit preis. Vor allem nach dem Regen der vergangenen Tage dürfte die eine oder andere Moorwiese noch unter Wasser stehen, was ein beeindruckendes Bild abgibt. Und wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann auf den gut befestigten Wegen entlang der urwüchsigen Landschaft bequem die zehn Kilometer vom Tegeler See bis Lübars fahren – und die Großstadt weit hinter sich lassen.