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Humboldt Forum: Ein Jahr voller Eröffnungen steht bevor

Am 17. Dezember soll das Humboldt Forum öffnen - schrittweise und mit verschiedenen Projekten. Das Programm.

In den Startlöchern: Lars-Christian Koch, Direktor des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, Sabine Kunst, Präsidentin der Humboldt-Universität, Hartmut Dorgerloh, Generalintendant Humboldt Forum, und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin (v.l.n.r.).

In den Startlöchern: Lars-Christian Koch, Direktor des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, Sabine Kunst, Präsidentin der Humboldt-Universität, Hartmut Dorgerloh, Generalintendant Humboldt Forum, und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin (v.l.n.r.).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Es waren kurze, hoffnungsfrohe Sätze, mit denen Hartmut Dorgerloh die Pressekonferenz begann, in der das bislang nur gerüchteweise kolportierte Eröffnungsszenario des Humboldt Forums am Mittwoch offiziell vorgestellt wurde. „Wir werden fertig. Wir machen auf. Wir fangen an“, sagte der Generalintendant des Hauses, und einen konkreten Termin hatte er auch im Gepäck: den 17. Dezember 2020.

Siebeneinhalb Jahre – genauer: 2745 Tage – werden seit der Grundsteinlegung vergangen sein, wenn der 644 Millionen Euro teure Bau am 17. Dezember dieses Jahres in Teilbereichen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Kaum jemanden hätte es wohl gewundert, wenn im ersten Jahr der Corona-Pandemie der Termin ein weiteres Mal verschoben worden wäre. Erst im Mai hatte die Stiftung aufgrund unterbrochener Lieferketten und fehlender Facharbeiter auf der Baustelle verkünden müssen, den eigentlich avisierten September nicht einhalten zu können. Jetzt soll es in der Woche vor dem vierten Advent doch noch klappen.

Humboldt Forum: Licht- und Klangkunst zur Eröffnung

Dies jedenfalls schrittweise und zunächst nur in Teilbereichen. Die Stiftung spricht von einem „ganzen Jahr voller Eröffnungen“, das bis zum Ende 2021 dauern wird.

Ab dem 17. Dezember sind zunächst der Schlüterhof und die Passage rund um die Uhr zugänglich. Im Hof werden internationale Künstlerinnen und Künstler mit großformatigen Videoprojektionen und Klanginstallationen präsent sein, während sich eine Schau in der Passage den Brüdern Humboldt widmet.

Im Gebäude werden zuerst der Schlosskeller und das Erdgeschoss geöffnet, wo Präsentationen zur Geschichte des Ortes besucht werden können.

Humboldt Forum: Drei Ausstellungen im Jahr 2021

Nach dem Jahreswechsel sollen dann drei weitere Ausstellungen an den Start gehen – die im Januar auch sicher mit mehr Aufmerksamkeit rechnen können als in der traditionell stressigen Vorweihnachtszeit. Den Auftakt macht am 3. Januar 2021 die für Kinder konzipierte Schau „Nimm Platz!“, die zentrale Bereiche des Erdgeschosses einnehmen soll.

Am 7. Januar folgt darauf, im ersten Obergeschoss an der Nordseite gelegen, die Präsentation des kleinsten Akteurs im Humboldt Forum: der Humboldt-Universität (HU), die auf 750 Quadratmetern unter dem Motto „Nach der Natur“ die wissenschaftliche Arbeit der Exzellenzcluster in Zeiten der menschengemachten Umweltzerstörung in den Blick nimmt.

Neun Tage später schließlich, am 16. Januar, wird in direkter Nachbarschaft zur HU die mit Spannung erwartete Berlin-Ausstellung Eröffnung feiern. Ihr Titel: „Berlin Global“, eine Koproduktion der Kulturprojekte Berlin und dem Stadtmuseum. „Wir erzählen Geschichten über Berlin und seine Verbindungen mit der Welt“, so Moritz van Dülmen, Geschäftsführer von Kulturprojekte Berlin. Die ersten 100 Tage soll die Schau kostenfrei zu besichtigen sein, danach ist für sie ein Eintrittsgeld geplant. Parallel zu den Ausstellungen werden im Januar auch Vortrags- und Diskussionsreihen an den Start gehen.

Der Regelbetrieb will das Humboldt Forum Ende März 2021 aufnehmen, begleitet von weiteren Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten. „Diskursive Formate, künstlerische Interventionen, Tanz und Film erweitern sukzessive das Programm“, teilte die Stiftung mit. Für April ist ein Festwochenende geplant, bei dem die Werkräume im ersten Obergeschoss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf die Eröffnung der Sonderausstellung „Schrecklich schön. Elefant – Mensch – Elfenbein“ im Mai folgt im Juni das partizipative Tanzprojekt „Forum in Bewegung. Unsere Körper, unsere Positionen“, bis dann im Spätsommer auch die Westseite des Schlosses mit Teilen der Ausstellungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst zu besichtigen sein wird. Mit den im Ostflügel gelegenen Flächen der beiden zu den Staatlichen Museen Berlin gehörenden Häuser sollen zum Jahreswechsel 2021/22 dann sämtliche 30.000 Quadratmeter des Humboldt Forums am Netz sein.

Drei Kompetenzbereiche des Humboldt Forums

Zur Frage der Besucherführung in Zeiten der Corona-Pandemie verwies Generalintendant Dorgerloh auf das derzeit sehr dynamische Infektionsgeschehen und daraus folgende kurzfristige Handlungsstrategien. Sicher aber sei, dass es mit dem eigentlich geplanten großen Bürgerfest zur Eröffnung aus Sicherheitsgründen nichts werden könne. Die Geschichte und Architektur des Ortes, das Vermächtnis der Brüder Humboldt, aber auch der Kolonialismus mit all seinen Implikationen seien die leitenden Themen des Hauses. Die spannende Frage des kommenden Jahres wird lauten, ob sie im Humboldt Forum zu einem stimmigen Ganzen gefügt werden können.